26. 05. 2012
Seite drucken
Stadt stellt Kampagne "Keine Kurzen für Kurze" vor
Zum achten Mal findet die Kampagne im Vorfeld der Karnevalstage statt.
Neben Plakaten und dem Einsatz von Ordnungskräften vor allem an
Weiberfastnacht gibt es auch in diesem Jahr wieder die zentrale
Veranstaltung „Jecke Dance“. Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes und
Stadtdirektor Guido Kahlen stellten die Kampagne gestern im Rathaus vor.
Auf 230 City-Light-Postern (175x118cm) im gesamten Stadtgebiet
Stadtgebiet macht die Stadt bereits seit Dienstag vergangener Woche auf
die Kampagne aufmerksam: Insbesondere Wirte und Kioskbesitzer sollen
dabei auf den Jugendschutz hingewiesen werden. „Die Kampagne verfolgt
das Ziel, dem Alkoholmissbrauch im Jugendalter entgegen zu wirken. Der
übermäßige Konsum von Alkohol im Jugendalter ist nicht ausschließlich
ein Kölner Problem. Das ist auch ein Problem des Umlandes“, betonte
Bürgermeisterin Elfi-Scho-Antwerpes (SPD). Auch die Bezirksregierung
habe das erkannt und angeordnet in den Schulen ihres Bereiches die
Schülerinnen und Schüler erst ab 12:30 Uhr aus der Schule zu entlassen,
lobte die SPD-Politikerin. Nach einer aktuellen Untersuchung der
Katholischen Fachhochschule in Köln haben bereits 40 Prozent der
Jugendlichen in den Klassen 7 und 8 Erfahrungen mit Alkohol gesammelt,
in der Oberstufe liegt der Anteil bei 93 Prozent. Insbesondere das
„Kampftrinken“ oder „binge drinking“ bereitet Sorgen. Mehr als die
Hälfte aller Oberstufenschüler (53 Prozent) gab an, dies schon mal
betrieben zu haben, erläuterte Scho-Antwerpes weiter. Insgesamt sechs
Beratungsstellen im gesamten Kölner Stadtgebiet bieten betroffenen
Jugendlichen und Eltern Informationen und konkrete Hilfestellungen in
Fällen von Alkoholmissbrauch an.
Der Ordnungs- und Verkehrsdienst der Stadt Köln wird dabei auch in
diesem Jahr wieder alle Hände voll zu tun haben. Im vergangenen Jahr
registrierten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes 103 Vorfälle. „Die
Alkoholgetränke werden dann vor Ort ausgeschüttet. In der Regel sind
die Jugendlichen einsichtig“, erklärte Katja Nieters vom Kölner
Ordnungsamt. 15 Verfahren gegen Gaststätten- und Kioskbesitzer, acht
„wilde Händler“ sowie 462 „Wildpinkler“ wurden dabei alleine an
Weiberfastnacht erwischt. Vor allem bei letzterem Verstoß registrierten
die Ordnungskräfte der Stadt Köln 2006 gegenüber dem Vorjahr eine
deutliche Zunahme (+ 14,9 Prozent).
Jecke Dance 2007 auf dem Neumarkt
An Weiberfastnacht veranstaltet die Stadt Köln ab 13 Uhr zusammen mit
dem Paritätischen Wohlfahrtverband und dem Festkomitee des Kölner
Karnevals von 1823 e.V. auf dem Neumarkt ab 13 Uhr „Jeck Dance 2007“.
„Wir hoffen auch in diesem Jahr wieder viel Resonanz bei den
Jugendlichen zu finden“, so Scho-Antwerpes weiter. Als Veranstaltung
für Jugendliche bieten die Organisatoren bis 21 Uhr zwölf verschiedene
Programmpunkte. Linus und der Kölner Jugendchor St. Stephan werden auch
auf der Bühne stehen.
Ordnungsdienst bereits unterwegs
Bereits im Vorfeld des Karnevals ist der Ordnungsdienst der Stadt Köln
eigenen Angaben zufolge bereits im gesamten Stadtgebiet unterwegs, um
Wirte und Kioskbesitzer auf die Vorschriften beim Verkauf von Alkohol
an Jugendliche hinzuweisen. Bei Verstoß drohen den Gewerbetreibenden
empfindliche Strafen von einem Bußgeldverfahren bis hin zur Schließung
des Betriebs. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen Bier, Wein, Obstwein und
ähnliche Getränke erhalten, wenn sie nicht bereits erkennbar betrunken
sind.
Für Weiberfastnacht kündigte der Ordnungsdienst zusätzliche Fußstreifen
insbesondere im Umfeld der Schulen in den Vororten Kölns an, heißt es
in dem Maßnahmenkatalog der Stadtverwaltung weiter. Bereits im Vorfeld
hatte der Stadtrat eine Erhöhung des Verwarngeldes für „Urinieren in
der Öffentlichkeit“ beschlossen. Wer beim Pinkeln im Freien erwischt
wird, muss mit einem Verwarngeld von 35 Euro rechnen.


























