26. 05. 2012
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Volkssitzung darf auf dem Neumarkt bleiben
Nach wochenlangen Diskussionen einigten sich die Stadt Köln mit
Stadtdirektor Guido Kahlen an der Spitze mit dem Festkomitee Kölner
Karneval und der Karnevalsgesellschaft Alt Köllen vun 1883 e.V. auf den
Verbleib an alter Spielstätte. Wie bereits in der turbulenten
Januarsitzung des Kölner Stadtrates von Rot-Grün beschlossen soll zudem
die Sitzung durch die Volksproklamation des Kölner Dreigestirns
zusätzlich aufgewertet werden. Ob diese schon im kommenden Jahr auf dem
Neumarkt stattfinden wird, steht jedoch noch nicht fest. Allerdings
sieht der nun gefundene Kompromiss vor, dass auch das Zelt etwas
kleiner ausfallen wird als in den Vorjahren. Das Platzkonzept, dass der
Stadtrat mit rot-rot-grüner Mehrheit im vergangenen Jahr beschlossen
hat, verbietet ab diesem Jahr Zeltgroßveranstaltungen. Fußgänger müssen
demnach den zentralen Platz in der Kölner Innenstadt problemlos queren
können, so eine der Anforderungen. Einzige damals vorgesehene Ausnahme
war der Traditionszirkus Roncalli.
Vor allem das bürgerliche Lager freute sich über die Entscheidung und
den Verbleib der beliebten und gemeinnützigen Veranstaltung. Mit der
zusätzlichen Aufwertung und der fortan beschlossenen Schirmherrschaft
des Festkomitees über die zentrale Karnevalsveranstaltung habe sich
nach Lesart der Gegner auch deren Status geändert. Während
Festkomitee-Sprecherin Sigrid Krebs die Bedeutung der Volkssitzung für
den Kölner Karneval und damit für das Brauchtum in der Domstadt
hervorhob, wurde Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma deutlicher. Der
Protest gegen ein Ende der Volkssitzung habe sich gelohnt, ließ das
Kölner Stadtoberhaupt verkünden. Auch die Liberalen im Stadtrat zeigten
sich erfreut über den „Kölschen Kompromiss“. Auch Vertreter von
Rot-Grün äußerten sich gegenüber der Lokalpresse konziliant und nannten
ihn eine „dauerhafte Lösung“. FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich
Breite, wie seine Ratskolleginnen und –kollegen von der CDU ein
erklärter Gegner des Platzkonzepts in seiner jetzigen (rigorosen) Form,
hofft nun, dass der „Umfaller“ von Rot-Grün nicht der letzte in dieser
Hinsicht sei. Der Protest, der in der heißen Phase des Karnevals durch
das massenhafte Tragen schwarzer Pappnasen zu einer regelrechten
Massenbewegung wurde, zeige offenkundig Wirkung, freuten sich CDU und
FDP.
Zahlreiche Prominente, insbesondere aus der Karnevalsszene, hatten
zusammen mit dem Festkomitee gegen eine Verlegung der Volkssitzung an
den Mediapark protestiert. Der Erlös der insgesamt zwei Volkssitzungen
auf dem Neumarkt sind sozialen Zwecken vorbehalten. Allerdings konnte
die Verantwortlichen in den vergangenen zwei Jahren aufgrund deutlich
erhöhter GEMA-Gebühren und Abgaben an die Künstlersozialkassen weit
weniger an die gemeinnützigen Empfänger weiterreichen. Während der
diesjährigen Karnevalssession wurden rund 25.000 schwarze Pappnasen
verkauft, damit drückten die Jecken ihren Protest gegen die Verlegung
der Volkssitzung aus.


























