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25. 05. 2012
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Dreigestirn im Rathaus: Straßenkarneval startet mit Frühlingswetter


03.03.2011 11:27 von:

Schlagwörter: Köln,Karneval,2011,März,Start,Dreigestirn,Session,Lob,Rathaus,Oberbürgermeister

In Köln, der närrischen Hochburg nicht nur den Rheinlandes, startet am heutigen Donnerstag der diesjährige Straßenkarneval. Der Heilige Petrus muss in diesem Jahr Kölner Ehrenbürger sein, ein Start bei Traumwetter und vorfrühlingshaften Temperaturen ist auch im Rheinland keine Selbstverständichkeit. Traditionell fängt für die Offiziellen ihr Weiberfastnacht im Kölner Rathaus an. Dort gab es eine weitere positive Überraschung. Nach den eher bescheidenen Kritiken des Stadtoberhaupts Jürgen Roters bei seinen diesjährigen Karnevalsauftritten zeigte der SPD-Politiker am heutigen Donnerstag beim festlichen Empfang zu Ehren des Dreigestirns im Kölner Rathaus Humor. "Im Kölner Rathaus gilt die Gemeindeordnung und das Verwaltungsverfahrensgesetz. Dort steht, die Amtssprache ist deutsch. Insofern bewege ich mich auf sicherem Grund", erklärte Roters. Die anwesenden Karnevalisten, in vielfarbigen Kostümen gekleidet, kommentierten die Ansprache nicht nur an dieser Stelle mit Applaus. Dass es der Chef der Kölner Stadtverwaltung in seiner Amtszeit nicht immer so einfach hat, zeigte ein weiterer Satz. "Das Dreigestirn ist zu beneiden. Die können nach jedem Auftritt sagen: Ihr seid ein tolles Publikum und die Menschen klatschen begeistert Applaus. Wenn ich mal im Stadtrat sagen würde: Ihr ward ein tolles Ratsgremium, man würde mich ...", das letzte Wort ging ein wenig in der allgemeinen Heiterkeit unter. Nur böse Zungen würden behaupten, sie hätten das Wort "lynchen" gehört.

Ansonsten begann der Tag für Frank I, seiner karnevalistische Hoheit, bereits um 9 Uhr auf dem Wilhelmplatz in Nippes. Von dort ging es mit Entourage direkt zum Empfang der Stadt Köln. Die Session, die längste in den vergangenen elf Jahren, neigt sich mit Beginn des heißen Straßenkarnevals um 11:11 Uhr dem Ende. Und sie sah ein Prinz, der eigener Aussage zufolge, mit anfänglicher Nervosität startete, sich inzwischen und schon längst als Profi am Mikro herausstellt. "Leider kann man die schönste Zeit im Leben nicht festhalten", so der Prinz in seiner Ansprache etwas nachdenklich. Aber im gleichen Atemzug erklärte sich Frank und seine beiden Mitstreiter in der Rolle des Bauern und der Jungfrau als "apostolisch gesegnetes Dreigestirn", um auch nach Rom einen Dank zu senden. "Der Papst hat Wort gehalten und uns dieses Wetter beschert", erklärte das neue Interimsoberhaupt der närrischen Welthauptstadt.

Den internationalen Anspruch unterstrich auch eine leibhaftige Karnevalsprinzessin, die als Botschafterin des Reiches der Mitte auf chinesisch die Kölner grüßte. Das "drei mol Kölle Alaaf! klang zwar etwas gefärbt, wurde aber ebenfalls mit viel Zuspruch und guter Laune des Auditoriums begleitet. Gastgeber Roters verwies an dieser Stelle auf die bevorstehenden Festivitäten anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft Köln-Peking. Bis dahin dauert es zwar mehr als ein Jahr, aber der Besuch aus dem Fernen Osten gab schon einmal einen Vorgeschmack darauf. Die großen politischen Parteien kamen zum Teil in einheitlicher Farbgebung. Grün und Blau-Gelb taten sich dabei durch eine geschlossene Mannschaftsleistung hervor. Unterdessen übten sich die Vertreter von SPD und CDU in gesetzten Farbkombinationen von Schwarz, Rot und Weiß, nicht wenige mit grünen Orden.

Einig waren sich alle Karnevalisten in der Beurteilung der Regentschaft seiner Hoheit, Prinz Frank der Erste. Die bisherige Bilanz fällt hingegen aus. Mit fester Stimme, herrschaftlich-humorigen Habitus und kecken Sprüchen wird dieser Prinz sicher als absolute Bereicherung in die Analen des Karnevals eingehen. Das sah auch ein sichtlich entspannter Festkomitee-Präsident Markus Ritterbach so. In höchsten Tönen war es voll des Lobes über das Dreigestirn und seine hohen Repräsentanten. Dass der Kölsche Fasteleer längst zum Exportschlager geworden ist, zeigt nicht nur der Besuch aus China. "Das ist unser Alleinstellungsmerkmal", so der Chef des festordnenden Komitees, das seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert dem Karneval dem Karneval Form und Farbe gibt. Und auch der älteste Karnevalist im Raum, Hans Bauhoff, war sichtlich bewegt und voll des Lobes. "Selbst in seiner Bescheidenheit war der diesjährige Karnevalsprinz einer der besten, die ich je gesehen habe". Bauhoff, seit 1966 Mitglied der Kölner Grielächer und seit inzwischen zehn Jahren Nestor des Kölschen Karnevals, muss es wissen. Seit 1948 ist der pensionierte Polizist (36 Dienstjahre im Kölner Polizeipräsidium) aktiver Karnevalist. Es gab im altehrwürdigen Hansasaal wohl keinen anderen, der das hätte besser beurteilen können.







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