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25. 05. 2012
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Anonyme Beweissicherung ab sofort möglich


06.07.2011 20:22 von:

Schlagwörter: Köln,Institut für Rechtsmedizin,2011,Juli,Kooperation,Anonyme Beweissicherung,St

es ist wohl so etwas wie Opferschutz. Als dritte Stadt in NRW wird es in der Domstadt zukünftig ein anonymes Beweissicherungsverfahren für Opfer von Sexualstraftaten geben. Bereits am Tag vor der gestrigen Pressekonferenz hatte die Kölner Gleichstellungsbeauftragte Christine Kronenberg im Ausschuss für Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen (AVR) Sinn und Hintergrund der neuen Einrichtung erläutert. Mit der neuen Möglichkeiten der anonymen Beweissicherung soll vor allem der Opferschutz verbessert werden. Ließ ein Opfer die Beweise einer Vergewaltigung aufnehmen, konnten weitergehende Spuren nicht gesichert werden, ohne Strafanzeige zu erstatten. Jetzt können Opfer Beweise aufnehmen lassen, Spuren sichern lassen und – wenn sie sich dazu entschließen – später eine Anzeige erstatten, erläuterten die Verantwortlichen.

Viele Opfer – die überwiegende Zahl der Betroffenen sind weiblichen Geschlechts – haben nach einer solchen Straftat mit den psychologischen Folgen zu kämpfen. Nicht selten leiden die Opfer an Traumata. "Triff keine Entscheidung in der Stunde der Verwirrung. Nach der Kernaussage dieser alten Weisheit muss Frauen nach einer Sexualstraftat zumindest die Möglichkeit gegeben werden, erst zu handeln, wenn sie wieder stabil sind", so Kronenberg weiter. In Kern hebt das Institut für Rechtsmedizin die möglichen Beweise einer Vergewaltigung oder anderer Sexualdelikte bis zu zwei Jahre auf. Die Lagerung der Beweismittel kann sogar auf Antrag weiter verlängert werden.

"Nur ein kleiner Teil der Frauen, die bei uns in die Beratung kommen, hat die Vergewaltigung direkt angezeigt oder hat das noch vor. Direkt nach der Tat überwiegt meist das Bedürfnis, das Geschehen zu verdrängen und den Alltag wieder herzustellen. Auch Schuld- und Schamgefühle spielen eine große Rolle. Der Gang zur Polizei ist in so einem Moment mit erheblichen Ängsten und Unsicherheiten verbunden", beschrieb Irmgard Kopetzky, Koordinatorin vom Kölner Notruf für vergewaltigte Frauen, die Opfersicht. Aus ihrer Sicht wird mit der neuen Einrichtung die Ausgangsposition des Opfers spürbar verbessert. "Bei der Anonymen Spurensicherung stellen sich die Frauen nach dem Ereignis ohne vorherige Anzeigenerstattung bei der Polizei in einer der beteiligten Kliniken in einer gynäkologischen Ambulanz vor. Hier ist Tag und Nacht eine Ärztin oder ein Arzt anwesend. Sie können die gynäkologische Untersuchung vornehmen", erläuterte die Leitende Oberärztin Dr. Sibylle Banaschak, das Prozedere. Dabei spielt auch die Schulung der behandelnden Mediziner eine wichtige Rolle im Konzept der Kooperationspartner.

An dem neuen Verfahren werden in Köln fünf Kliniken teilnehmen. Neben der Universitäts-Frazenklinik sind dies die Frauenklinik im Krankenhaus Holweide, das Evangelische Krankenhaus Köln-Kalk, das Krankenhaus Porz am Rhein sowie das Heilig-Geist-Krankenhaus in Longerich. Die Untersuchungstests selbst werden dabei von der Stadt Köln und durch Spenden refinanziert. Mögliche Beweismittel können sein Abstriche, aber auch Fingernägel und andere Teile. Nach der Untersuchung werden die codierten Asservate verpackt, die Tüte versiegelt und mit einem Boten in die Rechtsmedizin der Uniklinik Köln gebracht, so das Vorgehen. Die Lagerung der Spuren wird derzeit aus Eigenmitteln des rechtsmedizinischen Instituts bezahlt. Das Gesundheitssystem und die Justizbehörden haben eine Kostenübernahme der Spurensicherung bislang abgelehnt.







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