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23. 04. 2014
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Kulturverwaltung probt die Planung mit der Basis


05.11.2008 23:00 von:


Doch nicht etwa eine Ausstellung erregte die Neugier der deutlich über 100 Besucherinnen und Besucher. Vielmehr stand etwas auf dem Programm, was es so in dieser Form noch nicht gab, eine unmittelbare Beteiligung der Kunst- und Kulturszene an einem wichtigen neuen Projekt und das bereits in der Planungsphase. „Haus der Kulturen der Welt“ lautete die Überschrift eines Antrages, der bereits im Juni dieses Jahres mit großer Mehrheit im Kölner Stadtrat beschlossen wurde. Nun machte sich die Kulturverwaltung daran, den ersten geforderten Schritt in die von der Politik geforderte Beteiligungsphase zu unternehmen. Zusammen mit den Kunstschaffenden und Kunstmultiplikatoren dieser Stadt – vor allem auch Künstlern der freien Szene – soll das geplante „Haus der Kulturen“ mit Leben gefüllt werden. Und dabei sollen vor allem die vielen Kunstschaffenden Kölns mit ins Boot geholt werden.

Beteiligung in einem offenen Prozess – ein ehrgeiziges Vorhaben

Und so debattierten die Anwesenden über die selbst vorgeschlagenen Ideen. Fast sechs Stunden dauerte der Riesen-Workshop, der nach dem so genannten „Open Source“-Verfahren durchgeführt wurde. „Die Teilnehmer setzen ihre Agenda selbst, es gibt keinerlei Vorgaben seitens der Organisatoren. Zeit, Prioritäten und das Prozedere wird aus der Mitte der Teilnehmer bestimmt“, erläuterte Moderatorin Tina Gladow im anschließenden Pressegespräch die Vorgehensweise. „Anfangs war die Stimmung eher kritisch, aber das hat sich im Laufe der Sitzung in eine konstruktive Haltung gewandelt“, bestätigte der Leiter des Kölner Kulturamtes Dr. Konrad Schmidt-Werthern. Positiv überrascht zeigten sich die Kölner Kulturverantwortlichen von der Breite der vorgeschlagenen Themen. Anfangs waren es zwischen 30 und 40, die allerdings nach und nach auf fünf Themenkomplexe zusammengezogen wurden. Neben der eigentlichen Organisation – Kritik kam unter anderem auch am Namen des geplanten Projekts auf – standen auch so wichtige Aspekte wie „interkulturelle Bildung“ oder „Vernetzung“ auf dem Programm. Auch die Frage, ob das „Haus der Kulturen der Welt“ tatsächlich ein Sekretariat haben soll oder doch eher virtuell, wurde ergiebig und kontrovers diskutiert. Vernetzung und die Frage nach der richtigen Markenstrategie (Dachmarke, Label) war ein weiterer intensiv diskutierter Themenbereich.

Der Ratsbeschluss selbst will ein „zusätzliches Angebot, dass die vorhandenen Aktivitäten und Strukturen ergänzt“. Zwar wurde das Haus der Kulturen erst im Frühsommer dieses Jahres beschlossen. Oberbürgermeister Fritz Schramma hatte jedoch bereits knapp ein Jahr zuvor die Idee unterstützt und dafür u.a. bei der Landesregierung geworben. Im Ratsbeschluss war allerdings auch festgelegt, dass die lokalen Künstler, Künstlergruppen und Initiative, damit auch ein nicht unerheblicher Teil der so genannten „Freien Szene“, an der Erstellung des Konzeptes beteiligt werden soll. Für die Organisatoren um Projektleiter Dieter North vom Kulturamt wird es nun vor den Weihnachtsferien noch eine Menge Arbeit geben. Weit über 100 Einzelvorschläge wurden auf farbigen Kärtchen an den Filzwände befestigt. Das muss nun alles aufbereitet und dokumentiert werden. Im Januar kommenden Jahres soll ein Expertengremium hinzugezogen werden, ehe die Kulturverwaltung ein erstes Konzept erstellen wird. Spätestens im Jahr 2010, so zitiert Kulturdezernent Prof. Georg Quander den Kölner Oberbürgermeister, soll das „Haus der Kulturen der Welt“ in Köln Realität werden. Dabei will der Kulturdezernent die neue Einrichtung mit eigenem Kölner Profil augestattet sehen. Das Haus der Kulturen in Berlin ist sicher eine interessante Partneradresse“, so Quander abschließend.







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