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26. 05. 2012
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1700 Jahre Deutzer Stadtgeschichte am rechten Rheinufer


04.10.2010 15:19 von:

Schlagwörter: Köln,Rheinufer,Ausgrabung,2010,Rheinboulevard,Stadt,RGM,Museum,Archäologie,Römer

Bei den vorbereitenden Arbeiten zum Regionale-Projekt Rheinboulevard hatten die Archäologen Funde aus 1700 Jahren Deutzer Stadtgeschichte entdeckt. Am heutigen Montag stellten die Vertreter des Bauherrn und der Ausgrabungsleitung die bisherigen Funde vor. Auf einer Fläche von rund zehn mal 60 Metern werden derzeit die Funde aus der Kölner Geschichte freigelegt und archäologisch begutachtet. Nun soll ermittelt werden, welche Funde tatsächlich auch ausgegraben und anschließend entsprechend präsentiert werden können und welche unangetastet unter der Erde liegen bleiben, wie der kommissarische Leiter des Römisch-Germanischen Museums (RGM) und Leiter der Ausgrabungen in Köln-Deutz, Dr. Marcus Trier, erläuterte. Im Zentrum des Interesses der Archäologen stehen dabei die Mauerreste des römischen Brückenkopfkastells, "die Antwort der römischen Stadt gegenüber den sich formierenden germanischen Großstämmen auf der rechten Rheinseite", wie Trier weiß.

Für den Bauherrn, das Kölner Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, sind die Auswirkungen derzeit noch nicht absehbar, wie der Leiter der Abteilung Stadtgrün und Forst, Dr. Joachim Bauer, ergänzte. Momentan gehe man davon aus, dass im Bereich des abgebrochenen Rheindamms die Arbeiten am Hochwasserschutz bereits im kommenden Monat beginnen können. "Wir haben den Damm abgetragen und die Überreste gefunden", so Bauer zur Entstehungs- und Entdeckungsgeschichte dieser Funde. Der Hochwasserschutz und damit das Interesse aller Beteiligten wird nun auf den nördlichen Rand der ehemaligen römischen Befestigungsanlage stehen nun im Zentrum des Interesses. Auf die Bauarbeiten des Regionale-Projekts "Rheinboulevard" selbst wird dieser Fund keinen Einfluss haben, allerdings auf die Bauausführung. So war der zum ehemaligen Lufthansa-Hochhaus angrenzende Bereich der Rheinuferpromenade eigentlich als Baustellengrundstück vorgesehen. "Diese Einrichtungsfläche fehlt uns jetzt", erläuterte Bauer weiter.

Auch zu den möglichen Mehrkosten gebe es derzeit noch keine genauen Zahlen. Allerdings ist sicher, dass mit der Entdeckung und dem weiteren Vorgehen auch Mehrkosten anfallen, die im bisherigen Budget des Regionale-Projekts nicht aufgelistet sind. Bauer ist sich aber sicher, dass auch die Zuschussgeber, unter anderem das Land Nordrhein-Westfalen, in die weiteren Beratungen einbezogen werden. "Dafür ist es derzeit noch zu früh, Gespräche dazu haben noch nicht stattgefunden", so Bauer weiter. Ebenso ungeklärt ist nach den Worten des Ausgrabungsleiters Trier auch die Frage, wie die Fundstücke zu bewerten sind und ob sie möglicherweise sogar in den Rheinboulevard integriert werden können. Für Karsten Kretschmar von den Kölner Grünen gibt es die Hoffnung auf eine gute Lösung. "Das kann man nicht mehr zuschütten. Wir brauchen eine intelligente Lösung", forderte der Stadtrat der Grünen. Nun muss die Politik entscheiden, wie sie mit diesem historischem Erbe umgehen will. Neben den Überresten aus der römischen Zeit wurden auf dem Ausgrabungsfeld auch die Reliquien Kölner Stadtgeschichte aus anderen Epochen entdeckt, unter anderem von einem alten Wachturm und Alt-St. Urban, der ältesten Pfarrkirche in Deutz aus dem neunten Jahrhundert.







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