25. 05. 2012
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Stadt will sowjetische Fotosammlung erwerben
Die Gesamtkosten belaufen sich auf 570.000 Euro, allerdings haben die
Kulturstiftung der Länder, die Kunststiftung NRW sowie
NRW-Landesregierung bereits einen Zuschuss in Höhe von jeweils 95.000
Euro verbindlich zugesagt. Der städtische Eigenanteil beträgt somit
285.000 Euro.
Die Kollektion der Sammlung Daniela Mrazkova besteht aus 234 Bildern
der bedeutendsten sowjetischen Fotografen der Vorkriegszeit, darunter
Arkadi Schaichet, Georgij Zelma, Boris Ignatowitsch, Max Alpert,
Georgij Petrussow und Alexander Rodtschenko. Die Bilder entstanden in
den 1920er und 1930er Jahren. Sie vereint die verschiedenen
fotografischen Strömungen der Zeit und gibt zugleich einen
hervorragenden Überblick über die Dokumentations- und
Reportagefotografie in der Sowjetunion, wirbt die Stadt. Die Bandbreite
der Arbeiten spiegelt die drei zentralen Richtungen der Fotografie der
UdSSR in der damaligen Zeit wieder: Es finden sich Portraits der
intellektuellen Helden der Sowjetunion, mit Bildformen des
Piktoralismus von Nappelbaum und Sterenberg, konstruktivistische
Fotografie, zum Beispiel von Ignatowitsch und Rodtschenko, die
Architektur und industrielle Erneuerungen thematisieren, und
Darstellungen von Arbeitern und Landbevölkerung im Stil des
sozialistischen Realismus von Zelma und Alpert, hieß es dazu weiter.
Viele der Bilder dienten zur Mobilisierung der Bevölkerung für den
Aufbau des neuen Staats. Zugleich arbeiteten die meisten der
Fotografen, die in der Sammlung vertreten sind, für die viersprachige
Zeitschrift „UDSSR im Bau“, die zum Zweck der Propaganda von 1931 bis
1941 erschien. Diese Sammlung der sowjetischen Fotografen-Avantgarde
stellt eine wichtige Ergänzung und Bereicherung der Kollektion des
Museum Ludwig (Gemälde und Zeichnungen) zur russischen Avantgarde dar.
Das Ehepaar Ludwig hatte sie seit den siebziger Jahren angelegt und der
Stadt Köln geschenkt.
Der Finanzausschuss hat am gestrigen Montag der entsprechenden
Beschlussvorlage einstimmig zugestimmt. Die Sammlung ist nach Angaben
eines Wertgutachtens der Kölner Galeristin und Fotoexpertin Priska
Pasquer vom 28. Februar dieses Jahres eine „glänzende Ergänzung und
fulminante Bereicherung“ der Kölner Sammlung. Bei Einzelverkauf der
Fotografien ergäbe sich ein Gesamtwert nach Wertgutachten von 756.000
Euro. Der Stadtrat muss dem Kauf auf seiner Sitzung am kommenden
Donnerstag zustimmen. Die Zustimmung der Ratsmehrheit gilt jedoch als
gesichert, immerhin hat der Oberbürgermeister zehn Minuten vor der
Sitzung zum Fototermin geladen.

























