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31. 10. 2014
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2. Kölner Kulturindex: Experten fordern geringere Einschnitte


09.11.2009 06:22 von:

Schlagwörter: Köln,Kulturindex,Umfrage,Bevölkerung,Kulturschaffende,Omniquest,Universität,Kürz

Zum zweiten Mal haben die Initiatoren des Kölner Kulturrats den Kölner Kulturindex vermittelt. Insgesamt wurden fast 400 Kulturexperten befragt, hinzukommen 157 Personen aus dem Umfeld der Kultur – zumeist Sponsoren und Kulturinteressierte -, die sich ebenfalls zum Zustand und den Aussichten der Kölner Kulturlandschaft und –politik äußerten. Das Ergebnis ist eine spürbare Verschlechterung der Stimmung unter den Kulturschaffenden. Die 371 Befragten äußerten dabei den Wunsch, dass der zuletzt stark angestiegene Kulturetat nicht oder nur geringfügig gekürzt werden dürfe. Durchgeführt hatte die Umfrage das Forschungsinstitut für Soziologie der Universität zu Köln. Die wichtigsten drei Kulturschaffenden sind demnach Schauspiel-Intendantin Karin Beier, der Direktor des Museum Ludwig, Prof. Kasper König sowie der Kölner Generalmusikdirektor Markus Stenz.

Im Zuge der allgemeinen Finanzkrise und der daraus resultierenden Rückgänge beim Steueraufkommen müssen die Kulturschaffenden allerdings davon ausgehen, dass auch im Kulturetat der Rotstift angesetzt werden müsse. Auswirkungen durch die Kommunalwahl wird es für die Hälfte der Befragten nicht geben, das aber muss nicht zwangsläufig positiv sein. Etwas mehr als ein Drittel (34 Prozent) erwarten dabei eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen für Kultur in der Stadt. Sowohl der neue Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters als auch die im Stadtrat vertretenen politischen Parteien sind nach Meinung der Befragten wenig engagiert in Kulturdingen, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. "Die Befragung macht aber auch deutlich, dass sich die Kölner Kultur eine Persönlichkeit wünscht, die die Kultur zu ihrer Sache macht und offensiv für sie eintritt. Dies ist besonders für den neuen Oberbürgermeister eine Chance, sich hier in besonderer Weise zu profilieren", so der Vorsitzende des Kölner Kulturrats, Dr. Peter Bach.

Aber nicht nur die Aussichten auf sinkende Zuschüsse der Stadt und eine Einschränkung trübt die Stimmung. So haben die Kulturbetriebe selbst weniger eingenommen als im Frühjahr erwartet. 73 Prozent erwarten folglich eine Verschlechterung im eigenen Bereich, vier von fünf Befragten glauben sogar, dass es Einschnitte im bereits beschlossenen Kulturentwicklungsplan geben werde. Auch die Umfrage des Bonner Marktforschers Omniquest zeigte einen ähnlichen Trend. Deren Untersuchung soll zukünftig in die zwei Mal pro Jahre durchgeführten Befragungen zum Kölner Kulturindex einbezogen werden, werden hier doch eine repräsentative Auswahl der Kölner Bevölkerung befragt. Die Bonner Marktforscher fanden heraus, dass rund 40 Prozent eine Stabilisierung des Kulturetats fordert, fast die Hälfte (48,5 Prozent) wünscht sich sogar einen Ausbau der Kulturangebote in der Stadt. Bei der Frage nach der Selbsteinschätzung erklärten immerhin knapp 40 Prozent, dass die kulturellen Angebote der eigenen Stadt den Vergleich mit anderen Kulturmetropolen nicht fürchten müsse. 15 Prozent allerdings sehen Köln noch immer im Hintertreffen. Erfreulich ist die Tatsache, dass eine überwiegende Mehrheit der Befragten das Kulturangebot Kölns über alle Sparten hinweg nutzt. Bei der Frage, welches Kulturereignis sich in den letzten 12 Monaten besonders positiv auf das Image der Stadt ausgewirkt habe, wurde das Literatur-Festival lit.cologne an erster Stelle vor den Musik-Angeboten, den Museen und dem Schauspiel genannt. "Auffällig bei der Herbstumfrage ist die Tatsache, dass es zwischen den Kulturexperten und der befragten Bevölkerung keine grundsätzlichen Unterschiede in der Bewertung einzelner Sachverhalte gibt. Der Wunsch, das Kulturangebot der Stadt Köln insgesamt weiter zu profilieren, steht bei allen Befragten im Vordergrund", kommentierte Bach das Ergebnis der Umfrage.

Der Kölner Kulturrat ist ein Zusammenschluss von fast allen Vereinen und Förderinstitutionen des Kulturbereiches. Weitere Informationen zu den Protagonisten und der Befragung finden Sie auch im Internet unter: www.koelnerkulturrat.de oder www.koelner-kulturindex.de.







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