23. 05. 2013
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Kölner Appell für mehr kulturelle Vielfalt
Ziel der Jubiläumssitzung war eine gemeinsame Erklärung, in der die
Mitglieder Kommunen, Land und Kulturschaffende zu mehr Öffnung für
Zugewanderte aufforderten.
„Bei der Gründung des Ausschusses und seiner ersten Sitzung in Köln war
die Gesellschaft homogen. Heute stellen wir fest, dass sie zunehmend
heterogen wird“, stellte der Vorsitzende des Ausschusses Jörg Stüdemann
gleich zu Beginn die Ausgangslage klar. Als Beigeordneter der Stadt
Dortmund weiß Stüdemann, dass der Anteil von Menschen mit einer
Zuwanderungsgeschichte immer größer wird. Nicht selten sind in den
Metropolen mehr als die Hälfte aller Jugendlichen Kinder aus
Migrantenfamilien, mit steigender Tendenz, wie Stüdemann weiter
ausführte. „Wir brauchen einen anderen kulturellen Beipackzettel“, so
seine Aufforderung zum Querdenken. So richtet sich der „Kölner Appell“
nicht nur an staatliche Organe wie Land und Kommunen. Auch die
Kulturbetriebe selbst müssen sich öffnen. „Hier gibt es viele Ärzte,
Unternehmer und Privatleute, die zum Beispiel für Förder- oder
Trägervereine von Museen adressierbar sind“, regte Stüdemann an. Dabei
mussten die Protagonisten einräumen, dass sie kaum etwas über die
verschiedenen Kulturen in den Migrantenmilieus wissen. Zwar gibt es
viele Inselprojekte, die den Verantwortlichen auch bekannt sind, aber
vor allem auf Landesebene fehlt eine Zusammenführung dieses Wissens.
„Wir erhoffen uns durch den Aufruf auch einen Schneeballeffekt“,
ergänzte Städtetagsdezernent Klaus Hebborn mit Blick auf vergleichbare
Impulse aus den Vorjahren. „Wir waren als Gremium immer auch in einer
Vordenkerrolle“, pflichtet ihm Stüdemann bei. Und auch Quander musste
einräumen, dass gerade in Köln mit seiner heterogenen Gesellschaft eine
systematische Untersuchung fehlt. Zwar gebe es mit dem Institut für
Museumsforschung in Berlin inzwischen eine Forschungsstelle, und in
Köln sei das Thema von „herausragender Bedeutung“. Doch im Jahr des
interkulturellen Dialogs auf EU-Ebene sowie begleitet durch
verschiedene Rahmenprogramme von Bund und Land muss dieses Thema auch
bei den Kulturverantwortlichen und ihren bürgerschaftlichen
Unterstützern ankommen. „Dabei geht es nicht alleine um neue
Publikumsschichten für Museen“, erklärte Quander. Dabei soll auch das
neue Rautenstrauch-Joest-Museum eine wichtige Rolle spielen. Das wird
im kommenden Jahr im derzeit noch im Bau befindlichen Kulturzentrum am
Neumarkt eine neue Heimat finden und, so will es der Kölner
Kulturdezernent, zu einem Ort des kulturellen Dialogs ausgebaut werden.
Passend zum Thema der Arbeitssitzung, die ausnahmsweise im Hansasaal
des Historischen Rathauses stattfand, sollte den rund 30 Teilnehmern
des Ausschusses nach den Beratungen statt des sonst üblichen
hochkulturellen klassischen Konzerts (Wiener Philharmoniker) ein
alternatives Programm in der Kölner Oper geboten werden. Dazu gehörten
unter anderem auch das Ensemble „Planet Kultur“, die seit 2003 für
musisch begabte Jugendliche mit Zuwanderungshintergrund Projekte im
künstlerischen Bereich anbieten. „Hier werden zehn Nationen auf hohem
Niveau abgebildet“, warb Quander abschließend. Am Abendprogramm nahm
auch der nordrhein-westfälische Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich
Große-Brockhoff teil.






















