25. 05. 2012
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Köln will seine zu viel gezahlten Solidarbeiträge zurück
Insgesamt muss das Land rund 450 Millionen Euro an zu viel eingenommenen Solidarbeiträgen rückerstatten.
Für den städtischen Haushalt in Köln bedeutet die Entscheidung alleine
für 2006 einen voraussichtlichen Erstattungsbetrag von rund 15
Millionen Euro, 2007 könnte es sogar noch etwas mehr werden. Mit ihrem
Antrag zu einer Aktuellen Stunde im Stadtrat wollten SPD und Grüne aber
auch verhindern, dass die Rückerstattungen durch andere
Haushaltsmaßnahmen „über die Hintertür“ wieder vom Land vereinnahmt
werden. Zugleich kritisierte SPD-Fraktionschef Martin Börschel die
damalige Zurückhaltung der bürgerlichen Parteien im Stadtrat auf den
Vorstoß von Rot-Grün eine solche Anklage umzusetzen. „Die Hälfte dieser
Anwaltskosten (ca. 22.500 Euro) werden überdies vom Land übernommen.
Von einem schlechten Ergebnis kann man wahrlich nicht sprechen“, so
Börschel weiter. CDU, FDP und Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma
hatten in der Ratssitzung am 21. Juni 2006 „heftig enthalten“, wie
Börschel nachhielt.
Gegenseitige Schulzuweisungen
CDU-Fraktionsvize Karl Klipper entgegnete dem Kernbündnis, dass die
Vorgängerregierung in Düsseldorf vor ihrer Abwahl fünf Mal in Folge
einen verfassungswidrigen Haushalt verabschiedet hat. „Daraus ergeben
sich enge Handlungsspielräume“, verteidigte Klipper die Finanzpolitik
der schwarz-grünen Landesregierung. Eine Resolution sei eigentlich
nicht erforderlich, da durch das Urteil die Landesregierung in der
Pflicht stehe, so Klipper. Auch FDP-Fraktionschef Ralph Sterck sieht
das Problem als „erledigt“ an. Grundsätzlich müsse man darüber
nachdenken, ob die rund 78 Millionen Euro, die die Stadt Köln pro Jahr
an Solidarbeiträgen abführen muss, nicht ein strukturelles Defizit
seien. Doch während CDU und FDP wohlwollend mit ihren Parteifreunden in
Düsseldorf umgingen, beharrten die Vertreter des Kernbündnisses auf
ihrer Forderung einer Resolution. So berichtete Landtagsmitglied
Börschel aus einer Sitzung, in der NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf zwar
„wortreich bekundete“, das Geld auszuzahlen. Er ließ jedoch offen, ob
er das Geld über Kompensationen, wie zum Beispiel eine Änderung der
Verbundsätze, wieder herein zu holen. Dieses Verhalten zwischen Land
und Kommune sei ein Skandal, befindet Jörg Detjen von der Fraktion Die
Linke. „Keine Landesregierung hatte zuvor solch unverschämte Raubzüge
veranstaltet“, kritisierte Grünen-Fraktionsvize Frank. Und auch
SPD-Mann Börschel schenkte der Zusage der Landesregierung wenig
Vertrauen. „Die Landesregierung hat es sich zum Sport gemacht, in die
kommunalen Kassen zu greifen“, wetterte der SPD-Fraktionschef
abschließend.
Trotz leiser Zweifel an der Notwendigkeit einer Resolution
unterstützten auch CDU und FDP den Resolutionstext. Auch für die
Solidarabgaben im Jahr 2007 soll demnach Klage geführt werden.
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