26. 05. 2012
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1500 Kölner demonstrieren gegen Atomenergie
(ehu) "Wer jetzt nicht anfängt nachzudenken, ist verantwortlich für die Probleme der Zukunft", fasste Kölns DGB-Vorsitzender Andreas Kossiski seine Gefühle angesichts der japanischen Atom-Katastrophe zusammen. Mit rund 1000 anderen Demonstranten forderte er am Montag Abend vor dem Dom "AKW abschalten sofort". Gleichzeitig hatten sich auch auf dem Rudolfplatz etwa 500 Atom-Gegner versammelt. Gegen 19 Uhr erhielten sie dann Verstärkung von der Domplatte. Es wurde eng.
"Wäre nur eine Veranstaltung nicht besser?", wunderte sich sogar die Polizei über den Doppel-Protest. Die Kundgebung auf der Domplatte war nicht angemeldet, sondern eine "Erweiterung" der dort regelmäßig stattfindenden Montagsdemo. Völlig legal dagegen lief es auf dem Rudolfplatz ab. Dorthin hatten Anti-Atom-Initiativen und Gruppierungen aus dem linken Spektrum eingeladen. "Da ist in der Hektik der Vorbereitung die Zusammenarbeit etwas zu kurz gekommen", gab eine Organisatorin zu, künftig will man aber eng zusammenarbeiten.
Programm auf dem Rudolfplatz
Wurde vor dem Dom nach einer Schweigeminute für die Toten in Japan die Tradition des "offenen Mikrofons" gepflegt – jeder durfte seine Meinung sagen –, gab es vor dem Hahnentor ein richtiges Programm. Klaus der Geiger heizte mit seiner Band die Stimmung an. "Das Gerede von der Sicherheit der Atomkraftwerke hat sich als Lüge entlarvt. Ebenso die Auffassung, dass Konsum das wichtigste im Leben ist", sagte er und forderte die Demonstranten auf, sich nicht nur beim Stromverbrauch einzuschränken.
Kölner Kinderarztes wirft Atomindustrie Vertuschung vor
Schwere Vorwürfe an Politik, Industrie und Wissenschaft richtete der Kinderarzt Alex Rosen, Mitglied des Vereins Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW). Er zitierte eine Untersuchung, nach der in der Umgebung von Atomkraftwerken bei Kindern die Erkrankung an Leukämie signifikant ansteige. "Man weigert sich aber, die dafür verantwortliche Strahlung zu untersuchen." "Atomkraftwerke sind in Beton gegossene Atombomben", so sein Fazit. Eine Rednerin des Veranstalters forderte schließlich dazu auf, den "Befürwortern der Atomenergie auf die Pelle zu rücken". Zum Abschluss kam es dann noch zu einer spontanen friedlichen Demonstration über die Ringe.
Im Internet finden sich Informationen für den Wechsel zu Ökostrom-Anbietern. Mehr dazu finden sie unter: www.atomausstieg-selber-machen.de.


























