26. 05. 2012
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Die Bundeswehr der Zukunft: närrisch und vielsprachig
Italiener können singen, Griechen sind faul, „brasilianische Nacktgezappel“ ist typisch für den Karneval in Rio, Moslems haben viele Frauen – am besten ist die „Immisitzung“, wenn sie mit solchen Klischees spielt. Und die Narren, die jetzt schon zum dritten Mal im Bürgerzentrum Stollwerck beim Kölner Sitzungskarneval mitmischen, wissen, wovon sie sprechen: Sie haben alle selber einen „Migrationshintergrund“. Mehr oder weniger.
Fetzige „Weltmusik“, Samba und Bauchtanz inklusive, kräftige Stimmen, bunte Kostüme, viele Tanz und Revue – das ist das eine, was die jecken „Immis“ auszeichnet. Das andere ist der närrische Blick auf die Tücken des politischen und privaten Alltags unter dem Motto „Jeder Jeck ist von woanders“. Der kann sich mit der „deutschen“ Konkurrenz messen, fällt in diesem Jahr allerdings nicht ganz so scharf, Pointen- und treffsicher aus. Vor allem vor der Pause zieht es sich etwas zäh dahin.
Wie Hitler sich im Dschungel einer Ausländerbehörde verfängt
Zu den Höhepunkten zählt sicher der Hitler-Sketch: Der Diktator verfängt sich hier in der Bürokratie einer heutigen Ausländerbehörde, muss Wartenummern ziehen, Zuständigkeiten klären und ein Führungszeugnis beibringen. Und das alles, um einen deutschen Pass zu erhalten. Entnervt gibt er am Ende auf und bleibt Österreicher. Ach, wäre es 1931 in Braunschweig doch auch so gewesen...
Zum Lachen reizen auch all die, „die Deutsche sein könnten“ und sich nun mit ihren Landessprachen in der neuen Freiwilligen-Bundeswehr wiederfinden, sehr zum Unwillen des wenig sprachgewandten echt-deutschen Hauptmanns. Gekonnt auch die Hommage an Loriot: Sein legendäres „Ja, wo laufen sie denn?“ wird hier im Dialog zwischen FDP-Chef Rösler und Wolfgang Overath, dem Ex-Vorsitzenden des 1. FC Köln, karikiert.
Wenn Gott Ouzo erhält, drückt er auch mal ein Auge zu
Gelungen auch der faule Grieche, der Gott mit Ouzo besticht und sich so vor dem Bau der Arche drücken kann. Oder Ali, der Macho-Muslim, der als der wahre Chef der legendären „Drei Engel für Charlie“ entlarvt wird, eigentlich hätte sie TV-Serie also „Drei Engel für Ali“ heißen müssen.
Gekonnt souverän führt wieder Katja Solange Wiesner durch die Sitzung, das echt kölsche „Schokoladen-Mädche“ aus dem Vringsveedel. Wenn sie im Bastrock auf der Bühne steht und singt, dass auch „mir Nejer“ Bloodwoosch, Kölsch un e lecker Mädche brauchen, um glücklich zu sein – dann singt der ganze Saal mit und die närrische Stimmung ist da. Und ungeküsst bleibt am Ende auch keine.
„Immisitzung 2012“ – weitere Termine: 3. und 4.2. (20.11 Uhr), 5.2. (18.11 Uhr), 10. und 11.2. (20.11 Uhr), 12.2. (11.11 und 18.11 Uhr), 15., 17. und 18.2. (jeweils 20.11 Uhr), 19.2. (18.11 Uhr). Restkarten gibt es noch im Internet unter: www.immisitzung.de.




























