26. 05. 2012
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Keine Kurzen für Kurze geht ins elfte Jahr
Am Strafmaß für Kneipen- und Kioskbesitzer, die Minderjährigen Alkohol verkaufen, hat sich nichts geändert. Werden sie auf frischer Tat erwischt, drohen saftige Geldstrafen von bis zu 50.000 Euro oder gar der Entzug der Lizenz im Wiederholungsfall. Damit es aber gar nicht erst so weit kommt, setzen die Verantwortlichen von Stadt, Bundes- und Landespolizei auf Aufklärung im Vorfeld. Und so war gestern eine Wirtschaft in den Colonaden des Kölner Hauptbahnhofs Schauplatz des alljährlichen Pressetermins mit der SPD-Bürgermeisterin. Elfi Scho-Antwerpes nimmt diese Termine schon fast traditionell wahr, liegen ihr als Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtverbandes die Belange auch der jungen Karnevalisten besonders am Herzen. Noch immer ist das so genannte "binge drinking", eine Art "Kampfsaufen", bei dem innerhalb kürzester Zeit große Menge harten Alkohols nicht selten zu einem lebensgefährlichen Vollrausch führen, nicht vom Tisch. Minderjährige, die an Großfeierlagen wie dem alljährlichen Straßenkarneval schon um die Mittagszeit besinnungslos betrunken sind, gehören leider zu den Auswüchsen. So setzt diese Kampagne vor allem auf der Anbieterseite an. Zumindest bei dem Schankwirt der Kneipe in den Colonaden rannte Scho-Antwerpes am gestrigen Donnerstag offene Türen ein. Ziko Zeltni ließ sich auch bislang schon bei Zweifeln die Ausweise der jungen Gäste zeigen. Nun erhielt er aus den Händen der Bürgermeisterin ein Plakat, das er in seiner Kneipe aufhängen wird und die minderjährigen Gäste auf die bestehenden Vorschriften des Jugendschutzes aufmerksam macht.
Für die Bundespolizei bedeutet der Straßenkarneval alle Jahr wieder viel Arbeit. Besonders an den heißen Tagen von Weiberfastnacht bis in die Nacht zu Karnevalsdienst werden auch die Beamten der Bundespolizei durch zusätzliche Einsatzkräfte am Hauptbahnhof unterstützt, wie Frank Freund von der Bundespolizei zu berichten weiß. Dass es vor allem der Alkohol ist, der auch aggressives Verhalten der vermeintlichen Karnevalisten nach sich zieht, ist für ihn und seine Kollegen ein offenes Geheimnis. Die Bundespolizei, zuständig für die Sicherheit im Hauptbahnhof und den angrenzenden Plätzen, arbeitet dabei eng mit dem Ordnungsdienst der Stadt Köln und der Landespolizei zusammen. "An Weiberfastnacht und am Karnevalswochenende reagieren wir der Lage angepasst. In Spitzenzeiten haben wir hier am Bahnhof eine Hundertschaft im Einsatz", bestätigte Freund. Am Karnevalsfreitag bis Samstagmittag wird es auch am Hauptbahnhof etwas ruhiger, ehe der Straßenkarneval dann auf seinen alljährlichen Höhepunkt zusteuert. Auch der Ordnungsdienst ist mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterwegs, erklärte Thomas Frenzke. "Wir sind mit allen 80 unterwegs. An diesen Tagen herrscht Urlaubssperre", so Frenzke weiter. Ordnungsdienst und Polizei hoffen jedoch, dass durch die verschiedenen Kampagnen im Vorfeld der tollen Tage die Situation sich ein klein wenig entschärft. Diese Hoffnung dürften sie mit der überwiegenden Mehrheit der Feiernden gemein haben. Allerdings ist die Hemmschwelle vieler Menschen unter Alkohol deutlich herabgesetzt, wie Freund ausführte. Dann wird die Situation "schwierig", wie Frenzke beipflichtete.
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