20. 06. 2013
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Kulturverwaltung probt die Planung mit der Basis
Doch nicht etwa eine Ausstellung erregte die Neugier der deutlich über
100 Besucherinnen und Besucher. Vielmehr stand etwas auf dem Programm,
was es so in dieser Form noch nicht gab, eine unmittelbare Beteiligung
der Kunst- und Kulturszene an einem wichtigen neuen Projekt und das
bereits in der Planungsphase.
„Haus der Kulturen der Welt“ lautete die Überschrift eines Antrages,
der bereits im Juni dieses Jahres mit großer Mehrheit im Kölner
Stadtrat beschlossen wurde. Nun machte sich die Kulturverwaltung daran,
den ersten geforderten Schritt in die von der Politik geforderte
Beteiligungsphase zu unternehmen. Zusammen mit den Kunstschaffenden und
Kunstmultiplikatoren dieser Stadt – vor allem auch Künstlern der freien
Szene – soll das geplante „Haus der Kulturen“ mit Leben gefüllt werden.
Und dabei sollen vor allem die vielen Kunstschaffenden Kölns mit ins
Boot geholt werden.
Beteiligung in einem offenen Prozess – ein ehrgeiziges Vorhaben
Und so debattierten die Anwesenden über die selbst vorgeschlagenen
Ideen. Fast sechs Stunden dauerte der Riesen-Workshop, der nach dem so
genannten „Open Source“-Verfahren durchgeführt wurde. „Die Teilnehmer
setzen ihre Agenda selbst, es gibt keinerlei Vorgaben seitens der
Organisatoren. Zeit, Prioritäten und das Prozedere wird aus der Mitte
der Teilnehmer bestimmt“, erläuterte Moderatorin Tina Gladow im
anschließenden Pressegespräch die Vorgehensweise. „Anfangs war die
Stimmung eher kritisch, aber das hat sich im Laufe der Sitzung in eine
konstruktive Haltung gewandelt“, bestätigte der Leiter des Kölner
Kulturamtes Dr. Konrad Schmidt-Werthern. Positiv überrascht zeigten
sich die Kölner Kulturverantwortlichen von der Breite der
vorgeschlagenen Themen. Anfangs waren es zwischen 30 und 40, die
allerdings nach und nach auf fünf Themenkomplexe zusammengezogen
wurden. Neben der eigentlichen Organisation – Kritik kam unter anderem
auch am Namen des geplanten Projekts auf – standen auch so wichtige
Aspekte wie „interkulturelle Bildung“ oder „Vernetzung“ auf dem
Programm. Auch die Frage, ob das „Haus der Kulturen der Welt“
tatsächlich ein Sekretariat haben soll oder doch eher virtuell, wurde
ergiebig und kontrovers diskutiert. Vernetzung und die Frage nach der
richtigen Markenstrategie (Dachmarke, Label) war ein weiterer intensiv
diskutierter Themenbereich.
Der Ratsbeschluss selbst will ein „zusätzliches Angebot, dass die
vorhandenen Aktivitäten und Strukturen ergänzt“. Zwar wurde das Haus
der Kulturen erst im Frühsommer dieses Jahres beschlossen.
Oberbürgermeister Fritz Schramma hatte jedoch bereits knapp ein Jahr
zuvor die Idee unterstützt und dafür u.a. bei der Landesregierung
geworben. Im Ratsbeschluss war allerdings auch festgelegt, dass die
lokalen Künstler, Künstlergruppen und Initiative, damit auch ein nicht
unerheblicher Teil der so genannten „Freien Szene“, an der Erstellung
des Konzeptes beteiligt werden soll. Für die Organisatoren um
Projektleiter Dieter North vom Kulturamt wird es nun vor den
Weihnachtsferien noch eine Menge Arbeit geben. Weit über 100
Einzelvorschläge wurden auf farbigen Kärtchen an den Filzwände
befestigt. Das muss nun alles aufbereitet und dokumentiert werden. Im
Januar kommenden Jahres soll ein Expertengremium hinzugezogen werden,
ehe die Kulturverwaltung ein erstes Konzept erstellen wird. Spätestens
im Jahr 2010, so zitiert Kulturdezernent Prof. Georg Quander den Kölner
Oberbürgermeister, soll das „Haus der Kulturen der Welt“ in Köln
Realität werden. Dabei will der Kulturdezernent die neue Einrichtung
mit eigenem Kölner Profil augestattet sehen. Das Haus der Kulturen in
Berlin ist sicher eine interessante Partneradresse“, so Quander
abschließend.






















