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29. 11. 2014
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Stadt und LVR präsentieren Kunst von Menschen mit Behinderungen


01.04.2009 11:30 von:

Schlagwörter: Köln,Kunst,Kunstwerke,Ausstellung,Behinderte,LVR,Lichthof,Rathaus,Gemälde,Skulpt

Bürgermeisterin Angela Spizig (Grüne), seit vergangenem Donnerstag zweite Stellvertreterin des Kölner Oberbürgermeisters, eröffnete zusammen mit Kuratorin und vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) die Ausstellung "Außergewöhnlich". 61 Exponate von 23 Künstlerinnen und Künstlern sind vom 1. bis zum 17. April im Lichthof des Spanischen Baus des Rathauses zu sehen. Obwohl die ausgestellten Kunstwerke außergewöhnliche Perspektiven auf die künstlerische Darstellung und damit die Kunst selbst werfen, wollen die Initiatoren noch einen Schritt weiter gehen. Der Fachbegriff für den Zielzustand lautet "Inklusion". Und der bedeutet nichts anderes, als dass Ausstellungen rund um das künstlerische Wirken von Menschen mit Behinderungen nicht Außergewöhnliches mehr darstellt, sondern fester und akzeptierter Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenlebens sind. Doch weil die Ausstellung die erste dieser Art im Spanischen Bau und nach dem 17. April auf Wanderschaft geht, hielt auch Spizig den Namen der Ausstellung für gelungen. Menschen mit Behinderungen sind nun mal "spezial people", Menschen mit ganz speziellen Fähig- und Fertigkeiten, erklärte die Bürgermeisterin in ihrer Eröffnungsrede. "Sie zeigen in ihren Kunstwerken Kraft, Energie und Ausstrahlung", so Spizig. Die kulturpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Stadtrat räumt allerdings ein, dass es derzeit noch zu wenig Raum für die künstlerische Entfaltung gebe. Eine Initiative der gemeinnützigen Werkstätten Köln und des Vereins Kunst und Begegnung in der Stadt ist derzeit auf der Suche nach einem geeigneten Atelier, wo auch diese Menschen ihrer Kunst nachgehen können. Aber hier gibt es noch keine Entscheidung.

Auch die Kunsthistorikerin und Kuratorin Sigrid Blomen-Rademacher zeigte sich erfreut über das Zustandekommen der Ausstellung. Eigentlich waren weniger Kunstwerke eingeplant. ""Wir stellen hier im Lichthof 20 Kunstwerke mehr aus als ursprünglich eingeplant", erläuterte die Kuratorin. Corinna Beck, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung des LVR, ist die Ausstellung sichtbarer Ausdruck einer zunehmenden gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Doch dabei dürfe es nicht bleiben. Zugleich lobte Beck aber auch die Entwicklungen der vergangenen Jahre und erinnerte in ihrer Rede daran, dass noch vor etwas mehr als zehn Jahren die Laute von Menschen mit Behinderungen als störend eingestuft wurden. Das so genannte "Maulkorburteil" des Oberlandesgerichts Köln (OLG Köln) steht hier als Paradebeispiel für einen Zustand, den es im Umgang mit Behinderten zu überwinden galt. Damals stellte das Gericht fest, "dass sich die Lautäußerungen der geistig behinderten Bewohner einer Wohngruppe durch einen hohen Lästigkeitsfaktor auszeichnen", umschrieb Beck das Urteil. Inzwischen gibt es andere Beispiele von Urteilen deutscher Gerichte, die ähnlich gelagerte Klagen gegen die Interessen von Menschen mit Behinderungen Toleranz anmahnen und die Anliegen der Kläger abgewiesen haben. Ihr Urteil zur Ausstellung ist aber unzweideutig: "Diese Ausstellung ist eindrucksvoller Beweis dafür, dass es auch zur Normalität gehört, dass Menschen mit Behinderungen nicht nur einen üblichen Alltag normal gestalten, sondern Möglichkeiten erhalten, ihre kreativen und gestalterischen Potenziale individuell realisieren zu können", so Beck abschließend.







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