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27. 11. 2014
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Jüdische Kulturtage in Köln


17.02.2011 16:00 von:

Schlagwörter: öln,Jüdische Kulturtage,2011,März,Festival,Kulturen,Weltreligionen,Synagogengeme

504 Veranstaltungen aus einem breiten Spektrum von Tanz, Theater, Musik und Begegnungsprojekten findet ab dem 20. März dieses Jahres in 52 Städten in Nordrhein-Westfalen statt. Die Organisatoren stellten am heutigen Donnerstag in Köln das Programm der rund vierwöchigen Veranstaltungsreihe vor .In Köln sind nach derzeitigem Stand der Dinge 66 Veranstaltungen geplant. Einige der Aufführungen werden zudem in mehreren Städten aufgeführt. Dabei hatten die Organisatoren nach der ersten Idee den sprichwörtlichen "Sprung ins kalte Wasser" gewagt. Ohne feste Zusagen von Sponsoren und mitten in der zurückliegenden Wirtschaftskrise begann die eigentliche Arbeit von Ruth Schulhof-Walter, die die Städtekoordination der Jüdischen Kulturtage 2011 übernahm sowie Michael Rubinstein, der als "Motor der Kulturtage" gilt. Abraham Lehrer vom Vorstand der Kölner Syngagogengemeinde und Kölns Kulturdezernent Prof. Georg Quander zeigten sich ebenfalls erfreut über das "reichhaltige und gelungene Programm". "Wir sind glücklich darüber, dass jüdische Kultur in NRW wieder sichtbar ist", erklärte Quander in Anspielung auf die derzeit laufenden Ausgrabungen vor dem Kölner Rathaus. "Für eine Jüdische Gemeinde ist das ein Stück weit Neuland", bemerkte Lehrer. 2011 finden somit die Kulturtage erstmals landesweit statt. 1998 begann die Veranstaltungsreihe mit deutlich weniger Einzelveranstaltungen und in nur vier Kommunen des Landes. Köln war wie auch die Landeshauptstadt Düsseldorf von Anfang an dabei.

Vielfältige Unterstützung der Stadt Köln

Bei der Unterstützung können sich die Organisatoren auf eine Vielzahl von Unterstützern verlassen. Insgesamt knapp 530.000 Euro kommen aus Zuschüssen der Kommunen. Größter Sponsor der diesjährigen Veranstaltungsreihe ist jedoch das Land Nordrhein-Westfalen, aus deren Etat 194.000 Euro an die Organisatoren flossen. Die Landeshauptstadt Düsseldorf selbst wird die Kulturtage mit 165.000 Euro unterstützen, von den drei Landesverbänden der Gemeinden kommen weitere 140.000 Euro. Der Rest wird über die Zuwendungen privater Geldgeber erbracht, teilten die Organisatoren heute mit. "Wir mussten in diesem Jahr über unseren Schatten springen, um die Jüdischen Kulturtage zu ermöglichen. Wenn wir den Menschen damit eine Freude machen, haben wir unser Ziel erreicht", so Rubinstein.

Die Stadt Köln unterstützt das Festival jüdischer und anderer Kultur ebenfalls mit finanziellen Zuwendungen. Da aber verschiedene Dienststellen mit der Unterstützung befasst sind, könne man den exakten finanziellen Beitrag nicht beziffern. Allerdings haben auch stadtnahe Einrichtungen wie beispielsweise die SK-Stiftung Kultur oder die RheinEnergieStiftung Kultur ebenfalls Zuwendungen beschlossen. Darüber hinaus finden nicht wenige der eingeplanten Veranstaltungen in städtischen Einrichtungen statt. Auch da kam man den Organisatoren entgegen. Die bedanken sich für die Ãœberlassung ihrer Einrichtungen in der Weise dafür, dass die Tageseinnahmen den Einrichtungen selbst zufließen sollen. Und so manche Idee wurde schließlich auch von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kölner Kulturamtes eingebracht, wie beide Seiten betonten. Das Gesamtbudget liegt nach Angaben der Macher bei rund 1,2 Millionen Euro. Die Förderzusagen der Stadt dauerten unter anderem deshalb so lange, weil die Stadt Köln bis November vergangenen Jahres keinen genehmigten Haushalt aufwies und sich bis zu diesem Zeitpunkt in der so genannten vorläufigen Haushaltsführung befand, begründete Quander die Verzögerungen.

Drei Begegnungsprojekte

Neben zahlreichen Highlights wie zum Beispiel eine Lesung mit Katja Epstein legten die Organisatoren Wert auf drei so genannte Begegnungsprojekte. "Hier begegnen sich die Kulturen, was zum Abbau von Vorurteilen und damit zu weniger Gewalt beiträgt", erklärte Koordinatorin Schulhof-Walter. Gleich zwei Mal werden in Köln rund 40 Jugendliche ein altes jiddisches Musical, erstmals aufgeführt am New Yorker Broadway im Jahr 1968) wiederauferstehen lassen. Mit Unterstützung des Kölner Musikers Andreas Schmittkes fand dazu im altehrwürdigen Gebäude der Kölner Synagogengemeinde ein "Casting" statt. Im Vorfeld hatten die Organisatoren 130 Schulen in Köln und Umgebung zur Teilnahme aufgerufen. Am Ende wurden 40 junge Menschen im Alter zwischen elf und 20 Jahren eingeladen. Eine ganze Woche lang erarbeiteten sich die musisch und schauspielerisch begabten Nachwuchskünstler eine Neufassung des Musicals, in deutscher und jiddischer Sprache. Zehn der 14 Musiker im Orchester stammen ebenfalls aus den Schulen der Region. Weitere Begegnungsprojekte sind ein Tanzprojekt des Tanztheaters "Run" mit der Zielgruppe der Sechs- bis Zwölfjährigen (3. April im Freien Werkstatt-Theater) sowie ein eigens inszeniertes Stück ("One"), das am 12. April in der Orangerie am Kölner Volksgarten Premiere feiern wird. Hier werden bewusst Versatzstücke aus den drei Weltreligionen mit Kindern aus unterschiedlichen Kulturkreisen aufgeführt.

Nach Aussage der Verantwortlichen in der Synagogengemeinde sind die Jüdischen Kulturtage Ausdruck eines Heimatgefühls der in Köln lebenden Menschen jüdischen Glaubens. Gemeindevorstand Lehrer zitierte den ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten und Bundespräsidenten Johannes Rau mit den Worten: "Wer Häuser baut, will bleiben". Damit gemeint ist die Feststellung, dass die Mitglieder der jüdischen Gemeinde sich als festen Bestandteil der deutschen Gesellschaft betrachten. "Wer sich mit eigenem Geld für ein solches Kulturfest engagiert, fühlt sich hier zu Hause", so Lehrer abschließend.

Weitere Informationen zur vierten Ausgabe der Jüdischen Kulturtage, zum Programm und den verschiedenen Spielstätten finden sie auch im Internet unter: www.juedische-kulturtage-nrw.de.







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