26. 05. 2012
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Karnevalisten machen sich für ausgebeutete Kinder stark
Drogensucht, sexuelle Ausbeutung, Aids, Gewalt, Armut – für viele Kinder in der Ukraine bitterer Alltag. Doch zur Fußball-Europameisterschaft werden diese sozialen Probleme hinter einer bunten Kulisse versteckt. „Ein Eigentor“ – findet das Festkomitee Kölner Karneval und macht daraus einen Persiflage-Wagen für den Rosenmontagszug. Noch wird daran hinter verschlossenen Türen gebaut, doch Zugleiter Christoph Kuckelkorn stellte schon einmal den Entwurf vor.
Der Wagen zeigt buchstäblich das Eigentor und wie das, was nicht sein darf, unter den Teppich gekehrt und so vor der Öffentlichkeit versteckt wird. Der Fußballer erhält dafür die Rote Karte. „Ein Thema von derartigem öffentlichen Interesse gehört in den Rosenmontagszug“, sagte Kuckelkorn. „Es gehört zur Tradition im Kölner Rosenmontagszug, der Obrigkeit den Spiegel vorzuhalten.“ Man habe – im Übrigen zum zweiten Mal – bewusst Unicef dazu eingeladen, um gemeinsam ein Bewusstsein für die ukrainischen Kinder zu schaffen.
Unicef-Schatzmeisterin und Schalke-Profi unterstützen närrisches Engagement
An Kuckelkorns Seite waren bei der Vorstellung Anne Lütkes, Schatzmeisterin beim Kinderhilfswerk Unicef Deutschland, und FC-Schalke-Fußballprofi Hans Sarpei. Lütkes war sofort begeistert von der Idee. „Ein mutiger Weg“, lobte sie die Karnevalisten, „er zeigt, auch eine Pappnas nicht blind für soziale Ungerechtigkeit macht.“ Über 100.000 Kinder lebten in der Ukraine in schlecht ausgestatteten Heimen oder auf der Straße, 42.000 Mädchen würden zur Prostitution gezwungen.
Der in Köln aufgewachsene Sarpei, Mitglied der ghanaischen Nationalmannschaft, mahnte, beim Turnier nicht die Probleme der Kinder im Gastland zu übersehen. Er fährt als Unicef-Pate auf dem Motto-Wagen mit. Der wird von der Karnevalsgesellschaft „Fidele Fordler“ betreut, die sich – so Kuckelkorn – durch ihr soziales Engagement auszeichne. So sei dort die gleichberechtigte Teilnahme von Menschen mit Behinderung am Vereinsleben schon seit Jahren eine Selbstverständlichkeit.



























