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26. 05. 2012
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Volkssitzung darf auf dem Neumarkt bleiben


28.04.2008 22:00 von:

Schlagwörter: Köln,Neumarkt,Volkssitzung,Stadtrat,Diskussion

Nach wochenlangen Diskussionen einigten sich die Stadt Köln mit Stadtdirektor Guido Kahlen an der Spitze mit dem Festkomitee Kölner Karneval und der Karnevalsgesellschaft Alt Köllen vun 1883 e.V. auf den Verbleib an alter Spielstätte. Wie bereits in der turbulenten Januarsitzung des Kölner Stadtrates von Rot-Grün beschlossen soll zudem die Sitzung durch die Volksproklamation des Kölner Dreigestirns zusätzlich aufgewertet werden. Ob diese schon im kommenden Jahr auf dem Neumarkt stattfinden wird, steht jedoch noch nicht fest. Allerdings sieht der nun gefundene Kompromiss vor, dass auch das Zelt etwas kleiner ausfallen wird als in den Vorjahren. Das Platzkonzept, dass der Stadtrat mit rot-rot-grüner Mehrheit im vergangenen Jahr beschlossen hat, verbietet ab diesem Jahr Zeltgroßveranstaltungen. Fußgänger müssen demnach den zentralen Platz in der Kölner Innenstadt problemlos queren können, so eine der Anforderungen. Einzige damals vorgesehene Ausnahme war der Traditionszirkus Roncalli.

Vor allem das bürgerliche Lager freute sich über die Entscheidung und den Verbleib der beliebten und gemeinnützigen Veranstaltung. Mit der zusätzlichen Aufwertung und der fortan beschlossenen Schirmherrschaft des Festkomitees über die zentrale Karnevalsveranstaltung habe sich nach Lesart der Gegner auch deren Status geändert. Während Festkomitee-Sprecherin Sigrid Krebs die Bedeutung der Volkssitzung für den Kölner Karneval und damit für das Brauchtum in der Domstadt hervorhob, wurde Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma deutlicher. Der Protest gegen ein Ende der Volkssitzung habe sich gelohnt, ließ das Kölner Stadtoberhaupt verkünden. Auch die Liberalen im Stadtrat zeigten sich erfreut über den „Kölschen Kompromiss“. Auch Vertreter von Rot-Grün äußerten sich gegenüber der Lokalpresse konziliant und nannten ihn eine „dauerhafte Lösung“. FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Breite, wie seine Ratskolleginnen und –kollegen von der CDU ein erklärter Gegner des Platzkonzepts in seiner jetzigen (rigorosen) Form, hofft nun, dass der „Umfaller“ von Rot-Grün nicht der letzte in dieser Hinsicht sei. Der Protest, der in der heißen Phase des Karnevals durch das massenhafte Tragen schwarzer Pappnasen zu einer regelrechten Massenbewegung wurde, zeige offenkundig Wirkung, freuten sich CDU und FDP.

Zahlreiche Prominente, insbesondere aus der Karnevalsszene, hatten zusammen mit dem Festkomitee gegen eine Verlegung der Volkssitzung an den Mediapark protestiert. Der Erlös der insgesamt zwei Volkssitzungen auf dem Neumarkt sind sozialen Zwecken vorbehalten. Allerdings konnte die Verantwortlichen in den vergangenen zwei Jahren aufgrund deutlich erhöhter GEMA-Gebühren und Abgaben an die Künstlersozialkassen weit weniger an die gemeinnützigen Empfänger weiterreichen. Während der diesjährigen Karnevalssession wurden rund 25.000 schwarze Pappnasen verkauft, damit drückten die Jecken ihren Protest gegen die Verlegung der Volkssitzung aus.







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