25. 05. 2012
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Zufriedene Gesichter nach fünf Tagen Musikfestival c/o pop
Neben der eigentlichen Musik stand aber auch das Business und dabei vor
allem die Suche nach neuen Geschäftsmodellen und –ideen auf dem
Programm.
. Mehr als 1000 akkreditierte Fachbesucher aus 25 Ländern, 100
Programmmacher aus ganz Europa, über 50 ausverkaufte Shows mit mehr als
200 nationalen und internationalen Künstlern gaben sich in diesem Jahr
bis zum gestrigen Sonntag die Ehre. Die NDW-Bank DAF
(Deutsch-Amerikanische Freundschaft) feierten 30-jähriges
Bühnenjubiläum, Hercules & Love Affair aus New York oder der
schwedische Songwriter José Gonzales, der ein nächtliches Konzert auf
einem Rheinschiff absolvierte, waren nur einige wenige Namen, die der
Domstadt internationales Flair und damit mehr als nur einen Hauch von
Weltstadt verliehen. Köln war für eine Woche lang im Blickpunkt der
internationalen Musikszene, nachdem in der Vorwoche bereits Gentleman,
Massive Attack und The Killers die Domplatte bespielt hatten.
Verantwortliche ziehen positive Bilanz
„Die durchweg positive Resonanz bei der Conference und der Affair hat
gezeigt: C/O Pop ist nun endgültig als eine zentrale Veranstaltung für
die Vertreter der Musikbranche und der music related industries
anerkannt“, lautete denn auch das Fazit des Geschäftsführers der
Cologne on pop GmbH Norbert Oberhaus. So verzeichnete die Netzwerk- und
Kommunikationsplattform „affair c/o pop“ in diesem Jahr über 80
Aussteller, die in den Showrooms ihre Produkte, Dienstleistungen und
Konzepte feilboten. Ricardo Villalobos und Techno-Urgestein Sven Väth
bildeten mit einer großen Open-Air-Abschlussparty den krönenden
Schlusspunkt einer erfolgreichen Musikwoche. Im Mittelpunkt des
Konferenzprogramms stand dabei die für Musik und die Musikindustrie
existenzielle Frage nach der Wertschöpfung ihrer künstlerischen Arbeit.
„Schnittstellen an der Musik“ zu identifizieren und zur Grundlage
eigener Geschäftsideen und Konzepte zu machen, lautete eines der
wichtigsten Ziele der Veranstaltung. Und so nahmen neben der
Musikindustrie auch Vertreter anderer Branchen an den Diskussionsrunden
teil. Musik spielt zunehmend bei der Markenkommunikation, im
Fernsehbereich aber auch im Segment der Spieleindustrie eine zunehmend
wichtige Rolle. Hier müsse man ansetzen, so die Meinung der
Betroffenen.
Innovationen gefragt
Gerade das Internet und seine Möglichkeiten, über Filesharer kostenlose
Musikstücke herunterzuladen, ohne die dafür üblichen Verkaufs- und
Urhebergebühren zu entrichten, haben der Musikindustrie in den
vergangenen Jahren schwer zugesetzt. Ob die Branche diese Krise bereits
überwunden hat, steht allerdings noch nicht fest. Die Botschaft, die
von Köln aus in die Szene getragen wurde, lautete denn auch völlig
anders. Nicht Bekämpfung des Missbrauchs und strenge Sanktionierung
waren Themen, sondern die Frage, mit welchen Alternativen Musikkünstler
in Zukunft ihre Arbeit finanzieren können. Und da gibt es in der Tat
zahlreiche neue und innovative Ansätze, wie auch c/o
pop-Pressesprecherin Daniela Siemon verriet. „Es gibt neue Spiele, bei
denen man sich Musikstücke herunterladen und selbst mitmachen kann,
entweder mit einem Instrument oder als Vokalist“, erläuterte Siemon.
Hier gebe es eine Fülle von Möglichkeiten, mit neuen Geschäftskonzepten
verlorenes Terrain wenigstens teilweise wieder zurückzuerobern. „Die
Musikliebhaber sollen erfahren, dass Musik etwas wert ist“, bekräftigte
Siemon gegenüber Köln Nachrichten.
Köln holt als Musikstandort auf – c/o –Pop auf dem Vormarsch
Im Gegensatz zur Musikmetropole Berlin, die sich nach der Akquise der
größten deutschen Musikmesse PopKomm zunächst als einzig wahre
Musikhauptstadt betrachtete, haben die Kölner Organisatoren aber in
diesem Jahr ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Mit der c/o pop hat
sich nach fünf Jahren ein Veranstaltungskonzept gefunden, dass durchaus
mehr als nur ein Lückenfüller ist. Die zahlreichen Gäste aus aller
Welt, die sich zu den Konzerten oder in der Festivalzentrale im
Rheintriadem am Rheinufer einfanden, lassen erahnen, dass der
Musikstandort Köln wesentlich besser ist als sein Ruf. Und die Macher
der c/o pop dürfen sich diesen Verdienst ein Stück weit der eigenen
Arbeit zuschreiben. Dabei stand das schlichte Wachstum der
Teilnehmerzahlen nicht im Vordergrund. De c/o pop will Nischen besetzen
und so war die Zahl der Zuschauer und der akkreditierten Messebesucher
nahezu konstant geblieben. Für diesen Ansatz gab es dafür aber hohes
Lob vonseiten der Fachbesucher.

























