Schlagwörter: Köln,Rosenmontag,Zug,Zoch,2011,Innenstadt,Bilanz,Sonne,Frühling,Rosenmontagszug
Mehrere Hunderttausend Jecke aus Köln und dem nahen und fernen Umland waren am gestrigen Rosenmontag in die Kölner Innenstadt gekommen, um hier den karnevalistischen Höhepunkt der laufenden Saison live und in vielen Farben mitzuerleben. Wie schon zu Beginn des Straßenkarnevals am vergangenen Donnerstag lachte auch am gestrigen Montag der Fixstern nahezu ungebremst auf das Rheinland. Schätzungen der Verantwortlichen zufolge sollen rund 1,5 Millionen Menschen den Zugweg gesäumt haben. Nach Auskunft der Sicherheitsbehörden war es ein weitgehend friedlicher Verlauf. Auch bei der Abfahrt über das Nadelöhr gab es kaum Probleme. Ebenfalls positiv äußerten sich die Vertreter der Rettungsdienste. Aufgrund des Glasverbots in der Kölner Innenstadt gab es deutlich weniger Schnittverletzungen, 52 Menschen mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden, eine Frau musste in eine Klinik gebracht werden, weil ihr Nachwuchs sich den Rosenmontag ausgesucht hat, um das Licht der Welt zu erblicken. Weit über 500 Einsatzkräfte der Sanitäter standen an verschiedenen Standorten in der Innenstadt bereit, um im Notfall als Helfer einzuspringen. Erst zum Abend hin meldete die Polizei erste Fälle von Körperverletzungen. Auch zahlreiche Platzverweise wurden erteilt, aber die Zahl lag nicht wesentlich über der des Vorjahres.
Doch neben der allgemeinen Freude und den vielen Prominenten, unter anderem auch Kölns Nationalspieler und Publikumsliebling Lukas Podolski auf einem Wagen der Roten Funken, gab es auch kritische Töne. Bereits zum fünften Mal veranstalteten die "jecken Globalisierungskritiker" ihren "Zoch vor dem Zoch". Damit wolle man den politischen Karneval "beleben", wie die Organisatoren am gleichen Tag meldeten. Neben globalen Themen waren die hausgemachten Skandale wie der U-Bahn-Bau in der Kölner Innenstadt Aufhänger für die eigene Aktion. Die Zuschauerinnen und Zuschauer beobachteten es mit einer Mischung aus Wohlwollen und Gleichgültigkeit. Viel wichtiger waren am heutigen Tag eh die vielen verschiedenen, phantasievollen Kostüme der Jecken. Und bei wolkenlosem Himmel sehen die vielen Farben eben noch ein wenig farbenprächtiger aus.