25. 05. 2012
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Singe, wem Gesang gegeben
(ehu) Gesungen wurde bei jeder "Kölner Musiknacht", doch in diesem Jahr steht die menschliche Stimme im Mittelpunkt: Am 10. September ist ein Drittel der über 100 Veranstaltungen ganz allein ihr gewidmet. "Arbeiterlieber stehen neben Schubert-Liedern, Belcanto-Arien neben kurdischen Hirtengesängen", umschrieb Organisationschef Rainer Nonnemann das Spektrum. Und manchmal stoßen die Gegensätze sogar in einem Konzert aufeinander, etwa ägyptischer Bauchtanzgesang auf bayrische Folklore. So beim Auftritt von "tabadoul orchestra", einer Neuformation der "Schäl Sick Brassband".
Zum nunmehr 7. Mal organisiert die "Initiative Freie Musik" (IFM e.V.) diese "Leistungsschau der freien Szene". 300 Bewerbungen gab es, 100 konnten nur berücksichtigt werden, denn die Musiknacht soll überschaubar bleiben. 25 Spielstätten öffnen zwischen 18 und 2 Uhr ihre Tore, jedes Konzert dauert etwa 45 Minuten. Und weil man durchaus zwischendrin – natürlich leise – hereinplatzen darf, lassen sich mit einiger Planung eine Reihe Konzerte besuchen.
Neben der menschlichen Stimme ist Weltmusik ein weiterer Schwerpunkt
Das Angebot reiht von klassischer Musik über Jazz und Improvisierter Musik bis zu Experimentellem. "Ein wahres Panoptikum aller Epochen, Sparten und Kulturkreise" verspricht Nonnemann. Vorgestellt werden die jeweils aktuellen Produktionen. Auch Weltmusik ist dabei – aus Ungarn, Israel, Türkei Brasilien, Arabien und Spanien. Köln ist eben Anziehungspunkt für Musiker aus (fast) aller Welt. In der Philharmonie erlebt das Auftragsprojekt "Paeanumnion" seine Weltpremiere, hier spielen erstmals die Kultelektroniker "Mouse on Mars" und die Musikfabrik zusammen. Für die Philharmonie ist das der Auftakt ihrer Festwochen zum 25. Geburtstag.
Unterstützt wird die Musiknacht von der Stadt mit 40.000 Euro. Sie ist von Anfang an dabei, ebenso wie WDR 3. Im Radio wird am 11. September erstmals eine acht Stunden lange Zusammenfassung mit Konzerteinspielungen und Interviews übertragen.
Die Musiknacht lockt Publikum von weit über Köln hinaus an
3.500 Eintrittskarten wurden in den letzten Jahren verkauft. Nonnemann hofft in diesem Jahr auf die gleiche Zahl. Josef Sommer, Chef von Kölntourismus, ist fest davon überzeugt: "Die Nachfrage aus ganz Europa ist zuletzt ständig gestiegen. Die Musiknacht trägt viel zum Image Kölns als Kulturstadt bei und ist ein Alleinvertretungsmerkmal." Und die freie Szene könnte zum Ruf Kölns noch mehr beitragen, ist Nonnemann überzeugt: "Jede Szene könnte ihr eigenes Festival auf die Beine stellen. Die Alte Musik hat schon damit angefangen."
Eintrittskarten: 15 Euro, bei Kölntourist oder im Internet unter: www.koelner-musiknacht.de.

























