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25. 05. 2012
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Ein Superstar in seiner zweiten Heimatstadt


06.04.2009 09:13 von:

Schlagwörter: Köln,Hardrock-Café,Konzert,Benefiz,ErdeundMensch,Thomas,Godoj,Superstar,Live

Wer nicht glauben will, dass "Superstars" ganz normale Menschen sind, sollte irgendwann in seinem Leben mal Thomas Godoj treffen. Auf einem Interviewtermin mit dem 30-jährigen Rocksänger und Bandleader wenige Stunden vor seinem Konzert im Kölner Hardrock-Café traf die Redaktion einen bescheidenen, fast schon schüchternen, auf jeden Fall aber nachdenklichen Künstler, der so gar nicht in das Schema der großen Glamourwelt passen will. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, da stand der in Polen gebürtige und in Recklinghausen wohnhafte Rockbarde im Mittelpunkt fast täglicher Boulevard-Berichterstattung. Als Sieger der fünften Staffel des RTL-Erfolgsformats "Deutschland sucht den Superstar" stand er über Monate lang auf Seite 1 der größten deutschen Boulevard-Zeitungen, musste einen wahren Interviewmarathon mit mehr oder weniger intelligenten Fragen über sich ergehen lassen. Doch trotz seines Titels ist der Rocksänger so geblieben, wie er ist. Und man glaubt es ihm, wenn er sagt, dass Konzerte wie das im Hardrock-Café vor 300 Menschen ohne Absperrung und meterhohe Bühne den direkten Kontakt zu seinem Publikum sucht. "Ich werde den Live-Weg weiter gehen. Das macht mir Spaß, schließlich sind es die Fans, die mich zu dem gemacht haben, was ich bin", erklärte der Sänger.

Dabei ging es ihm gestern nicht einmal um den Kommerz. Ganz im Gegenteil: Das Konzert, das im Rahmen einer Konzertreihe des Kölner Ablegers der legendären Hardrock-Cafés stattfand, stand ganz im Zeichen der guten Sachen. Das Erde-Mensch-Projekt des aus Süddeutschland stammenden Musikers und Sozialarbeiters Sio Steinberger. Dafür verzichtete der Künstler samt Band auf sein Honorar. Das Projekt, das bereits in zahlreichen Städten Deutschlands aktiv ist, kümmert sich um Jugendliche aus schwierigem sozialen Umfeld, viele der Jugendlichen und jungen Erwachsenen hatten bereits Kontakt zur Staatsmacht, gelten in der sozialpädagogischen Fachsprache als "polizeibekannt". Gemeinsam mit einem mobilen Musikprojekt werden die Teilnehmer in Kleingruppen in Sachen Musikperformance unterrichtet. Nach den Worten des Initiators wird ihnen damit ein klein wenig "Wertschätzung" zurückgegeben, das sie selbst so lange vermisst haben. Steinberger weiß von den Problemen der Jugendlichen aus langjähriger Erfahrung, schließlich kümmert er sich beruflich seit über 15 Jahren um Jugendliche, die nach einer Haftstrafe wieder zurück in die Gesellschaft wollen. Und dank der Unterstützung zahlreicher Künstler, neben Godoj haben auch Culcha Kandela und Xavier Naidoo bereits mit Steinberger zusammengearbeitet, wird sein Projekt immer größer. "Wir wollen unsere Arbeit deutschlandweit ausbauen", so Steinberger.

Auch für das Hardrock-Café macht das Konzert Sinn. Immerhin positioniert sich die Location damit als exklusiver Standort von hochklassigen Musikperformances und das mitten in der Innenstadt. Für die Erde Mensch-Projekt spendierte Roland Piechoczek sogar eine Gitarre, die nun meistbietend für den guten Zweck versteigert werden soll. Superstar Godoj jedenfalls, freute sich, in seiner zweiten Heimatstadt Köln auftreten zu können. Erst vor wenigen Wochen ging seine letzte Tournee zu Ende, 36 Konzerte im deutschsprachigen Raum absolvierte der Künstler mit seiner neu formierten Band. Nun geht es ins Studio, seine neue LP soll im Herbst erscheinen, verriet der Künstler. Für seine musikalischen Erfolge wurde Godoj zuletzt mit dem renommierten "Echo"-Award als bester Newcomer ausgezeichnet. Es entspricht seiner ruhigen und bescheidenen Art, dass er auch nach den Erfolgen der jüngsten die Bodenhaftung nicht verloren hat. Einiger seine Bandmitglieder aus der Zeit von "Wink" sind noch immer dabei und spielen jetzt vor vollen Hallen. "Vor zwei Jahren hätten wir uns gewünscht, einen Laden wie das Hardrock-Café vollzubekommen", so der Sänger abschließend.

Mehr zum Erde-Mensch-Projekt finden Sie im Internet unter: www.erdeundmensch.com.







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