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25. 05. 2012
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OLG Hamburg hebt Verfügungen gegen WDR-Fernsehfilm weitgehend auf


10.04.2007 22:00 von:


Damit hob das Gericht die einstweilige Verfügung des Aachener Pharmaunternehmens Grünenthal gegen den Westdeutschen Rundfunk (WDR) und die Ausstrahlung des Fernseh-Zweiteilers „Eine einzige Tablette“ weitgehend auf. Der Senat sah den Film mehr als ein Kunstwerk und weniger als eine dokumentarische Aufarbeitung der Vorfälle vor über 40 Jahren. Trotz des Urteils darf die derzeitige Fassung des Films weiterhin nicht gesendet werden, es wurden weitere Verfügungen gegen die Ausstrahlung gelten.

Prozessbeobachter und Betroffene sehen das Urteil des OLG Hamburg trotzdem positiv. Hintergrund: Im Sommer vergangenen Jahres bestätigte das Landgericht Hamburg die meisten der gegen die Ausstrahlung beantragten Verfügungen. Der Westdeutsche Rundfunk beschritt daraufhin den Rechtsweg. Das nun ergangene Urteil basiert jedoch auf einer bereits im Vorfeld geänderten Fassung. Einige der vom Aachener Unternehmen Grünenthal im Drehbuch des Films beanstandeten Szenen wurden dabei im Nachhinein gestrichen. Damit sei auch der gegnerischen Position Rechnung getragen worden, deutete die leitende Richterin an. In jedem Fall steigen damit die Chancen auf die Ausstrahlung des umstrittenen Filmwerks von Regisseur  Adolf Winkelmann.

Die in Köln ansässige Föderation Conterganbehinderter und deren Freunde e.V. stuft das Urteil als „gewichtigen Meilenstein in der Prozesshistorie des Contergan-Skandals“ ein. „Erstmalig wurde die Firma Grünenthal mit einem Anliegen in Sachen Contergan von einem deutschen Gericht deutlich in ihre Schranken gewiesen“, kommentierte der erste Vorsitzende der Förderation Andreas Meyer. Die Ausstrahlung des Zweiteilers sei wichtig, um auf den schlimmen gesundheitlichen Zustand der Opfer hinzuweisen. Auch die Filmstiftung NRW hatte das Urteil begrüßt.

1957 als Schlafmittel in den Handel gekommen führte das Medikament des Aachener Pharmaunternehmens Grünenthal in der Folgezeit bei schwangeren Frauen zu missgebildeten Neugeborenen. Mehrere Tausend Neugeborene kamen mit teilweise schweren Missbildungen an Armen und Beinen auf die Welt und leiden noch heute unter dieser Behinderung.








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