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28. 07. 2014
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Oper geht in Köln auf Tournee


09.03.2010 20:34 von:

Schlagwörter: Köln,Oper,Programm,Spielzeit,Interim,2010,2011,Uwe-Eric Laufenberg,Palladium

Das Bürgerbegehren um die Sanierung oder den Neubau des Kölner Schauspielhauses und damit auch um die Zukunft des Opernquartiers spielten bei der heutigen Vorstellung des Opernprogramms für die bevorstehende Spielzeit 2010/2011 nur in einem Nebensatz eine Rolle. Kulturdezernent Prof. Georg Quander verwies darauf, dass die Bühnen der Stadt Köln im Sommer dieses Jahres nach dem Ende der laufenden Spielzeit aus den bisherigen Räumlichkeiten ausziehen muss. "Die Gebäude sind nicht mehr betriebssicher", so der kurze Hinweis des Kölner Beigeordneten. Wie bereits beschlossen, sollen Oper und Schauspiel in den kommenden drei Jahren – so lange soll das von der Mehrheit des Stadtrates beschlossene Vorhaben dauern – an wechselnden Spielorten ihre Darbietungen aufführen. Nicht nur für den vor einem Jahr inthronisierten Opernintendanten Uwe-Eric Laufenberg ist das eine enorme Herausforderung. Lob gab es dabei gleich zu Beginn in mehrfacher Hinsicht. Zum einen hat der neue Opernchef bereits in Potsdam – wenn auch dort in wesentlich kleinerem Rahmen – ein ähnliches Konzept wechselnder Spielorte mit großen Erfolg absolviert. Zum zweiten hat Laufenberg in der bisherigen Spielzeit mit seinen Entscheidungen und den damit verbundenen Aufführungen auch die Betriebskennziffern der Kölner Oper stabilisieren und sogar leicht steigern können. So betrug die Auslastung der bisherigen Spielzeit bis Ende Februar dieses Jahres 90,2 Prozent. Zwar habe man bislang drei Vorstellungen weniger im Spielplan gehabt. Trotzdem ist es der Opernleitung und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelungen, bislang 3000 Besucher mehr in die Kölner Kulturstätte zu locken. Folgerichtig stiegen auch die Einnahmen aus dem laufenden Betrieb insgesamt um 100.000 Euro. "Erfreuliche Zahlen", wie der neue Opernchef betonte.

Mit einem Gastspiel in der Volksrepublik China nun startet das Opernensemble in die kommende Spielzeit. Laufenberg betonte dabei nochmals die enorme Bedeutung auch für den Wirtschaftsstandort Köln. In Shanghai werden Oper und Gürzenich-Orchester vom 16. bis 19. sowie vom21. bis 24. September den "Ring der Nibelungen" aufführen. Von dort aus geht es dann in die chinesische Kapitale nach Peking, wo es zwischen dem 28. September und 1. Oktober drei Aufführungen des "Don Giovanni" geben wird. "Ein Risiko ist dabei. Wir wissen nicht, wie diese Aufführungen beim chinesischen Publikum ankommen werden", räumte Laufenberg ein. Dies gilt auch für das restliche Programm. Im Gegensatz zu den bisherigen Spielplänen vorwiegend Neuinszenierungen bzw. Uraufführungen geben. Neben dem Zentralstandort "Palladium" in Köln-Mülheim, wo während der Sanierung des Riphahn-Baus am Offenbachplatz die Verwaltung ihren Arbeitsplatz einnehmen wird, stehen acht weitere Spielorte auf dem Plan. Darunter befinden sich unter anderem auch das "Audimax" der Kölner Universität, bis 1958 der zentrale Spielort der Kölner Oper. Neben Philharmonie, Gürzenich gibt es aber auch eher ungewöhnliche Spielorte wie das Studio 52 im Kölner Coloneum, das Gloria-Theater (der kleinste Spielort), der Jahrhundertsaal in der ehemaligen Gerling-Konzernzentrale sowie die Freiluftbühne "Roncalliplatz", die im Juli kommenden Jahres zum Abschluss der ersten Interims-Spielzeit Schauplatz einer szenischen Inszenierung von Carl Orffs "Carmina Burana" werden wird.

Eine echte Welturaufführung wird die Aufführung der Stockhausen-Oper "Sonntag aus Licht" sein. Weil die Audienz geteilt werden müsse, war eine Aufführung dieses Werks aus dem 29-stündigen Musikzyklus rund um Erzengel Michael, die Urmutter Eva und den gefallenen Engel "Lucifer" in den bisherigen Spielorten nicht realisierbar. Nun soll das Werk am 9. und 10. März kommenden Jahres im "Staatenhaus am Rheinpark" uraufgeführt werden, wie Laufenberg und die Direktorin der Oper, Dr. Brgit Meyer, ausführten. Am 24. April und 1. Mai steht an gleicher Spielstätte die Komplettinszenierung dieses fast fünfstündigen Meisterwerks auf dem Spielplan, nachdem man das Werk bei der Uraufführung noch geteilt hat. "Wir möchten die Tradition von Aufführungen zeitgenössischer Opernwerke fortsetzen", so Meyer weiter. Insgesamt aber wird die Interimszeit eine der großen Herausforderungen. Schließlich müssen selbst Stücke aus dem Repertoire auf die neuen Örtlichkeiten umgeschrieben und damit völlig neu inszeniert werden. Ob das beim geneigten Opernpublikum ankommen wird, steht auch für den neuen Opernintendanten nicht fest. "Auch das ist ein Risiko", so Laufenberg abschließend.

Das Programm für die kommende Spielzeit wird in Kürze abrufbar sein und als Broschüre vorliegen.







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