26. 05. 2012
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"Spaß ohne Glas": Stadt gibt sich zuversichtlich
Etwas mehr als ein Dutzend Kinder der siebten Klasse der LVR-Förderschule an der Belvederestraße in Köln-Müngersdorf standen am heutigen Dienstagvormittag im Mittelpunkt des Medieninteresses. Immerhin schafften vier Medienvertreter den Weg in die idyllisch und mitten im Grün gelegene Einrichtung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR). Dabei geht es um die Neuauflage einer Regelung, die zum Start der Karnevalssession 2010/2011 mit großer Zufriedenheit bilanziert wurde. Die allgemeine Ordnungsverfügung, die das Verbot von Glasflaschen in den Bereichen Altstadt (rund um den Heumarkt) sowie im Bereich der Zülpicher Straße formal in Kraft setzt. Nach Auskunft von Robert Kilp ist die Allgemeinverfügung bereits seit Ende Januar in Kraft. Gespräche mit den vormaligen Klägern haben stattgefunden und seien gütlich verlaufen, ließen die Verantwortlichen durchblicken. Für die Kinder aus der 60-köpfigen Karnevalsgruppe der Förderschule war der heutige Termin auf jeden Fall aufregend. Sämtliche Kostüme sind für die bevorstehenden Schull- und Veedelszüch entworfen und größtenteils selbst gefertigt. Die Plastikflasche als Symbol für den glasfreien Karneval hatten die Schülerinnen und Schüler gleich in das eigene Kostüm integriert.
Glas als Barriere der anderen Art
Dass der Fototermin trotzdem nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigt ein näherer Blick. Diejenigen unter den Schülerinnen und Schülern, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, mussten es noch im vergangenen Jahr am buchstäblich eigenen Gefährt erfahren. Als sich die Karnevalsgruppe zum sonntäglich Zug durch die Kölner Innenstadt aufmachte, ging prompt einer der Ballonreifen aufgrund einer Glasscherbe kaputt, wie die Leiterin der Karnevalsgruppe, Förderlehrerin Gabriele Weber, bestätigte. Das Glasverbot gilt allerdings nicht für den Aufstellbereich des Traditionsumzugs am Tag vor dem großen Rosenmontagsumzug. So würde sich Weber auch für die anderen Innenstadtbereiche etwas weniger Sorglosigkeit im Umgang mit der eigenen Getränkeflasche aus Glas wünschen. "Ich hoffe, wir haben nie wieder mit Glasscherben zu kämpfen", so Weber weiter.
Stadtdirektor Guido Kahlen, als Rechtsdezernent für Ordnungsangelegenheiten verantwortlich, sieht darin gar eine neue "Barriere", die auf Anhieb so gar nicht als Barriere erkennbar ist. "Dieser Aspekt ging bisher etwas unter", betonte der Beigeordnete. In der kommenden Sitzung des Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Recht (AVR) wird die Verwaltung einen Erfahrungsbericht nachschieben, um die eigene Argumentation in der noch immer schwebenden Rechtsstreitigkeit zu unterstützen. Darin wiederholt die Stadt das, was sie schon nach den Erfahrungen des vor einem Jahr eingeführten Glasflaschenverbots geäußert hat. Das Verbot macht Sinn, die Zahl der Schnittverletzungen ging deutlich zurück. Im Gegensatz zu manchen Vorjahrestagen ging die zahl der Reifenpannen an Einsatzfahrzeugen von Polizei und Rettungspolizei gar auf Null zurück.


























