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25. 05. 2012
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"Stiftung Stadtgedächtnis" startklar


12.07.2010 12:15 von:

Schlagwörter: Köln,Archiv,Stiftung,Stadtgedächtnis,Roters,Quander,Schwaderlapp,Archivalien,Res

(js) Die Unterschriften sind getrocknet, über drei Millionen Euro sind schon sicher in der Kasse: Die "Stiftung Stadtgedächtnis" wurde am heutigen Montagmorgen im Hansasaal des Rathauses offiziell gegründet. Was noch fehlt: Ein Vorstandsvorsitzender und geeignete Büroräume. Ist das alles geregelt, kann die Stiftung ihre Arbeit aufnehmen – das heißt vor allem, Geld für die Restaurierung der geborgenen Archivalien aufbringen, die nach dem Einsturz des Stadtarchivs vor über einem Jahr geborgen werden konnten.

Oberbürgermeister Jürgen Roters, Kulturdezernent Prof. Georg Quander, Generalvikar Dominik Schwaderlapp vom Erzbistum Köln, Vizepräses Petra Bosse-Huber von der Evangelischen Kirche im Rheinland und Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Kultur-Staatssekretär in Düsseldorf, unterzeichneten die Stiftungsurkunde als Gründungsstifter. Sie stellten zusammen 3,12 Millionen Euro für das Stiftungskapital zur Verfügung, der Bund hat eine weitere Million zugesagt, der Landschaftsverband-Rheinland 50.000. Schon am 10. September 2009 hatte der Kölner Rat drei Millionen bereitgestellt, um der Stiftung das Arbeitsstart zu ermöglichen. "Dieses Archiv hat auch eine europäische Bedeutung", sagte Grosse-Brockhoff und hofft auch auf EU-Mittel.

Das Kölner Archiv war das größte kommunale Archiv nördlich der Alpen. Es war am 3. März 2009 eingestürzt, als Ursache gelten U-Bahn-Bauarbeiten vor dem Gebäude, die genaue Ursache ist aber noch nicht geklärt. Der Bestand des Archivs füllte 30 Regalkilometer, unter anderem waren darunter Handschriften von Albertus Magnus, der Amtsnachlass von Oberbürgermeister Dr. Konrad Adenauer und die Nachlässe von Heinrich Böll, Jacques Offenbach und zahlreicher berühmter Architekten. Da die Kölner Geschichte in großen Teilen zugleich auch die Geschichte der katholischen Kirche in Köln ist, sei es für das Erzbistum eine Selbstverständlichkeit gewesen, sich an dieser Stiftung zu beteiligen, so Schwaderlapp.

Bislang sind rund 85 Prozent des Bestandes geborgen, 15 warten noch auf ihre Rettung unter Trümmern und Wasser. Etwa fünf Prozent werden vermutlich unwiderruflich verloren sein. Die Kosten zur vollständigen Restaurierung der Dokumente aus Papier oder Pergament werden auf bis zu 400 Millionen Euro geschätzt. Gut 200 Restauratoren dürften damit die nächsten 30 bis 50 Jahre beschäftigt wein. Eine erste Auszahlung der Versicherung über 60 Millionen Euro wurde dafür schon eingesetzt. Kulturdezernent Quander hofft, dass das Archiv im Jahr 2015 in einem Neubau am Eifelwall wiedereröffnet werden kann.







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