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25. 05. 2012
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Kölner Sprachschatz an einem Stück


08.06.2010 18:41 von:

Schlagwörter: Köln,kölsch,Wrede,Greven,Sprachschatz,Honnen,LVR,Volksausgabe

(js) In keiner gutgeführten Veedelskneipe fehlt er: der rote, dreibändige "Wrede". Sein "Neuer Kölnischer Sprachschatz" hilft Streitigkeiten zu schlichten. Er sagt nicht nur, wie kölsche Wörter richtig geschrieben werden, sondern auch, was sie genau bedeuten und woher sie kommen. 1956 ist die "kölsche Bibel" erstmals erschienen, seitdem hat sie eine Auflage von fast 100.000 Exemplaren erreicht. Und diese Zahl dürfte bald steil ansteigen: Der Greven-Verlag hat jetzt eine "Volksausgabe" zu weniger als dem halben Preis der dreibändigen Ausgabe aufgelegt. Sie ist ein Fotoreprint des Dreibänders, ein sechs Zentimeter dicker, kiloschwerer Broschurband von – wie Verlagsleiter Damian von Melis versichert – "extremer Stabilität".

Adam Wrede fasste für seine Arbeit den kölschen Wortschatz vom Ende der napoleonischen Besatzung bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zusammen. Eine Meisterleistung, gilt es dabei doch, mündliche Überlieferungen durch schriftliche Quellen zu belegen. Obwohl inzwischen schon ein halbes Jahrhundert alt, ist das Werk des Sprachforschers Adam Wrede immer noch auf der aktuelle Stand der Wissenschaft. "Die neuen Erkenntnisse sind so minimal, dass sich eine Bearbeitung nicht lohnt", sagt von Melis. "Zu diesen wenigen neuen Forschungsergebnissen gehört zum Beispiel, dass eine ältere Quelle für den Gebrauch eines Wortes gefunden wurde." Der Wrede ist mehr als nur ein klassisches Wörterbuch für 1:1-Übersetzungen, wie es das für viele Dialekte gibt.

Er ist nicht nur was seinen Umfang betrifft bis heute einzigartig, wie der Sprachforscher Peter Honnen betont, der im LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte arbeitet. Einmalig ist er auch wegen der zahlreichen Beispiele zum Gebrauch eines Wortes und dessen etymologischer Herleitungen, die der Volksüberlieferung oft genug widerspricht. Schließlich ist das Buch auch ein kulturhistorisches Nachschlagewerk, ein "Heimatkundebuch" im besten Sinne: Hier finden sich geschichtliche Hinweise ebenso wie Beschreibungen von Volksbräuchen. Schließlich werden auch Vor-, Familien- und Straßennamen und deren Geschichte erklärt. Da sich das "Rheinische" weniger im Sprachschatz als in der Aussprache unterscheidet, kann der Wrede – sein Verfasser war ein exzellenter Kenner aller rheinischen Mundarten – sogar für den Bonner und Düsseldorfer Dialekt genutzt werden, wie Honnen ohne Häme feststellt.

Adam Wrede: "Neuer Kölnischer Sprachschatz", Sonderausgabe mit einer Einführung von Peter Honnen – Greven-Verlag, Köln 2010, 1152 Seiten, Klappenbroschur, 24,80 Euro, ISBN 978-3-7743-0438-3

     





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