Wetter

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





26. 05. 2012
Seite drucken

Aprilscherz im Doppelpack


31.03.2010 21:34 von:

Schlagwörter: Köln,Redaktion,Köln Nachrichten,Aprilscherz,2010

Mittwoch, 31. März 2010, 15:45 Uhr: Tatort Briefkasten. Im Briefkasten der Redaktion von Köln Nachrichten liegt ein amtlich wirkendes Schreiben. Der Inhalt klingt erst mal gar nicht lustig. Da soll der Chefredakteur des Online-Nachrichtenportals doch tatsächlich mit einem Leihwagen auf der Bundesautobahn A 8 am Hirschzweig geblitzt worden sein. Statt der vorgeschriebenen 100 wurden 183 km/h gemessen. Der Führerschein ist sofort und für zwölf Monate abzugeben. Hinter dem Vorwurf stehen viele Kürzel von Vorschriften der Straßenverkehrsordnung. "Der Führerschein ist umgehend abzugeben", steht dort weiter. Die Geldbuße ist auf dem Schreiben ebenfalls mit vermerkt und beträgt samt Auslagen von Bußgeldstelle und Polizei 1833,50 Euro. Schockstarre, danach ein kalter Schauer aus Wut und Ratlosigkeit und dann der zweite Blick auf das Schreiben aus dem Ordnungsamt vom "Landkreis Mieslach". Sachbearbeiter: eine gewisse "Frau Schumacher", soso. Anzeigenerstatter: ein gewisser "Herr Blindfuchs", Tatzeitpunkt: 29. Februar 2010, 11:11 Uhr. Die Uhrzeit könnte ja stimmen, aber das Datum?. Und dann der Blick auf die Rückseite mit Auflösung. Das Ganze ist eine Art "Promotion-Gag" für ein neues Autorennspiel namens "Blur", das Ende Mai dieses Jahres in den Handel kommen soll, für Xbox 360, PlayStation3 und PC. Dazu der nicht ganz ernst gemeinte Hinweis: "Sie haben berufsbedingt die Möglichkeit, statt dem Einspruch an eine Behörde, sich anderweitig schriftlich zu äußern, ob und welche Tatsachen und Beweismittel Sie im weiteren Verfahren für Ihren Artikel vorbringen wollen, ist dabei Ihnen überlassen". Und am Ende des Schreibens der "Wunsch zu einem schönen ersten April". Absender des Schreibens war, auch das stand im Kleingedruckten, eine PR-Agentur aus München, die sich diese etwas andere Form der Presseerklärung ausgedacht hat. Erleichterung und doch die Gewissheit: Hier hat sich jemand einen sehr gelungenen, weil realistischen Aprilscherz erlaubt. Das verdient Lob und eine Erwähnung auf dieser Seite.

Gibt es nun den "Ampel-Hennes"

Nach diesem Scherz, der den Puls zwischenzeitlich in den Bereich der anaeroben Anstrengung steigerte ("reingelegt"), folgt der zweite Streich. Aber alles in seiner chronologischen Abfolge. Als das immer noch aufgedrehte Objekt des ersten Aprilscherzes den PC anwirft, um sein Redaktions-Postfach zu checken, folgt die zweite Merkwürdigkeit. Am späten Vormittag landete eine Mail des Presseamtes im "Mailkörbchen" mit einer hochoffiziellen Pressemitteilung. Darin steht, dass ein nicht namentlich genannter "FC-Vorstand" mit Begeisterung registriert hat, dass an der KVB-Haltestelle Stadion, alle zwei Wochen das Mekka der Fußballpilger aus Köln und dem Rest der Republik, ab sofort ein neues Ampelzeichen eingeführt wird: der Ampel-Hennes (siehe Bildmontage). Schon bald werden weitere Fußgängerampeln im Umkreis des RheinEnergie-Stadions folgen und auf "Ampel-Hennes" umgestellt werden, kündigte der anonyme Vorstand des Fußball-Bundesligisten an. Dr. Norbert Walter-Borjans, seines Zeichens Beigeordneter für Wirtschaft, Liegenschaften und die Stadtfinanzen, räumt ein, es sei eine "skurrile Idee". Aber die habe ihm und seinen Mitstreitern so gut gefallen, dass trotz der geringen Zahl von sechs Unterstützern beim ersten Kölner Bürgerhaushalt 2008 ("kein Aprilscherz") die Idee nun ihre Umsetzung erfährt. Und Kölns Finanzminister hat direkt die kostenneutrale Lösung parat. "Inzwischen haben sich weitere Interessenten bei der Stadt gemeldet, die ihr Logo gerne auf Kölner Fußgängerampeln sehen möchten und dafür auch gut bezahlen würden", so Walter-Borjans. Ein Angebot, das auch der strengste Kassenwart kaum abschlagen könne. Derzeit laufen Verhandlungen mit IKEA, der Galeria-Kaufhof und Ford in ähnlicher Sache, teilte der überglückliche Kämmerer weiter mit. "Eine großartige Idee, mit der zusätzliche Einnahmen" in die klamme Stadtkasse gespült werden könnten, stand dort geschrieben.

So großartig die Idee des Geißbocks, Ford Focus oder Billy-Regals auf einer Fußgängerampel auch sein mag, es ist und bleibt ein Aprilscherz. Selbstverständlich dürfen Fußgängerampeln als bundeseinheitlich festgeschriebene Verkehrszeichen nicht regional angepasst werden, schließlich sollen sie für Sicherheit sorgen, da kennt der Gesetzgeber keinen Humor. Dies bestätigte dann auch Simone Winkelhog vom Kölner Presseamt nicht ohne den Hinweis, dass es diesbezüglich bereits einige Anfragen nach Interviews mit dem Kämmerer oder hochauflösenden Bildern der Geißbock-Ampel gab. Dass die Redaktion Köln Nachrichten wenige Minuten zuvor selbst Opfer eines Aprilscherzes geworden ist, mag der Grund dafür sein, nicht auch auf den zweiten hereingefallen zu sein. Aber es zeigt doch eines ganz deutlich: Ein guter Aprilscherz ist aller Ehren wert, schließlich muss die seit dem 16. Jahrhundert urkundlich erwähnte Tradition, seine Mitbürger am 1. des Monats April zu "foppen", jedes Jahr aufs Neue mit Kreativität gefüllt werden. Und die war für die Redaktion heute am eigenen Puls messbar.







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse