26. 05. 2012
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Kölsche Volksfront will Volkssitzung im Mediapark
Nach langer und hitziger Diskussion beschloss der Stadtrat jedoch etwas völlig anderes.
So soll nach dem Mehrheitswillen von SPD, Grünen und der Fraktion Die
Linken die Verwaltung eine öffentliche Proklamation des Dreigestirn
untersucht werden. Die könnte – ohne Zelt – auf dem Neumarkt
stattfinden, stellten die Redebeiträge von Vertretern der SPD und der
Grünen fest. Unverständnis bei der CDU: „Seit 25 Jahren findet die so
genannte Volkssitzung mit großen Erfolg auf dem Neumarkt statt. Und
plötzlich soll sie nicht mehr stattfinden“, empörte sich Bürgermeister
Josef Müller (CDU). FDP-Ratsherr Diemtar Repgen drückte sein
Unveständnis über diese Auswirkung des mehrheitlich beschlossenen neuen
Platzkonzeptes gar mit einer Büttenrede aus. „Su wed das Brauchtum
schenge, dä Quatsch (Platzkonzept, Anmerkung der Redaktion) muss weg,
dä Anzuch pass nit“, so Repgen. Auch Ratsherr Dr. Martin Müser, in
diesem Jahr als Jan von Werth unterwegs, zeigte sich „erschrocken“ über
die Ignoranz gegenüber den ehrenamtlichen Tätigkeiten der Kölschen
Karnevalisten. „Der Kölner Karneval lebt von der bunten Mischung
Keine Zeltveranstaltung auf dem Neumarkt – Volkskarneval 2008 zum letzten Mal
SPD-Fraktionsgeschäftsführer Michael Zimmermann warf hingegen den
Antragstellern Populismus vor. „Sie benutzen den Karneval zum
Stimmenfang. In keiner der früheren Debatten, wo es um das neue
Platzkonzept, war der Volkskarneval für sie ein Thema“, so Zimmermann.
Selbst als es um die Erlaubnis ging, die Volkssitzung zum letzten Mal
stattfinden zu lassen, haben alle Fraktionen „ja“ gesagt“, erklärte
Zimmermann weiter. Stattdessen brachte Zimmermann eine Idee seines
Parteifreundes und ehemaligen Oberbürgermeisters Dr. Norbert Burger ins
Spiel, einen Tag nach der offiziellen Prinzenproklamation im Gürzenich
eine öffentliche auf dem Neumarkt folgen zu lassen. „Dann haben wir
zwei große Veranstaltungen in Köln“, erklärte der SPD-Mann. Auch die
Grünen unterstützten diesen Vorschlag. „Die Veranstaltung wäre sogar
kostenlos“, erklärte Grünen-Ratsherr Andreas Wolter. Zum zukünftigen
Verbot der Zeltveranstaltung widerlegte seine Parteifreundin und
Fraktionsvorsitzende Barbara Moritz, dass es sich überhaupt um eine
Volkssitzung handele. „Zwei mal 1500 Leute in einem Zelt, das ist nicht
das Volk von Köln. Die Menschen können auch ohne Zelt feiern oder seid
ihr aus Zucker“, konterte Moritz. Genau diese Vorschriften brachten
schließlich FDP-Ratsherr Manfred Wolf auf die Palme. Er bezeichnete
seine Kollegin von den Grünen als „pädagogische Terroristin“, die ihre
Ziele mit Hilfe ehemaliger Terroristen erreichen wolle, so Wolf weiter.
So viel Aufregung ließ SPD-Fraktionschef Martin Börschel relativ
unberührt. Der konterte die Aufregung betont kühl. "Das Spektakel
beherrschen sie. Aber ihr Antrag ist Mumpitz. Zudem hat der Vorschlag
Burgers neue Spielräume eröffnet und der Mediapark ist ebenfalls gut
erschlossen und erreichbar", so Börschel abschließend.


























