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Historisches Archiv eingestürzt

03-03-2009 17:40:00

Das Historische Archiv vor seinem Einsturz.
Das Historische Archiv vor seinem Einsturz. :: ClickBild=Vollbild
Um 14:09 Uhr begann es nahe des Kölner Waidmarktes zu krachen. Unter lautem Getöse stüzte das Historische Archiv sowie ein benachbartes Gebäude ein. Auch das benachbarte Altenheim St. Georg ist teilweise zerstört. Direkt vor dem Eingang zum Gebäude befindet sich zudem eine Baustelle der Nord-Süd-Stadtbahn. Die Straßendecke ist nach Angaben der Einsatzkräfte ebenfalls eingestürzt, in die U-Bahn-Schächte soll überdies Wasser eingedrungen sein. Die Mitarbeiter und Besucher des Historischen Archivs sollen es aber rechtzeitig ins Freie geschafft haben, mehrere Leichtverletzte wurden von den Rettungskräften ärztlich versorgt. Nach Angaben der Kölner Polizei sind derzeit noch drei Personen vermisst, zuvor war von neun bis 30 Vermissten die Rede. Ein Augenzeuge hatten zuvor berichtet, dass mehrere Menschen in die Tiefe gerissen worden sein sollen. Zur Unglücksursache gab es zunächst keine Angaben der Verantwortlichen. Allerdings bestätigte nach einem WDR-Bericht die Kölner Stadtspitze, dass es bereits in den Wochen zuvor „Gebäudebewegungen“ gab. Ob die Bauarbeiten an der Nord-Süd-Stadtbahn Ursache für den Einsturz der Gebäude ist, soll nun untersucht werden.

Historisches Erbe in Schutt und Asche

Der Einsturz ist schon jetzt eine Katastrophe für die Stadt, unabhängig von der Zahl möglicher Opfer. In dem größten Stadtarchiv waren auf 6800 Quadratmetern Nutzfläche 65.000 Urkunden, 104.000 Karten und eine halbe Million Fotos registriert. Erst vor wenigen Wochen hatte ein Expertenkolloqium über die möglichen Standorte des Archiv beraten. Das Stadtarchiv platzt schon seit Jahren aus allen Nähten, mehrere Bestände mussten bereits in der Vergangenheit ausgelagert werden. Neben dem Stadtarchiv selbst waren auch das Rheinische Bildarchiv und die Archivbibliothek in dem Gebäude untergebracht. Das gegenüberliegende Friedrich-Wilhelm-Gymnasium (FWG) wurde durch den Einsturz leicht beschädigt, Schüler kamen jedoch nicht zu Schaden. Das Areal rund um das ehemalige Polizeipräsidium steht bereits seit Jahren leer und soll demnächst umgewidmet werden. Derzeit sind die Nord-Süd-Fahrt und die Bäche bis zur Unfallstelle weiträumig abgesperrt. Die Auswirkungen auf den ÖPNV sind hingegen begrenzt. Lediglich zwei Buslinien werden über die Rheinuferstraße umgeleitet.

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