25. 05. 2012
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Das Bild des Menschen in unserer Zeit
(js) Seit 1970 ist das Fotografenpaar Gabriele und Helmut Nothhelfer in Berlin auf "Menschenjagd". Ihr Revier sind Volksfeste, politische Freiluft-Veranstaltungen, Sportereignisse, Tage der offenen Tür. Aus dem Handgelenk schießen sie ihre Aufnahmen, meist unbemerkt von den so Porträtierten. In über 35 Jahren gelang ihnen damit eine eindringliche "Typen"-Sammlung von Menschen, vergleichbar August Sanders Hauptwerk "Menschen des 20. Jahrhunderts". 128 dieser schwarz-weißen Zeitdokumente – fast das gesamte freigegebene Oeuvre! – sind jetzt in der Photographischen Sammlung der SK Kultur im Mediapark zu sehen.
Um Individualität und Massengesellschaft geht es auch dem Niederländer Hans Eijkelboom, den die Kulturstiftung der Stadtsparkasse parallel zur Nothhelfer-Ausstellung zeigt. Er fotografierte in Paris, New York und Shanghai gleichartige Serien: Männer in gestreiften T-Shirts, Männer und Frauen in Tarn-Mustern, Anzug- und Aktentaschenträger, Frauen mit Plastiktüten, verliebte Pärchen, Bettler und Obdachlose. Auf den ersten Blick gibt es oft keinen Unterschied zwischen den Beobachtungen aus den drei Städten – das Modeangebot ist eben globalisiert. Unterschiede ergeben sich eher durch äußere Umstände und den auswählenden Blick , wenn Eijkelboom etwa in New York Fahrradkuriere mit Schutzhelm fotografiert, in Shanghai Rollerfahrer ohne Helm und in Paris elegante Herren in Luxusrollern. Doch sind wartende Männer in Paris wirklich alle lesehungrig und die in New York auf Fastfood versessen? Tragen in Shanghai wirklich alle Frauen die Handtasche eines französischen Designers, die in Paris ein lächerliches Asseccoire für junge Männer ist? Und welche Polizisten oder Securitys sind vertrauenswürdiger: die martialisch Uniformierten in New York oder die schmucken Polizisten in Paris? Eijkelboom ethnografische Puzzle ist bei gleichem Thema ein bunter Gegenpol zu den Nothhelfers.
"Gabriele und Helmut Nothhelfer: Momente und Jahre", "Hans Eijkelboom: Paris – New York – Shanghai": jeweils bis 8.11., SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, 50670 Köln, (1.OG), Tel. 0221 / 226-59 00, Do-Di 14-198 Uhr, Mi geschlossen, Eintritt: 4,50/2 Euro, montags freier Eintritt

























