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24. 11. 2014
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Kulturindex zeigt verhaltene Stimmung der Kölner Künstler


08.07.2009 01:44 von:

Schlagwörter: Köln,Kölner,Kulturindex,Index,Stimmungsbarometer,Kulturmetropole,Köln

In der Wirtschaft gehören Klimaindices wie der des ifo-Instituts längst zum Standard-Repertoire der regelmäßigen Beurteilung von Stimmungen unter den maßgeblich Beteiligten. Bislang fehlte ein verlässliches Stimmungsbarometer für die Kulturschaffenden dieser Stadt. Mit dem ersten Kölner Kulturindex soll diese Lücke fortan geschlossen werden. In der Erstausgabe ergab die Befragung von insgesamt rund 340 Künstlerinnen und Künstlern eine eher verhaltene Stimmung. Dafür kristallisierte sich schnell eine klare Erwartungshaltung an die Kölner Politik heraus. Die Künstlerinnen und Künstler erwarten nicht weniger als ein stärkeres Engagement der Kölner Politik, so die klare Aussage der ersten Befragung.

Es gab allerdings auch positive Zeichen. So räumten die Befragten mehrheitlich ein, dass sich bereits Einiges in der "Kulturmetropole Köln" getan hat, von einer "positiven Weiterentwicklung" ist dort die Rede. Als weiteres positives Zeichen wird der in der vergangenen Woche vom Stadtrat verabschiedete Kulturentwicklungsplan gewertet. Er legt in einer Art Selbstverpflichtung die kulturpolitischen Ziele der kommenden zehn bis 15 Jahre fest und bietet darüber hinaus eine umfassende Bestandsaufnahme des kulturellen Lebens in der Millionenstadt am Rhein. Die zügige Umsetzung der dort formulierten Maßnahmen dürfte jedoch auch nach Einschätzung der Künstlergemeinde einige Zeit auf sich warten lassen. So steht unter anderem die Restaurierung der Bestände des Historischen Archivs sowie der geplante Neubau eines Archivgebäudes in der vom Stadtrat formulierten Schwerpunktsetzung ganz oben auf der Agenda.

Die Befragung zum Kölner Kulturindex ist das Ergebnis einer Initiative des Kölner Kulturrats, dem Zusammenschluss nahezu aller Vereine und Förderinstitutionen des Kölner Kulturbereichs. Er stellt ein einzigartiges Instrument zur Messung der aktuellen Situation und Stimmungslage unter den Kulturfachleuten Kölns dar. Zukünftig soll die Befragung halbjährlich durchgeführt werden, kündigten die Initiatoren an. Der Index soll dabei wichtige Beiträge zum Diskurs zwischen Bürgerschaft, Künstlern, Kulturverwaltung und Politik liefern, erläuterte Dr. Peter Bach, Vorsitzender des Kölner Kulturrates. Zu den wichtigsten Erkenntnissen der ersten Befragung, die vom Forschungsinstitut für Soziologie der Universität Köln durchgeführt wurde, gehört die große Bedeutung, die Art Cologne und Lit.Cologne neben den etablierten Institutionen wie Oper, Schauspiel und Museen einnehmen. Sie wurden am häufigsten als die Ereignisse genannt, die wesentlich zu einem positiven Image der Kölner Kultur beitragen. In der Befragung spiegelt sich ebenfalls wider, welchen Schock für das gesamte Kulturleben der Einsturz des historischen Archivs ausgelöst hat, dessen Wiederaufbau zu den wichtigsten Zukunftsthemen der Kölner Kultur gehört. Als die Personen, die in den vergangenen sechs Monaten einen wichtigen Beitrag zum Kulturleben der Stadt geleistet haben, wurden die Intendantin des Schauspiels, Karin Beier, Generalmusikdirektor Markus Stenz und der neue Chef der Art Cologne, Daniel Hug, identifiziert.

Eine klare Erwartung äußerten die Künstlerinnen und Künstlern vom zukünftigen Chef der Stadtverwaltung und seinem Kulturdezernenten Prof. Georg Quander. "Die Ergebnisse sind eindeutig: Politik und Verwaltung sind aufgefordert, vorhandene Planungen viel konsequenter umzusetzen und eine (noch) aktivere Präsenz für die Entwicklung des Kulturstandorts zu zeigen. Dies gilt in besonderem Maße für den Kulturentwicklungsplan", so Bach weiter. Die Umfrage ergab, dass drei Viertel der Befragten positive Auswirkungen auf die Kölner Kultur erwarten. "Bei einem solch klaren Votum fordern wir die Kulturpolitiker unserer Stadt auf, dies in der nächsten Legislaturperiode entsprechend zu würdigen", so der Vorsitzende des Kölner Kulturrats weiter. Erste Antworten darauf erwarten die Initiatoren bereits bei der nächsten Ausgabe des Kölner Indices. Der soll im November dieses Jahres erscheinen, hieß es dazu abschließend.

Bei der ersten Stimmungsbefragung nahmen von den 340 befragten Künstlerinnen und Künstler fast drei Viertel teil. Nach Angaben der Verantwortlichen zeigt dies die Bedeutung, die die Kulturschaffenden der Stadt der Rolle der Politik und der Aktualität des Themas zuordnen. Weitere Informationen unter www.koelner-kulturindex.de und www.koelner-kulturrat.de.







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