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26. 05. 2012
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"Keine Kurzen für Kurze": Das Dutzend ist voll


25.02.2011 16:10 von:

Schlagwörter: Köln,Keine Kurzen für Kurze,2011,Weiberfastnacht,Kontrollen,Prävention,Festkomit

Erst vor wenigen Wochen veröffentlichte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) ihre jüngsten Untersuchungsergebnisse zum Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen. Zwar ging die Zahl der jungen Erstkonsumenten insgesamt zurück. Aber einen Grund zur Entwarnung gibt es nicht, denn die Zahl der so genannten "heavy user" bereitet den Gesundheitsverantwortlichen weiterhin Anlass zur Sorge. Ganz im Gegenteil: Die Zahl der Krankenhauseinlieferungen nach dem so genannten "binge Trinken" ist gerade unter den Jüngeren erheblich gestiegen. Deshalb müsse man auch weiterhin auf die bewährte Mischung aus Prävention und Sanktion setzen, wie Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (SPD) und Jugenddezernentin Dr. Agnes Klein am heutigen Freitag ausführten. Gemeinsam mit Vertretern der Bundes- und Landespolizei sowie dem Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Markus Ritterbach, und dem Chef der Drogenhilfe Köln werde man auch in diesem Jahr wieder und vor allem präventiv wirken.

Statt JeckDance mehr Streetworker

Die wohl gravierendste Änderung betrifft die alkoholfreie Party "Jeck Dance", die traditionell an Weiberfastnacht auf dem Neumarkt stattfand. Die wird es in diesem Jahr nicht geben. Aber nicht der Sparzwang ist Grund für die Prioritätenänderung sondern die Einschätzung, dass die Verantwortlichen nicht den gewünschten Effekt nach sich zog. So konnte man in den vergangenen Jahren zwar viele Jugendliche auf dem Neumarkt auffinden. Aber so ganz ohne Alkohol wollten dann doch viele Minderjährige nicht feiern, die "Kurzen" wurden anderswo besorgt und mitgebracht. "Wir werden in diesem Jahr mehr Geld in die Hand nehmen und damit die Arbeit der Streetworker unterstützen", erklärte Festkomitee-Präsident Markus Ritterbach beim heutigen Pressegespräch. Zusätzlich zu den acht Zweier-Teams an Streetworkern, die im vergangenen Jahr im Citybereich ihre Premiere hatten, sollen in diesem Jahr zusätzlich in jedem der neun Stadtbezirke ein weiteres Zweier-Team an Honorarkräften als Ansprechpartner für die Minderjährigen bereit stehen. Die Rekrutierung des dafür notwendigen Fachpersonals erfolgte über die Träger und ist bereit abgeschlossen. "Das sind alles qualifizierte Fachkräfte", versicherte die Leiterin des Kölner Jugendamtes, Carolin Krause. Außerdem unterstützt das Festkomitee Kölner Karneval auch die Druckauflage einer neuen Broschüre mit dem passenden Namen "Elferrat". Dort finden sich elf Tipps für Eltern, wie sie mit der Problematik umgehen sollten. Erstmals konnte die Druckauflage auf 100.000 erhöht werde.

Ebenfalls neu ist das Projekt "Hart am Limit Cologne – HaLt" des Vereins Drogenhilfe Köln am Start. Minderjährige, die nach exzessivem Alkoholgenuss den Rest der Karnevalsparty im Krankenhaus verbringen müssen, erhalten das Angebot eines Beratungsgespräches durch die Mitarbeiter des Vereins, wie deren Gesamtleiter Dr. Thomas Hambüchen ausführte. Zusammen mit den beiden Krankenkassen Barmer und AOK Rheinland sowie dem Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße versucht der Verein, den Minderjährigen in Not konkrete Hilfe anzubieten. Viel wichtiger ist jedoch, bereits im Vorfeld tätig zu werden und präventiv zu wirken. Allerdings weiß Hambüchen aus eigener Erfahrung, dass die Ansprache von Jugendlichen im schwierigen Alter von 13, 14 oder 15 Jahren bisweilen schwierig ist. Trotzdem ist es notwendig, denn die Zahl der ganz jungen Alkoholopfer steigt, zumindest im Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße und das über das gesamte Jahr verteilt. Registrierte das Kinderkrankenhaus vor einigen Jahren noch 20 bis 30 Fälle komatös betrunkener Jugendlicher, hat sich diese Zahl auf das Gesamtjahr bezogen auf zuletzt 130 erhöht. Gerade an Karneval häuft sich dabei die Zahl der heftig betrunkenen Jugendlichen. Experten wie Hambüchen nennen das "anlassbezogenes Betrinken". Der Verein arbeitet dabei mit unterschiedlichen Ansätzen. So hat der Verein unter anderem dank der Unterstützung seiner Partner sechs "Methodenkoffer" entwickelt, die in Schulen zum Einsatz kommen sollen.

Jugendschutz muss fortgesetzt werden

"Präventive Arbeit alleine reicht nicht. Taten müssen folgen", erklärte Kölns erste Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes. Neben der Tätigkeit des Ordnungsdienstes denkt die Vorsitzende der Paritätischen Wohlfahrtsverbände in der Stadt auch an die häufig wechselnden Konzessionen für den Kioskbetrieb. Hier sollte man verstärkt auf die Auflagen zum Jugendschutz hinweisen. Auch die Schulen können Vorbild sein, zwei Positivbeispiele (FWG und KAS) gebe es schon. Diese Schulen haben Alkohol von ihren Schulfesten verbannt, wie Scho-Antwerpes berichtete. Schuldezernentin Klein appellierte an das Bewusstsein der Jugendlichen, schließlich tritt das Phänomen des Komasaufens keineswegs nur an den tollen Tagen auf. "Karneval ohne Alkohol kann auch cool sein", so der Hinweis der zuständigen Dezernentin. Auch die Polizeibehörden des Landes und des Bundes (zuständig unter anderem für den Bereich des Hauptbahnhofs, wollen in diesem Jahr neue Schwerpunkte setzen, wie deren Sprecher a, heutigen Freitag betonten. Das gilt insbesondere für die ankommenden Karnevalsjecken aus dem Umland. "Wir werden dem einen oder anderen Jugendlichen in den Rucksack schauen", kündigte ein Vertreter der Bundespolizei abschließend an. Gleiches gilt für den Ordnungsdienst der Stadt. "Treffen wir Minderjährige mit hartem Alkohol an, lassen wir den Inhalt der Flaschen vor ihren Augen ausschütten. Das tut weh", so der Leiter des städtischen Ordnungsdienstes, Ralf Mayer.

Weitere nformationen zum Projekt "HaLt Cologne" finden sie auch im Internet unter der Webadresse: www.alkoholpraevention-koeln.de.







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