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24. 07. 2014
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Alpträume als Wand- und Raumschmuck


28.10.2010 18:30 von:

Schlagwörter: Köln,Art.Fair 21,Kunstmesse,Galerien,Gegenwartskunst,2010,Staatenhaus,Eröffnung

" (is) Bereits zum achten Mal wird Köln in diesem Jahr zum Zentrum internationaler Kunst des 21. Jahrhunderts. Vom 28. Oktober bis 1. November begegnen sich Sammler, Kuratoren, Künstler und Kunstliebhaber auf der Art.Fair 21. Waren es im vergangenen Jahr noch die Hallen der EXPO XXI, ist es in diesem Jahr das Staatenhaus im Rheinpark, das an fünf Tagen zu einer riesigen Kunsthalle wird. Ãœber 70 internationale Galerien präsentieren sich in großen Kojen und One-Artist-Shows mit brandneuen Werken junger und namhafter Künstler. Das vielfältige Spektrum aus Malerei, Zeichnung, Skulptur, Fotografie und Installation kommt aus den Kunststädten der Welt. Gleichzeitig findet erstmals im Rahmen der Art.Fair 21 die neu entwickelte BLOOM-Messe unter Leitung von Yasha Young statt. Sie bietet künstlerischen Newcomern und jungen Agenturen eine Ausstellungsmöglichkeit. Die Veranstalter hoffen auf einen Besucherstrom von 30.000, die Schaulust und Kaufvergnügen mitbringen.

Während die einen es genießen, sich die Vielfalt aktueller Kunst anzusehen, drängt sich bei anderen die beängstigende Frage auf, ob die Kunstszene generell für das aktuelle Weltbild steht. Denn "was Künstler gegenwärtig beschäftigt", wie es der Direktor der Art.Fair 21, Walter Gehlen bei der Pressekonferenz formulierte, sind in weiten Teilen zu Farbe und Form gewordene Alpträume. Diese Tendenz war bereits im vergangenen Jahr zu erkennen. So möchte der New Yorker Fotograf und Künstler Fred George (Alp Gallery) mit einem fünf Meter hohen Kreuz aus AK47-Maschinenpistolen und überdimensionierten Bildern von einem mit Bomben gespickten Jesus am Kreuz auf die Selbstmord-Attentäter aufmerksam machen. Den Klimawandel und die Konflikte um die Ressourcen unserer Erde hat seine aus Ölfässern und Solarzellen bestehende sechs Meter hohe und 15 Tonnen schwere Skulptur auf dem Platz vor dem Staatenhaus zum Thema.

Lowbrow, Pop-Surrealismus und Fantastischer Realismus sind die Namen der Kunstrichtungen, die oftmals mit grausamen Darstellungen einher kommen. Die Fotoarbeiten von Jens Hausmann zeigen moderne Häuser und Bewohner kurz vor der Katastrophe. Koreanische Künstler präsentieren die Obskuritäten der Welt und kleiden diese in metaphorisch zu lesende Tier- und Menschenfiguren. Auch die im Rahmen des Kunst- und Kreativpreises BLOOM Award by Warsteiner von einer fünfköpfigen Jury aus 615 Einreichungen ausgewählten zehn Finalistenwerke tendieren in diese Richtung. Während das goldene Mondkalb von Stefan Fromberger der Plastik-Pop-Puppenwelt entstammt und recht harmlos daher kommt, kann man Ãœbelkeitsgefühle bei der Betrachtung des Projektes von Jan Glisman, Steffen Kraska und David Rival nicht ganz verhindern. Verunstaltete menschliche Körperteile sollen den Geist menschlichen Seins auf das Gefühl reduzieren.

Die nackten Körper vollschlanker Frauen präsentiert der Fotograf Leonard Nimoy, der als Mr. Spock aus der Kultserie "Raumschiff Enterprise" bekannt wurde. Die Installationskünstlerin Paricia Strickland hingegen nimmt das Thema "Organspende" ins Visier und lässt einen Wasserstrahl als Frequenzlinie in eine vernickelte Aluplatte schneiden. Neben den jungen Künstlern mit ihren schockierenden Kunstwerken, finden sich aber auch Arbeiten von etablierten wie Imi Knoebel, Sigmar Polke, Georg Baselitz, Roy Lichtenstein und Gerhard Richter. Walter Gehlen bringt die Gegensätze kurzerhand auf den Punkt: "Durch die nun noch entschiedenere Gegenüberstellung des Experimentellen und des Bewährten, des 21. und des 20. Jahrhunderts eröffnet die Art.Fair ihren Besuchern die Möglichkeit, sich selbst auf eine Seh-Reise zu begeben, selbst Entdeckungen zu machen, Vergleiche zu ziehen, Unterscheidungen zu treffen und so eigene Maßstäbe zu gewinnen für Qualitätsurteile und Kaufentscheidungen."

Weitere Informationen rund um die Kunstmesse finden sie auch im Internet unter: www.artfair21.de.







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