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26. 05. 2012
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1. Mai: So viele Demonstranten wie lange nicht mehr


02.05.2011 05:49 von:

Schlagwörter: Köln,1. Mai,DGB,Verdi,Mindestlohn,Godorf,Kossiski,Nottebaum,Roßmann,2011

(ehu) Da gab es auch mal einige Pfiffe und Buhrufe, als Kölns DGB-Vorsitzender Andreas Kossiski den Ausbau des Godorfer Hafens forderte. Doch sonst herrschte eitel Einigkeit zwischen ihm und den anderen Gewerkschaftsvertretern auf der Bühne und den Demonstranten auf dem Heumarkt. Zumindest am Anfang war er dicht gefüllt, als dort am Sonntag die traditionelle Kundgebung zum 1. Mai stattfand. Bis zu den Auftritten der Kabarettisten Wilfried Schmickler und Heinrich Pachl hatte er sich dann allerdings deutlich geleert.

Oberbürgermeister Jürgen Roters hatte die Veranstaltung mit einem Grußwort eröffnet. Darin lobte er die Rolle der Gewerkschaften, die dabei helfen, Köln zu einer "solidarischen und sozialen Stadt" zu machen. Kossiski forderte den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie und den ökologischen Umbau der deutschen Industrie. Er prangerte den "Wilden Westen" auf dem Arbeitsmarkt mit Dumpinglöhnen und Leiharbeit an. Von der Landesregierung verlangte er eine Reduzierung der verkaufsoffenen Sonntage, harte Kritik richtete er nach Siegburg, wo ausgerechnet an diesem 1. Mai die Geschäfte öffnen durften.

Gewerkschaft für Ausbau des Godorfer Hafens

Der Ausbau des Godorfer Hafens sei wichtig, um den Wirtschaftsstandort Köln zu sichern. Allein im Logistik-Sektor ständen 27.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Gleichzeitig wandte er sich gegen die Umwandlung der Häfen von Deutz und Mülheim zu Wohn-Standorten. Selbst nach dem Ausbau in Godorfer fehlten immer noch große Umschlagflächen. Einhelligen Beifall erhielt Kölns Gewerkschaftschef für seine Aufforderung, sich an der Bürgerbefragung zum geplanten Ausbau zu beteiligen.

Auf die schlechten Arbeitsbedingungen und den Lohndruck bei den Vorfelddiensten – also der Gepäck-, Passagier- und Frachtabfertigung – dem Kölner Flughafen machte Christa Nottebaum aufmerksam, Geschäftsführerin der Kölner Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Ihre Gewerkschaft führt in diesem Jahr Tarifverhandlungen unter anderem in der Druckindustrie und im Einzelhandel. Nottebaum forderte gleichen Lohn für gleiche Arbeit und einen bundesweit einheitlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde.

Widerstand gegen "pro Köln"-Demo am 7. Mai

Ins selbe Horn stieß Dr. Wittich Roßmann. Die Kölner Industrie, so der erste Bevollmächtigter der IG Metall Köln, sei schon jetzt daran beteiligt, den ökologischen Wandel in der Energiepolitik und bei Mobilitätskonzepten voranzutreiben. Wie auch seine Vorredner rief er dazu auf, sich am 7. Mai den "gefährlichen Parolen von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und gegen den Rechts- und Sozialstaat" entgegenzustellen. Für diesen Tag hat die als rechtsextrem eingestufte Formation "pro Köln" zu einer Kundgebung eingeladen.

Fast 10.000 Menschen hatten sich – so die Veranstalter – auf dem Heumarkt versammelt. Gut 4000 waren zuvor vom DGB-Haus am Hans-Böckler-Platz durch die Innenstadt gezogen. Insgesamt waren es deutlich mehr Teilnehmer als im Jahr zuvor. Köln war damit eine Ausnahme im bundesweiten Trend, insgesamt war das Interesse an den Maikundgebungen eher rückläufig.







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