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25. 05. 2012
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Mit Büchern Schach spielen


08.05.2009 16:28 von:

Schlagwörter: Köln,Künstlerbücher,Editionale,2009,Kunst,Ausstellung,Museumsbibliothek

(js) Ein Buch ist ein Buch ist ein Buch. Doch dass ein Buch mehr ist als ein Stapel bedruckter Blätter mit einem Umschlag – das zeigen uns Buchkünstler mit immer wieder neuen und überraschenden Ideen. Im Kunstgeschäft spielen sie eher eine Nebenrolle. Doch in Köln stehen sie im Mittelpunkt. Zumindest alle zwei Jahre bei der "editionale", der Messe für Buchkunst und Künstlerbücher. Zu deren zehnten Geburtstag hat die Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln eine kleine, aber feine Ausstellung organisiert.

Zusammengestellt haben die Ausstellung Elisabeth Broel und Gernot Cepl, Organisatoren der "editionale", selber hervorragende Buchkünstler und seit über einem Jahr auch Galeristen in Sachen Künstlerbuch. Aus allen Künstlern und Künstlerinnen, die an den bislang fünf Messen teilnahmen, haben sie 35 ausgesucht. Bekannte Editionen sind darunter, Thanhäuser etwa, die sich einen Namen mit zweisprachigen und fein gestalteten Büchern gemacht hat. Oder die hiesige Mühleisenpresse und fundamental, vor wenigen Jahren von Köln nach Fulda abgewandert. Zusammen geben sie einen bunten Überblick über die Möglichkeiten, sich mit dem Medium Buch auseinanderzusetzen.

Künstlerbücher sind Bücher, die in der Regel von Künstlern handgeschrieben, handgesetzt, handgedruckt, collagiert, gemalt, gezeichnet oder überschrieben werden. Auch als Schriftrolle oder Leporello. Was den Grenzgängern zwischen Kunst und Literatur, zwischen angewandter und bildender Kunst einfällt, ist ebenso vielfältig wie die verwendeten Materialien. Überwiegend natürlich Papier, oft handgeschöpft, aber auch aus Stoff lassen sich Bücher herstellen – Gisela Tschauner etwa bevorzugt Leinen, und Helmut Brandt erinnert mit seinen Tontafeln an die Zeit, als der Mensch begann, seine Geschichte aufzuzeichnen. Manches erinnert kaum mehr an das "klassische" Buch, es gibt Objekte, die nur noch mit dem spielen, was der Betrachter hinsichtlich Material, Aussehen und Inhalt mit einem Buch verbindet. So baut der Kölner Fluxusveteran Hingstmartin ein Kinderbuch zu einem Kinderstuhl um, aus Japan kommen ein Schachspiel, dessen Figuren kleine Bücher sind, und ein Buch, aus dem lauter Papiertürmchen wachsen. Viele der ausgestellten Arbeiten sind Unikate, hohe Auflage – maximal 300 – sind die Ausnahme.

Der Ort der Ausstellung, das Treppenhaus im Museum Ludwig, ist der Qualität dieser Ausstellung wie auch deren Vorgängerinnen nicht ganz angemessen. Bleibt zu hoffen, dass die Kunst- und Museumsbibliothek bald einen Neubau mit repräsentativen Räumen erhält.

"10 Jahre editionale" – bis 21. Juni, Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln (Treppenhaus des Museums Ludwig). Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln, Mo 14-21 Uhr, Di-Do 10-21 Uhr, Fr 10-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr

In der "Galerie der editionale", Blücherstr. 3, werden noch bis zum 30. Mai Arbeiten des Papierschöpfers und Buchgestalters John Gerard gezeigt. Öffnungszeiten: Mi. 16-18.30 Uhr, Sa 11-15.30 Uhr, Tel: Elisabeth Broel, 0221 / 73 21 20







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