21. 05. 2013
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Kulturpolitisches Symposium geht in die zweite Runde
Nach seiner erfolgreichen Premiere mit 130 Kulturinteressierten rechnen
die Organisatoren auch in diesem Jahr wieder mit regem Interesse.
Ähnlich wie im ersten Symposium, das 2006 stattfand, kommen zwischen
einem Dritte und der Hälfte aller Fachbesucher nicht aus der Domstadt.
„Wir wollen den Kulturstandort Köln stärken und stärker ins öffentliche
Bewusstsein rücken“, erläuterte Kulturdezernent Prof. Georg Quander die
Ziele der Veranstaltung. Dabei habe sich seit der ersten Veranstaltung
bereits eine Menge getan. So wurde mit dem Haushalt 2007 und dem
Doppelhaushalt 2008/2009 nicht nur der Kulturetat der Stadt Köln von
drei auf jetzt knapp über vier Prozent erhöht. Das entspricht einer
jährlichen Zunahme von jeweils sieben Millionen Euro, die vor allem dem
konsumptiven Bereich zugute kommen sollen. Als Erfolg wertete Dr. Peter
Bach, Sprecher des Kölner Kulturrats und damit einer der Initiatoren
dieser Veranstaltung, die Zusage des Kölner Oberbürgermeisters. Der
hatte sich nach dem ersten Symposium bereit erklärt, die finanzielle
Ausstattung der Kulturverwaltung wesentlich zu verbessern. Auch
inhaltlich sei man weiter gekommen, wie Bach am Beispiel des
Kunsthallenprojekts verdeutlichte.
„Das erste Symposium hat Klarheit gebracht und auch eine atmosphärische
Trendwende“, so Bach weiter. Die diesjährige Veranstaltung hat sich
insgesamt vier Themenschwerpunkte gesetzt, die mit jweweils drei
Vorträgen und einer Diskussionsrunde die Debatte vertiefen soll. Neben
den Punkten „Kultur und Wirtschaft“ und „Partizipation in der
Kulturpolitik“ werden auch die Themenkomplexe „Planung von Kultur“ und
„Kultur und Soziales“ behandelt. Gerade vor dem Hintergrund der
Abgrenzung von Kultur- und Sozialpolitik scheinen sich die Grenzen
aufzulösen. So wird gerade in der Jugendarbeit „kulturelle Bildung“
immer wichtiger. „Die Kultur rückt dabei von einem unerklärten
Randdasein wieder ins Zentrum der Gesellschaft“, meint Bach.
„Kulturpolitik hat sozialpolitische Implikationen. Er ist sozusagen der
Kitt, der das Aufbrechen sonstiger Gräben innerhalb der Gesellschaft
verhindern kann“, ergänzte Quander.
Kritik an der Zögerlichkeit der Politik
Was die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Kulturschaffenden und der
Politik angeht, äußerte Bach jedoch kritische Worte. „Der Dreiklang
funktioniert noch nicht richtig. Diesen Zustand haben wir noch nicht“,
so die deutliche Ansage des Kulturratssprechers. Dabei forderte Bach
nicht weniger als ein „Ziehen an einem Strang“, der außerhalb der
Wahlkampfzeit in den Gremien und Ausschüssen hätte besser funktionieren
können. Bei seiner Politikerschelte spielte Bach allen politischen
Formationen den Ball zu. Er vermisst hier eine klare Richtung, was
Kulturpolitik in einer Großstadt wie Köln leisten kann und leisten
soll. Die grundsätzlichen Fragen werden dabei auch im Rahmen der
Fachvorträge und anschließenden Diskussionsrunden thematisiert,
versprechen die Initiatoren.
Als Vortragende haben sich unter anderem der Bundes-Staatsminister für
Kultur und Medien, MdB Bernd Neuman, und Telekom-Vorstand Dr.
Karl-Gerhard Eick angekündigt. Letzterer will in seinem Fachvortrag das
Verhältnis von Kultur und Wirtschaft hinterfragen. Die Überschrift
lautet dabei „Wirtschaft braucht Kultur“. In einer Diskussionsrunde
wollen die beiden Beigeordneten für Kultur (Prof. Quander) und
Wirtschaft (Dr. Norbert Walter-Borjans) mögliche Ansatzpunkte für eine
Zusammenarbeit ihrer Ressorts verständigen.
Der im Frühjahr dieses Jahres erschienene erste Kölner
Kulturwirtschaftsbericht war in den Augen der Organisation ein
„wichtiger Mosaikstein“ und ein „Impuls“, dem nun mit dem zweiten
Symposium ein weiterer folgen soll, ließen Initiator Bach wissen. Und
nicht zuletzt dank der Verbesserungen im Bereich der Kulturpolitik
werde Köln im nächsten Kultur-Städteranking wohl ein deutlich besseres
Ergebnis erzielen als den 27. Platz. Quander rechnet mit einer
Platzierung um Rang 15, wie der Beigeordnete abschließend
prognostizierte. Finanzielle Unterstützung erhält die Veranstaltung
durch die RheinEnergie-Stiftung Kultur. Deren Geschäftsführerin Gesche
Germann bezeichnete das Symposium als ein weiteres „Leuchtturmprojekt“.
Derzeit ermöglichen vor allem Stiftungsmittel die Durchführung der
Veranstaltung. Mittelfristig wollen Bach und seine Mitstreiter die
Finanzierung allerdings auf eine breitere Basis stellen. So bemühe man
sich in Gesprächen auch um eine Unterstützung der Bundeskulturstiftung,
wie Bach abschließend erklärte.






















