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25. 05. 2012
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"My Fair Lady" singt und tanzt in Köln


15.07.2011 06:50 von:

Schlagwörter: Köln,Kammeroper,Musical,My Fair Lady,Klavier,Wenzel,Dübe,Mucha,Latzel,2011,Juli

(ehu) "My Fair Lady" rief und viele kamen: 120 Sänger und Sängerinnen stellten sich bei der Kölner "Kammeroper" vor, 50 Tänzerinnen und Tänzer. Viele vergeblich, denn die Kammeroper hat nur eine kleine Bühne, 18 Künstler füllen sie, wenn der Musical-Klassiker am kommenden Samstag in Rodenkirchen Premiere hat. "Eine Herausforderung, damit gehen wir einen neuen Weg", gesteht Regisseur Lajos Wenzel. Und gleichzeitig eine Kampfansage an die etablierten Musik-Spielstätten in Köln, in denen klassische Musicals seit Jahren sträflich vernachlässigt werden.

Aus Wien - dort hat sie gerade ihr Operettenexamen bestanden - kam Maria Mucha zum Castin und gewann. Sie spielt die Blumenverkäuferin Eliza. Die Rolle des Professor Higgins übernimmt Wolf Latzel, auch für ihn Neuland, denn der Düsseldorfer ist eigentlich Opernbariton und singen und tanzen war bislang nicht sein Fall. Das aber muss er, wenn er Eliza in die Geheimnisse der Hochsprache einweihen will. Ein alter Hase ist Bernhard Dübe, der schon 750 Mal als Oberst Pickering und damit als Elizas künftiger Ehemann auf der Bühne stand. "Eine ideale Mischung aus jung und alt", lobt Wenzel sein Ensemble.

Eliza als kölsches Blumenmädchen? Für Regisseur Wenzel undenkbar

Er wird das Stück klassisch und doch anders interpretieren. Anders allein schon deshalb, weil weder Geld noch Platz für eine Prunk-Ausstattung und allerlei Effekte da ist. Stattdessen will sich Wenzel auf "Inhalt, Dialoge und die psychologischen Spannungsbögen" konzentrieren. Ansonsten bleibt alles beim Alten, und schon gar nicht gibt es eine "Verheutigung". Wenzel erklärt: "Es bleibt beim Berliner Dialekt.Die Versuchung war groß, es mal mit Kölsch zu versuchen – aber dann hätte es nicht den gesellschaftlichen Konflikt ,oben-unten˜ unten gegeben. Und mit einer polnischen Putzfrau wäre alles in die Migrationsdebatte abgeglitten".

So wird auch keiner der bekannten Musical-Hits fehlen. Wer noch nie in der Kammeroper war, wird sich allerdings daran gewöhnen müssen, dass es die musikalische Begleitung lediglich vom Klavier gibt. In diesem Fall aber ausnahmsweise vierhändig. "So versteht man aber die Texte", lacht Inga Hilsberg, die musikalische Leiterin. Mit vollem Orchester ist diese Inszenierung nur außerhalb Kölns zu sehen, etwa August beim Klassik-Festival in Monschau. Dann stehen nicht nur 30 Tänzer mehr auf der Bühne, sondern sitzen auch die 50 Musiker der "Kölner Symphoniker" im Orchestergraben.

Die "Kammeroper" wurde vor fünf Jahren sesshaft. Das wird gefeiert

Denn eigentlich ist die Kammeroper ein Tourneetheater. Zumindest hat es als solches vor 15 Jahren angefangen. Gut 60 Aufführungen gibt sie noch jährlich im gesamten deutschsprachigen Raum. Der eigentliche Mittelpunkt der Arbeit aber liegt in Köln, wo man vor fünf Jahren das eigene feste Haus bezog. 130 Vorstellungen werden hier pro Spielzeit angeboten, 100 davon für Kinder, zusammen macht das 20.000 Besucher.

Zum Geburtstag hat man sich die "My Fair Lady" geschenkt, die am Wochenende gleich dreimal aufgeführt wird. Und am Sonntag gibt es zudem noch ein großes Fest - Eintritt frei. Neben Hüpfburg, Schminken und Instrumentenkarussel steht das musikalische Märchen "Peter und der Wolf" mit den Kölner Symphonikern auf dem Programm (13 Uhr). Die Kammeroper wird Ausschnitte aus dem aktuellen Programm zeigen.

"My Fair Lady" – 23.7.: 19.30 Uhr (Premiere), 24.7.: 15 und 19.30 Uhr, weitere Termine Ende September/Anfang Oktober, Kölner Kammeroper, Friedrich-Ebert-Str. 4, 50996 Köln-Rodenkirchen, Tickets: Tel. 0221 / 24 36 12, Im Internet unter: www.kammeroper-koeln.de.

Jubiläumsfest: 24.7., 11 bis ca. 18.30 Uhr







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