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2. 08. 2014
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Kulturpolitisches Symposium geht in die zweite Runde


29.10.2008 23:00 von:


Nach seiner erfolgreichen Premiere mit 130 Kulturinteressierten rechnen die Organisatoren auch in diesem Jahr wieder mit regem Interesse. Ähnlich wie im ersten Symposium, das 2006 stattfand, kommen zwischen einem Dritte und der Hälfte aller Fachbesucher nicht aus der Domstadt. „Wir wollen den Kulturstandort Köln stärken und stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken“, erläuterte Kulturdezernent Prof. Georg Quander die Ziele der Veranstaltung. Dabei habe sich seit der ersten Veranstaltung bereits eine Menge getan. So wurde mit dem Haushalt 2007 und dem Doppelhaushalt 2008/2009 nicht nur der Kulturetat der Stadt Köln von drei auf jetzt knapp über vier Prozent erhöht. Das entspricht einer jährlichen Zunahme von jeweils sieben Millionen Euro, die vor allem dem konsumptiven Bereich zugute kommen sollen. Als Erfolg wertete Dr. Peter Bach, Sprecher des Kölner Kulturrats und damit einer der Initiatoren dieser Veranstaltung, die Zusage des Kölner Oberbürgermeisters. Der hatte sich nach dem ersten Symposium bereit erklärt, die finanzielle Ausstattung der Kulturverwaltung wesentlich zu verbessern. Auch inhaltlich sei man weiter gekommen, wie Bach am Beispiel des Kunsthallenprojekts verdeutlichte.

„Das erste Symposium hat Klarheit gebracht und auch eine atmosphärische Trendwende“, so Bach weiter. Die diesjährige Veranstaltung hat sich insgesamt vier Themenschwerpunkte gesetzt, die mit jweweils drei Vorträgen und einer Diskussionsrunde die Debatte vertiefen soll. Neben den Punkten „Kultur und Wirtschaft“ und „Partizipation in der Kulturpolitik“ werden auch die Themenkomplexe „Planung von Kultur“ und „Kultur und Soziales“ behandelt. Gerade vor dem Hintergrund der Abgrenzung von Kultur- und Sozialpolitik scheinen sich die Grenzen aufzulösen. So wird gerade in der Jugendarbeit „kulturelle Bildung“ immer wichtiger. „Die Kultur rückt dabei von einem unerklärten Randdasein wieder ins Zentrum der Gesellschaft“, meint Bach. „Kulturpolitik hat sozialpolitische Implikationen. Er ist sozusagen der Kitt, der das Aufbrechen sonstiger Gräben innerhalb der Gesellschaft verhindern kann“, ergänzte Quander.

Kritik an der Zögerlichkeit der Politik

Was die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Kulturschaffenden und der Politik angeht, äußerte Bach jedoch kritische Worte. „Der Dreiklang funktioniert noch nicht richtig. Diesen Zustand haben wir noch nicht“, so die deutliche Ansage des Kulturratssprechers. Dabei forderte Bach nicht weniger als ein „Ziehen an einem Strang“, der außerhalb der Wahlkampfzeit in den Gremien und Ausschüssen hätte besser funktionieren können. Bei seiner Politikerschelte spielte Bach allen politischen Formationen den Ball zu. Er vermisst hier eine klare Richtung, was Kulturpolitik in einer Großstadt wie Köln leisten kann und leisten soll. Die grundsätzlichen Fragen werden dabei auch im Rahmen der Fachvorträge und anschließenden Diskussionsrunden thematisiert, versprechen die Initiatoren.

Als Vortragende haben sich unter anderem der Bundes-Staatsminister für Kultur und Medien, MdB Bernd Neuman, und Telekom-Vorstand Dr. Karl-Gerhard Eick angekündigt. Letzterer will in seinem Fachvortrag das Verhältnis von Kultur und Wirtschaft hinterfragen. Die Überschrift lautet dabei „Wirtschaft braucht Kultur“. In einer Diskussionsrunde wollen die beiden Beigeordneten für Kultur (Prof. Quander) und Wirtschaft (Dr. Norbert Walter-Borjans) mögliche Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit ihrer Ressorts verständigen.

Der im Frühjahr dieses Jahres erschienene erste Kölner Kulturwirtschaftsbericht war in den Augen der Organisation ein „wichtiger Mosaikstein“ und ein „Impuls“, dem nun mit dem zweiten Symposium ein weiterer folgen soll, ließen Initiator Bach wissen. Und nicht zuletzt dank der Verbesserungen im Bereich der Kulturpolitik werde Köln im nächsten Kultur-Städteranking wohl ein deutlich besseres Ergebnis erzielen als den 27. Platz. Quander rechnet mit einer Platzierung um Rang 15, wie der Beigeordnete abschließend prognostizierte. Finanzielle Unterstützung erhält die Veranstaltung durch die RheinEnergie-Stiftung Kultur. Deren Geschäftsführerin Gesche Germann bezeichnete das Symposium als ein weiteres „Leuchtturmprojekt“. Derzeit ermöglichen vor allem Stiftungsmittel die Durchführung der Veranstaltung. Mittelfristig wollen Bach und seine Mitstreiter die Finanzierung allerdings auf eine breitere Basis stellen. So bemühe man sich in Gesprächen auch um eine Unterstützung der Bundeskulturstiftung, wie Bach abschließend erklärte.







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