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26. 05. 2012
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6. Innenstadtforum lockt Kölner an


11.01.2011 08:36 von:

Schlagwörter: Köln,2011,Januar,Masterplan,Innenstadtforum,Streitberger,Soénius,Radfahrer,Eber

(ehu) Bürgerbeteiligung ist schön und demokratisch, macht aber viel Arbeit und kann bisweilen ganz schön frustrieren. Das zeigte das sechste "Innenstadtforum" am Montagabend. Im Gürzenich sollte an ausgesuchten Beispielen die Umsetzung des Masterplans vorgestellt und diskutiert werden. Einzelgespräche statt "Frontalunterricht" hatte Stadtplanungsdezernent Bernd Streitberger angesagt. Am Ende aber kam es wieder zur Diskussion zwischen Podium und Zuhörern. Nach zwei Stunden hatte von ursprünglich weit über 200 Kölnerinnen und Kölnern nur knapp die Hälfte bis zum Schluss durchgehalten.

Im Foyer des Gürzenich hatte man Kojen aufgestellt, in denen die aktuellen "Interventionsräume" anhand von Planungsskizzen- und karten vorgestellt wurden. Hier erklärten städtische Mitarbeiter, worum es geht. Auch Streitberger und Ulrich Soénius, IHK-Geschäftsführer und Mit-Initiator des Masterplans, waren sich dafür nicht zu schade. Ebertplatz, Barbarossaplatz, Kulturzentrum Neumarkt mit Cäcilienstraße, Stadtraum Rhein, Ottoplatz in Deutz, Innerer Grüngürtel, rechts und links der Nord-Süd-Fahrt waren wesentlichen Themen.

Unterschiedliche Planungsphasen

Offensichtliche Schwierigkeiten bereitete – das zeigte auch die anschließende Gesamtdiskussion – die unterschiedlichen Planungszustände. So kann man beim Barbarossaplatz noch von einer Ideenwerkstatt sprechen, beim Ottoplatz dagegen ist nichts mehr an der Umgestaltung zu rütteln. Hier sollen die Bauarbeiten schon in den nächsten Tagen beginnen.

Trotzdem: Vor allem von diesen Einzelgesprächen und den insgesamt vielen Besuchern – deutlich mehr als bei den bisherigen Innenstadtforen – zeigte sich Streitberger sehr zufrieden. "Viele Bürger waren zum ersten Mal bei so einer Veranstaltungen. Ich hatte tolle Gespräche", bilanzierte er. Eine Erkenntnis: "Ich bin erstaunt darüber, wie viele Bürger eine deutliche Verringerung des Autoverkehrs in der innenstadt zugunsten von Fußgängern und Radfahrern fordern." Besonders bei der Nord–Süd-Fahrt seien sie "radikaler" als die Pläne der Verwaltung.

Bürger wollen weniger Autoverkehr

Zu diesen gehörte zum Beispiel auch der überzeugte Radfahrer Michael Weber. "Zum Teil ist der Masterplan sehr gut. Man traut sich aber nicht, zugunsten der Radfahrer Gas zu geben", sagte er, besonders am Neumarkt fehle es an einer überzeugenden Lösung. Die Möglichkeit, sich bei diesem Innenstadtforum umfassend zu informieren, fand er "sehr sympathisch". Ulrich Horn, Mitarbeiter des Stadtplanungsamts und als "Erklärer" für den "Interventionsraum Ringe" zuständig, fasste seine Beobachtungen so zusammen: "Die Kölner wollen hier wieder einen Boulevard mit mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer."

Auch Soénius war mit den "vielen guten Kleingesprächen" zufrieden. "Ich konnte viele Befürchtungen zerstreuen, etwa das es künftig weniger Grün in der Innenstadt geben werde. Das Gegenteil ist der Fall." Künftig müsse man allerdings stringenter diskutieren. problematisch sei sicher der unterschiedliche Stand der Planungen bei den einzelnen Projekten.

Planung für die nächsten Generationen

Anschließend stellten sich Streitberger und Soenius auf dem Podium den Fragen aus dem Publikum. Zu Beginn mahnte Sigurd Trommer, Ex-Baurat der Stadt Bonn, die Kölner, dass es hier um eine Entscheidung der Stadtgestaltung für die nächsten Generationen gehe. Negativ geprägt wurde folgende Diskussion von (ausschließlich männlichen) Diskutanten, die in meist langatmigen Ausführungen grundsätzliches zum Kölner Klüngel loswerden wollten oder sich – gestählt durch die vorangegangenen Innenstadtforen – durch Wiederholungen selbstdarstellten.

Doch gab es auch sehr viele positive Beiträge, wenn auch viele Wünsche nicht erfüllt werden. So wird es wohl keinen "zentralen Markt" auf dem Ebertplatz geben. Soénius wies auf auf die vielen dezentralen Kölner Märkte hin und den funktionierenden Einzelhandel rund um den Ebertplatz, der durch einen solchen Markt gefährdet würde.

Immerhin: Streitberger versprach künftig verstärkte und frühzeitige Einbeziehung der Bürger. Etwa wenn es darum geht, was an der Stelle des eingestürzten Stadtarchivs entstehen soll. Das Protokoll der Veranstaltung ist demnächst unte: www.masterplan-koeln.de nachzulesen.





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