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20. 10. 2014
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Gegen alle Regeln: Junger Josef hält das Jesuskind


22.11.2010 14:49 von:

Schlagwörter: Köln,Krippenweg,Krippe,Maria,Josef,Jesus,Heilige Könige,Pittermännchen,LVR,2010

(js) Zum 15. Geburtstag meldet der "Kölner Krippenweg" einen neuen Rekord: An 110 Orten – so vielen wie nie – werden in diesem Jahr Krippen aus aller Welt und in allen Varianten gezeigt. Schon längst hat sich diese Veranstaltungen zu einem touristischen Anziehungspunkt entwickelt. Wer eine Führung mitmachen will, sollte sich möglichst schnell anmelden, so Caroline Maria Weber vom Eventbüro "Rheinstil" und den "Krippenfreunden Region Köln", am gestrigen Montag, als der Krippenweg zeitgleich mit den Weihnachtsmärkten eröffnet wurde.

Ohne das ehrenamtliche Engagement der Krippenfreunde wäre dieses Projekt nicht denkbar. Nicht zu vergessen Sponsoren und die vielen Privatsammler und Museen mit ihren Leihgaben. Die Spannbreite der präsentierten Krippen ist groß. Das reicht von üppigen Barockkrippen und figurenreichen Holzschnitzereien bis zu den in Köln besonders beliebten "Milieukrippen", bei denen die Geschichte von Christi Geburt nicht im biblischen Bethlehem, sondern eben in Köln oder einer anderen Region spielt. Dazwischen auch manche Besonderheit. Etwa eine bronzierte Keramik, die – als ein Block – Jesus, Maria und Josef zeigt. Letztere passt dabei nicht in die klassische Ikonografie: Er ist jung und darf das Kind halten (Dom-Apotheke, Bahnhofsvorplatz).

Fast drei Meter groß sind die Holzfiguren in der Kreissparkasse. Die Krippe im Deutzer Horion-Haus des LVR wurde von Menschen mit geistiger Behinderung geschaffen. Ãœberaus phantasiereich auch die Pappmachee-Krippe der Förderschule Auguststraße. Im Café Scholl (Komödienstr. 17) mischen sich traditionelle Gipsfiguren mit solchen aus Zucker aus der Lehrlingswerkstatt des Hauses. Eine typische tschechische "Papierkrippe" zeigt KölnTourismus. Neben Geschäften, Institutionen und Banken nehmen viele Kölner Kirchen teil. Neben den Katholiken haben auch die evangelischen Christen in letzter Zeit die Weihnachtsgeschichte als Krippe entdeckt. In den Gotteshäusern dürfen die Heiligen Drei Könige im Ãœbrigen erst am 6. Januar an die Krippe treten, die bei Gaffel am Dom passend zum Ambiente ein halbes Pittermännchen ist. Im weltlichen Ausstellungsbereich komplettieren die Weisen aus dem Morgenland jetzt schon das Bild.

Zentrale Krippe ist die "Friedenskrippe" im Hauptbahnhof. Die Kulisse erinnert an das Jahr 1946, als die Stadt in Trümmern lag. Maria, Josef und das Jesuskind haben Schutz in einer Ruine gefunden. Neu ist die Figur eine Steine schleppenden Jungen und der historisch exakte Dachstuhl der von Bomben zerstörten Kirche Groß St. Martin. Den Bahnhofsbesuchern scheint diese Krippe zu gefallen. Schon jetzt haben sie Geldstücke hineingeworfen. Bislang kamen in jedem Jahr etwa 1000 Euro zusammen, sie wurden an das Friedensdorf in Oberhausen weitergeleitet.

"15. Kölner Krippenweg" – bis 6. Januar 2010, Informationen und Anmeldungen für die Führungen: Tel. 0221 / 98 51 00 90, Internet: www.koelner-krippenweg.de. Das Begleitheft gibt es unter anderem bei Kölntourismus, es gibt auch barrierefreie Krippenstationen.







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