Wetter

Boersen News



Ticket Auktion auf www.fanSALE.de


Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter

Follow us

23. 07. 2014
Seite drucken

Kölner Appell für mehr kulturelle Vielfalt


09.04.2008 22:00 von:


Ziel der Jubiläumssitzung war eine gemeinsame Erklärung, in der die Mitglieder Kommunen, Land und Kulturschaffende zu mehr Öffnung für Zugewanderte aufforderten. „Bei der Gründung des Ausschusses und seiner ersten Sitzung in Köln war die Gesellschaft homogen. Heute stellen wir fest, dass sie zunehmend heterogen wird“, stellte der Vorsitzende des Ausschusses Jörg Stüdemann gleich zu Beginn die Ausgangslage klar. Als Beigeordneter der Stadt Dortmund weiß Stüdemann, dass der Anteil von Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte immer größer wird. Nicht selten sind in den Metropolen mehr als die Hälfte aller Jugendlichen Kinder aus Migrantenfamilien, mit steigender Tendenz, wie Stüdemann weiter ausführte. „Wir brauchen einen anderen kulturellen Beipackzettel“, so seine Aufforderung zum Querdenken. So richtet sich der „Kölner Appell“ nicht nur an staatliche Organe wie Land und Kommunen. Auch die Kulturbetriebe selbst müssen sich öffnen. „Hier gibt es viele Ärzte, Unternehmer und Privatleute, die zum Beispiel für Förder- oder Trägervereine von Museen adressierbar sind“, regte Stüdemann an. Dabei mussten die Protagonisten einräumen, dass sie kaum etwas über die verschiedenen Kulturen in den Migrantenmilieus wissen. Zwar gibt es viele Inselprojekte, die den Verantwortlichen auch bekannt sind, aber vor allem auf Landesebene fehlt eine Zusammenführung dieses Wissens.

„Wir erhoffen uns durch den Aufruf auch einen Schneeballeffekt“, ergänzte Städtetagsdezernent Klaus Hebborn mit Blick auf vergleichbare Impulse aus den Vorjahren. „Wir waren als Gremium immer auch in einer Vordenkerrolle“, pflichtet ihm Stüdemann bei. Und auch Quander musste einräumen, dass gerade in Köln mit seiner heterogenen Gesellschaft eine systematische Untersuchung fehlt. Zwar gebe es mit dem Institut für Museumsforschung in Berlin inzwischen eine Forschungsstelle, und in Köln sei das Thema von „herausragender Bedeutung“. Doch im Jahr des interkulturellen Dialogs auf EU-Ebene sowie begleitet durch verschiedene Rahmenprogramme von Bund und Land muss dieses Thema auch bei den Kulturverantwortlichen und ihren bürgerschaftlichen Unterstützern ankommen. „Dabei geht es nicht alleine um neue Publikumsschichten für Museen“, erklärte Quander. Dabei soll auch das neue Rautenstrauch-Joest-Museum eine wichtige Rolle spielen. Das wird im kommenden Jahr im derzeit noch im Bau befindlichen Kulturzentrum am Neumarkt eine neue Heimat finden und, so will es der Kölner Kulturdezernent, zu einem Ort des kulturellen Dialogs ausgebaut werden.

Passend zum Thema der Arbeitssitzung, die ausnahmsweise im Hansasaal des Historischen Rathauses stattfand, sollte den rund 30 Teilnehmern des Ausschusses nach den Beratungen statt des sonst üblichen hochkulturellen klassischen Konzerts (Wiener Philharmoniker) ein alternatives Programm in der Kölner Oper geboten werden. Dazu gehörten unter anderem auch das Ensemble „Planet Kultur“, die seit 2003 für musisch begabte Jugendliche mit Zuwanderungshintergrund Projekte im künstlerischen Bereich anbieten. „Hier werden zehn Nationen auf hohem Niveau abgebildet“, warb Quander abschließend. Am Abendprogramm nahm auch der nordrhein-westfälische Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Große-Brockhoff teil.







Artikel Service