25. 05. 2012
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Karnevalseröffnung im Sonnenschein
Doch wer sich am heutigen Dienstagmorgen auf den Weg in Richtung Altstadt gemacht hat, wird sich über das Wetter geärgert haben.
Nach mehreren trockenen Tagen regnete es am heutigen frühen Vormittag
sprichwörtliche Bindfäden vom Himmel. Dazu kam ein unangenehm kräftiger
Wind. Doch nicht zum ersten Mal zeigten sich die himmlischen Mächte
gnädig gegenüber der Kölschen Feiergemeinde und so riss kurz vor der
Eröffnung der diesjährigen Session die Wolkendecke auf und mehr als
20.000 Menschen auf dem Heumarkt blickten in die tiefstehende Sonne und
auf die Bühne am Heumarkt. Der erste offizielle Termin ist aber die
feierliche Vertragsunterzeichnung des Kölner Dreigestirns mit dem
Festkomitee Kölner Karneval, aus dem designierten Dreigestirn wird ein
leibhaftiges.
Beim anschließenden Empfang im Hansasaal des Historischen Rathauses
gibt es dann den Eintrag ins Gästebuch der Stadt Köln und einige
Ansprachen. Hans-Georg Haumann, oder ab sofort seine Tollität Prinz
Hans-Georg I, Bernd Tschirschnitz als Bauer Bernd und seine
Lieblichkeit Jungfrau Johanna, im richtigen Leben Hans Joachim Jennes
werden die Fasteloovendsjecken ab sofort in vollem Ornat und mit
Frohsinn beglücken. Im Gegensatz zu dem jugendlich wirkenden
Dreigestirn aus dem vergangenen Jahr wollen die drei aus der Kölner
Ehrengarde in diesem Jahr dem Namen ihrer Karnevalsgesellschaft alle
Ehre machen und „Werte vermitteln“. Auch zur Witterung hatte der neue
Prinz eine feste Meinung. „Einem richtigen Kölschen kann das Wetter
nichts ausmachen, denn schließlich hat ein Kölscher Sonnesching im
Hätz“. Wie immer zu diesem Anlass erhielt Oberbürgermeister Fritz
Schramma den ersten Orden des Festkomitees Kölner Karneval umgehangen,
die Damen der drei stolzen Triforumsmitglieder erhielten einen
historischen Rathausstich und so ging es nach diesem ersten offiziellen
Empfang raus auf den Heumarkt.
Dort feierten die Jecken bereits in vollen Zügen. Der überraschende
Wetterwechsel hatte diejenigen belohnt, die bereits früh auf den
zentralen Platz gelangt sind und nun die besten Plätze innehatten.
Zahlreiche Polizeieinheiten sowie der mit großer Mannschaftsstärke
angerückte Ordnungsdienst sollten aufpassen, dass Stimmung der
friedliche Karnevalseröffnung nicht umschlug, bis zum frühen Mittag
hatten die Einsatzkräfte bis auf die obligatorischen Betrunkenen kaum
etwas zu tun. Und auf der Heumarktbühne reichten sich die Stars des
Kölner Karnevals die Mikros in die Hände. Marie-Luise Nikuta, die
Höhner, die Klüngelköpp. Nach dem ersten folgte sogleich der zweite
offizielle Auftritt des neuen Dreigestirns. Am 10. Januar kommenden
Jahres werden die drei im Kölner Gürzenich dann auch offiziell als
neues Dreigestirn proklamiert.
Unterdessen zogen Ordnungsamt und Polizei eine positive Bilanz des
ersten Tages der neuen Session. Nur selten musste die Staatsmacht
einschreiten, besonders erfreulich war aus Sicht der Polizei, dass es
deutlich weniger gewaltsame Auseinandersetzungen in der Innenstadt gab,
auch wenn es kein absolut friedliches Fest war. Aber nach 50 Festnahmen
im vergangenen Jahr registrierte die Polizei bis zum späten Nachmittag
gerade einmal 34 Vorfälle, viele davon waren zudem lediglich ignorierte
Platzverweise der Sicherheitskräfte. Auch die Zahl der Wildpinkler lag
in diesem Jahr deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Nach 629
mussten bis zum späten Nachmittag gerade einmal 419 Personen die dafür
vorgesehene Strafe zahlen, die Hälfte von ihnen entrichtete ihr Bußgeld
direkt vor Ort in bar. Die Strafe hierfür liegt bei 35 Euro. Auch
alkoholisierte Jugendliche gab es in diesem Jahr deutlich weniger als
ein Jahr zuvor. Insgesamt mussten City- und Domstreife in 132 Fällen
aktiv werden, vor einem Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt bereits
257. Auch der erwischten Jugendlichen mit Zigarette lag mit 32 unter
dem Ergebnis aus dem Vorjahr. Alles in allem also, ein gelungener
Sessionsauftakt.


























