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Debüt mit Mord, Entführung und Striptease

14-11-2009 19:00:00

(js) Vor genau 25 Jahren begründete der Kölner Emons Verlag das Markenzeichen der Kölnkrimis und damit der Städtekrimis überhaupt. Das mit solcher Wirkung, dass man kaum glauben mag, dass jetzt mit „Millionenallee“ erst der 38. Krimi dieser Art erscheint. Dazu kommen 24 historische Thriller, die nicht unterschlagen werden sollen.

„Millionenallee“ ist das kriminale Debüt von Edgar Franzmann. Dass er schreiben kann, wissen langjähriger Leser des Express, hier war er lange Redakteur. Heute ist er Chefredakteur von koeln.de. Mit diesem Buch erfüllt er sich einen alten Traum – und nicht für die Leser, nur für seine Hauptfigur wird das ein Alptraum. Denn der junge Millionär Franck von Franckenhorst (ein nicht ganz kölschtypischer Name) wird zusammengeschlagen und entführt, enterbt und beinahe ermordet, es geht um Steuerhinterziehung und Firmenpleite. Hinzu kommen auch ein paar vollendete Morde, ein Striptease in aller Öffentlichkeit, hilfsbereite Penner, ein geheimnisvoller Arzt, ein Hauch Klüngel und überraschende Wendungen – gekonnt gemixte Zutaten. Konsequent wird allein aus der Sicht Francks erzählt und auf Nebenstränge verzichtet.

Was aber macht einen guten Städtekrimi aus? Zunächst muss die Handlung gut sein und im Prinzip überall spielen können (wenn nicht gerade Prinz Karneval von der Jungfrau ermordet wird oder einem Bergsteiger am Überhang das Kletterseil durchgeschnitten wird). Das Lokalkolorit soll sparsam daher kommen und sich nicht in seitenlangen, nicht einmal in absatzlangen Beschreibungen von Straßenzügen und Auflistung deren Namen erschöpfen. Ein bisschen lokaler Dialekt kann nicht schaden. Auch nicht kleine Anzüglichkeiten auf lokale Geschichte und Geschichten, selbst wenn diese außerhalb nicht verstanden werden. Das alles erfüllt „Millionenidee“ in perfekter Dosierung. Und dazu ist alles so flüssig und spannend geschrieben, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand lässt, bis man ans Ende kommt. Das kommt dann allerdings sehr abrupt. Es ist zwar durchaus stimmig, doch hier wünscht sich der Leser ein bisschen mehr Erklärung, warum...

Doch halt: Auch wenn die letzten Seiten nicht ganz überzeugen, verraten wird nichts!

Edgar Franzmann: „Millionenallee“ – Köln Krimi, Emons Verlag, Köln 2009, 192 Seiten, 9,90 Euro

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