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31. 07. 2014
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Bestandsaufnahme der freien Theater


24.03.2011 07:40 von:

Schlagwörter: Köln,Impulse,Theaterfestival,Freie Szene,Marathon,Hartz,Quander,Scheich,Punk,Gre

(ehu) Ãœber 300 Mal gingen die "Scouts" ins Theater, sahen sich die Produktionen der freien Szene im deutschsprachigen Raum. Eine Jury filterte daraus neun Stücke. Im Sommer vom 29.6. bis 10.7. kommen die beim Festival "Impulse" auf die Bühne. In Köln, Mülheim/Ruhr, Bochum und Düsseldorf. Dazu wurden noch sechs "Special Guests" eingeladen. Zusammen ergibt das über 50 Aufführungen an 25 Spielstätten.

"Eine wichtige Bestandsaufnahme des Schaffens der freien Theatermacher", nennt Kölns Kulturdezernent Georg Quander das Treffen. Immer wieder wird hier vorweggenommen, was später auch von städtischen Bühnen übernommen wird. Ob dazu allerdings auch der Verzicht auf den "omnipotenten Regisseur" zählt, an dessen Stelle das Kollektiv tritt, ist eher fraglich.

Verschiedene Nationalitäten vertreten

Als weiteren Trend listet Matthias von Hartz, einer der beiden Künstlerischen Festival-Leiter, die "Grenzüberschreitungen zu Musik oder Performance" auf. Weiter die intensive, halbdokumentarische Auseinandersetzung mit aktuellen Problemen. Schließlich die Internationalisierung der Gruppen. Dies betrifft nicht nur die Herkunft ihrer Mitglieder, sondern auch die Flexibilität hinsichtlich der Produktionsorte.

Im 20. Jahr und in der 16. Auflage – das Festival hat vom Jahres- zum Zwei-Jahresrhythmus gewechselt – findet "Impulse" erstmals im Sommer statt. Damit entgeht man nicht nur der parallel stattfindenden Spätherbst-Konkurrenz, das lustige Theatervölkchen erhofft sich auch lange laue Sommernächte zum Feiern. Sicher auch eine weitere Steigerung der zuletzt im Schnitt 8.600 Besucher. Schließlich passt dieser Termin auch besser in die Planungen der gastgebenden Spielstätten. In Köln sind dies traditionell die Studiobühne und die Halle Kalk des Schauspiels. Erstmals dabei ist in diesem Jahr Gebäude 9.

Wenn ein Scheich im Ruhrgebiet als Retter aus der Not ein Hotel verspricht

Geboten wird ein breites Spektrum bis hin zum österreichischen Volkstheater der "Rabtaldirndln" aus der Oststeiermark. Vor der Folie des King Lear beschäftigt sich die Gruppe "She she pop und ihre Väter" in ihre Stück "Testament" mit der Problematik des Erbens. Nicht nur im Ruhrgebiet ist die Hoffnung groß, dass reiche Investoren Arbeitsplätze bringen, Enttäuschungen bleiben nicht aus: In "Tagfish" verhandelt ein Scheich über den Bau eines Hotels auf der Zeche Zollverein, die Truppe "Berlin" spielt dabei mit der realen deutschen Politwelt.

Ob man nach den Schilderungen von Tom Stromberg, der zweite künstlerische Leiter, noch "Trans-Europa-Bollywood" besuchen will, ist fraglich: ein extremes Mitmach-Stück, in dem "God‘s Entertainment" die Zuschauer nach Indien entführt, wobei die einen für die anderen Theater spielen müssen. Ein Beispiel für "Grenzüberschreitungen" sind die Hamburger von "HGich.T", die es sogar zum Hit bei YouTube gebracht haben. Bei "Impulse" zeigen sie "endzeit 2", eine Mischung aus Punkkonzert und theatraler Performance bis zur totalen Erschöpfung.

Mit 65.000 Euro dabei: Die Hälfte der Festival-Besucher kommt aus Köln

Auch in diesem Jahr gehören die "Impulse Marathons" zum Programm, dabei werden per Bus an einem Abend bis zu fünf Stücke in verschiedenen Städten besucht. Neu in diesem Jahr ist ein App. Rund 810.000 Euro kostet das Festival, vor allem getragen von den Kulturstiftungen des Landes NRW und des Bundes. Von den gastgebenden Städten kommen jeweils 45.000 Euro, von Köln 65.000. "Immerhin kommt die Hälfte der Besucher aus Köln", so Dezernent Quander.







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