25. 05. 2012
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Kunstpreis Art 2.0 geht an Oliver Held
Eine Jury hatte zuvor acht Wettbewerbsbeiträge aus den Bewerbungen
ausgewählt und die dazugehörigen Installationen zwei Wochen lang in den
Büros im ersten Stock eines Altbaus am Hansaring ausgestellt. Wie der
Name des neu ausgelobten Preises verriet, wurden sämtliche
Wettbewerbsbeiträge auch im Internet präsentiert. 15.000
Online-Besucher sowie mehrere Hundert reelle Besucher in der
Ausstellung haben sich die Kunstwerke, die sich allesamt mit den
ästhetischen Aspekten des Web 2.0 beschäftigten angeschaut, wie der
erste Vorsitzende der Kölner Internet-Union (KIU) Jürgen Walleneit bei
der gestrigen Preisverleihung ausführte.
Herausgekommen ist eine bunte Mischung verschiedener Installationen,
Aktionen und Werke, wie auch Kuratorin Nellie Baartz fand. Der Gewinner
des ersten Web 2.0-Kunstpreises ist Oliver Held, der mit seinem Beitrag
ein Stück weit „Kunst im öffentlichem Raum“ praktizierte. So ließ sich
der Online-Künstler, begleitet von einer Webcam, die ständig über den
Aufenthaltsort informierte, auf einem Skateboard von Passanten quer
durch die Domstadt ziehen. Ursprünglich wollte er im Laufe von drei
Tagen eine 22 Kilometer lange Strecke, die insgesamt sechs der neun
Kölner Bezirksrathäuser miteinander verband, zurücklegen. Doch dank der
Hilfsbereitschaft Kölner Bürgerinnen und Bürger sowie einer guten
Portion Glück mit trockener und frühsommerlicher Witterung gelang dem
Künstler die Strecke bereits in etwas mehr als einem Tag. Das
dazugehörige Video samt Kommentierung des Künstlers war auf der
Ausstellung als Videoinstallation, aber auch im Internet der Nachwelt
erhalten geblieben.
Fortsetzung folgt / Publikumspreis wird noch ausgewertet
Ähnlich der modernen Programmierung von Web 2.0-Seiten vergab das
Publikum, das ganz im Sinne des „user-generated-content“ aktiv an der
Kunst mitwirken sollte, mit Post-Ist sogenannte Tags. Nach Auswertung
soll noch am heutigen Tag ein weiterer Preis, der „Publikumspreis“
vergeben werden. „Dafür kann man sich zwar nichts kaufen, erhält aber
dafür die Anerkennung der interessierten Kunstkenner“, erklärte
Kuratorin weiter. Der erstmals ausgelobte Preis, der – darauf legen
die Initiatoren großen Wert – ohne jegliche öffentliche Gelder auskam,
soll bereits im kommenden Jahr seine Fortsetzung finden. Die rund 30
Mitgliedsunternehmen der KIU, allesamt der Kölner Medienbranche
zugehörig, hatten die Veranstaltung samt einem Preisgeld in Höhe von
1000 Euro für den Gewinner gespendet. Zu Beginn waren die
angesprochenen Künstlerinnen und Künstler, einige von ihnen waren
bereits über die Grenzen der Domstadt bekannt, ausgesprochen skeptisch,
wie bemerkte. Die Sorgen, ob denn ein solcher Preis auch tatsächlich
tragfähig sei, verflüchtigten sich schnell. Und so waren sich die etwa
50 Gäste am gestrigen Abend bei Bionade und Flaschenbier schnell einig,
einem ganz besonderen Event beigewohnt zu haben. Wie und in welcher
Form der Kunstpreis im kommenden Jahr inszeniert wird, ließen die
Verantwortlichen allerdings offen. „Das werden wir noch in aller Ruhe
bereden“, so Kuratorin Baartz abschließend.
Weitere Informationen zum Web 2.0-Kunstpreis finden Sie im Internet unter: www.art-zweinull.de.

























