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21. 10. 2014
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Entdeckungen bei der 10. Museumsnacht


08.11.2009 11:33 von:

Schlagwörter: Köln,Museumsnacht,Industriebahn-Museum,Stunksitzung,Central,Krankenversicherung,

(js) 45 Ausstellungsorte mit ihren Dauer- und Sonderausstellungen, dazu 106 Konzerte, Führungen, Theater, Vorträge, Filme oder Performances: Die 10. "Lange Nacht der Kölner Museen" bot am Samstag ein buntes Rekordprogramm. Alles zu sehen – ein Ding der Unmöglichkeit. Also die Auswahl: in diesem Jahr unbedingt das Rheinische Industriebahn-Museum und die Central Krankenversicherung. Danach – schau‘n wir mal.

Das Rheinische Industriebahn-Museum ist ein regelmäßiger Teilnehmer an der Museumsnacht, liegt aber etwas außerhalb und fiel deshalb bislang "hinten runter". Die Fahrt mit einem alten Schienenbus lockt. Das 50 Jahre alte Gefährt tuckert mit Tempo 50 vom Hauptbahnhof nach Longerich, 12 Minuten dauert die Fahrt, Nostalgie pur. Am Ziel warten ein gemütlicher Mitropa-Speisewagen mit zivilen Preisen, alte Lokomotiven und Waggons, von einem Verein liebevoll aufgepäppelt. Das richtige für Technikfans. 700 waren es insgesamt, die den Weg hierher gefunden haben. Doch dann lockt doch das Angebot in der Innenstadt, und so oft pendelt der Schienenbus auch nicht. Also ganz schnell zurück auf Start. Aber der Entschluss steht: Hier gibt‘s im Sommer einen ausführlichen Besuch. Damit hätte die Museumsnacht schon ein Ziel erreicht: Appetit machen auf mehr.

Nächstes Ziel: die Central Krankenversicherung (CVK) am Hansaring. Zum erstenmal nimmt damit eine private Institution an der Museumsnacht teil, zeigt erstmals ihre Kunstsammlung der Öffentlichkeit. Und diese Sammlung genügt den höchsten Ansprüchen. 400 Arbeiten, vor allem Fotos, hat das Unternehmen seit 1991 angekauft, auch einen Kunstpreis ausgeschrieben. Die Werke hängen in den Fluren und Büros, die an diesem Abend allerdings versiegelt sind – Datenschutz. Die Besucher werden in Gruppen eingelassen und sachkundig durch die "öffentlichen" Teile des auch architektonisch interessanten Gebäudes geführt. 30 Minuten dauert das, zu sehen sind u.a. Joseph Beuys, IMI Knöbel, Stephan Balkenhol und Andreas Gursky. Für die CVK eine Art gelungener Testlauf, sie will ihre Sammlung künftig "transparenter" machen. Extra für diesen Abend hat man 1.500 Kataloge drucken lassen, wer will, darf sie mitnehmen – gratis. Das wird reichlich genutzt.

Danach eine Pause in einem warmen Brauhaus, nicht am Bierstand vor einem der Museen. Die Kälte schreckt. Im Stadtmuseum ist gerade die Vorstellung des Buches "Karneval instandbesetzt? – 25 Jahre Stunksitzung" zu Ende gegangen. Das Stunksitzungs-Team war da, Köbes Underground – und gut 500 Zuhörer. Jetzt erfüllen die tiefen Klänge von vier Bass-Saxofonen die Räume: "Deep Schrott" interpretieren Fleetwood Mac und King Crimson und spielen Eigenes. Noch eine Entdeckung. Im Museum für Angewandte Kunst hat sich eine andere Szene versammelt: Kölns junge, schrill-schräge Mode- und Designerszene steht hier Schlange für Modenschau und DJ-Musik. Keine Schlange vor dem Römisch-Germanischen Museum, dafür drinnen vor der Garderobe. Hier dürfen keine Taschen mit in die Ausstellung genommen werden, also heißt es, sich anstellen und warten. Der einzige Misston an diesem Abend, die Garderobe ist unterbesetzt. Das verärgert, auch wenn die Angestellten freundlich bleiben. Eine Etage höher wartet dann das Kontrastprogramm zum Stadtmuseum: Das Buccina-Ensemble aus Bonn spielt auf alten römischen Blasinstrumenten. Vor den Augen werden Bilder aus Sandalenfilmen wach...

Inzwischen ist es Mitternacht, zum Schluss noch ein Absacker bei der Aftershow-Party im Museum Ludwig. Und die nächste Lange Museumsnacht kommt bestimmt. Spätestens in einem Jahr.







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