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25. 05. 2012
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50.000 neue fleißige Mitbewohner im Dormagen-Guffanti-Heim


08.07.2010 07:33 von:

Schlagwörter: Köln, Bienen, Honig, Imker, Dormagen-Guffanti, Bredehorst, SBK

(js) Die erste Bewährungsprobe hat das "Longericher Bienenglück" schon bestanden: als geschmackgebender Bestandteil der Guffanti-Hot-Dog-Honig-Soße. Die erfreute sich beim 1. Honigfest des Dormagen-Guffanti-Behindertenzentrums größter Nachfrage. Gefeiert wurde die erste "Ernte" vom hauseigenen Bienenstock und die Einweihung des "Schleuderraumes", der auch von anderen Kölner Imkern und Imkerinnen genutzt werden kann.

Seit Anfang dieses Jahres ist das Bienenvolk neuer Bewohner der "ökologischen Nische" auf dem Gelände der SBK-Einrichtung im Norden Kölns. Drei weitere Bienenstöcke hat eine Kölner Imkerin dazugestellt. Die "ökologische Nische" wurde vor genau einem Jahr eingerichtet und soll mit ihren Tieren und Pflanzen Vorbild für die Sicherung der Artenvielfalt in der Stadt sein. Außerdem ist sie ein wichtiger Bestandteil für die Arbeit des Heimes, können dessen Bewohner – mehrfach schwerbehinderte Erwachsene — so Zugang zur Natur finden. Durch die Eingliederung in Arbeitsprozesse kann ihr Selbstbewusstsein gestärkt werden.

Die Idee, auch einen Bienenstock aufzustellen, ging vom Kölner Imkerverein aus. Der startete Anfang des Jahres die Flugblatt-Aktion "Neue Imkerinnen braucht die Stadt". Denn die Zahl der Imker sinkt und damit die der Bienenvölker. Bienen aber sind wichtig, wenn sie zum Beispiel keine Obstbäume mehr bestäuben, gibt es auch keine Äpfel oder Birnen mehr. Heimleiterin Margarethe Wrzosek ließ sich überzeugen. Sie kaufte ein Bienenvolk für die "ökologische Nische", das inzwischen auf rund 50.000 fleißige Bienen angewachsen ist – plus Königin, deren Hauptaufgabe darin besteht, sich füttern zu lassen und Eier zu legen. Außerdem lässt sich Wrzosek zur Imkerin ausbilden. Angst vor Bienen hat sie nicht, und anfängliche Bedenken der Nachbarn haben sich inzwischen auch gelegt, erzählt sie.

Am Mittwoch wurden dann die ersten Rahmen aus den Stöcken genommen. Zwischen ihnen hatten die Bienen ihre Waben gebaut und darin den Honig – vor allem von Lindenblüten – gesammelt. Im Schleuderraum wurden sie weiterverarbeitet. Zunächst muss das Wachs entfernt werden, dann werden die Rahmen in die Schleuder gestellt, in der dann der Honig durch die Fliehkraft herausgeschleudert wird. Von den Innenwänden fließt er hinunter und wird außen in einem Topf gesammelt. "Kölns Imker freuen sich schon darauf, dass sie diesen Raum auch benutzen dürfen", sagt der stellvertretende vereinsvorsitzende Matthias Steinweg. Denn nicht für jeden lohne sich die Anschaffung einer teuren Schleuder, außerdem genügt der neue Raum allen gesetzlich vorgeschriebenen Hygienebestimmungen.

Fast sechs Kilo brachte die erste Ernte unter den kritischen Augen von Sozialdezernentin Marlis Bredehorst und SBK-Chef Otto B. Ludorff. Sie macht das Heim "honig-autark". Verkauft werden darf er nicht – aber vielleicht auf dem Weihnachtsmarkt gegen eine Spende getauscht werden. Es besteht also noch Hoffnung für jeden Kölner, in den Genuss des "Longericher Bienenglücks" zu kommen, wie der goldgelbe Honig gestern nach Publikumsentscheid getauft wurde.

Wer mehr über Bienenhaltung wissen will: www.koelner-imkerverein.de.







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