26. 05. 2012
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Aufatmen: Kaum Zwischenfälle beim zweiten "Anti-Islamisierungskongress"
Am heutigen Samstag ist der zweite "Anti-Islamisierungskongress" der als rechtsextrem eingestuften Formation "pro Köln" ohne größere Zwischenfälle zu Ende gegangen. Gegen 13:30 Uhr endete die Demonstration der Rechtspopulisten und ihrer europäischen Gäste auf dem Barmer Feld. Die Schätzungen von Polizei und Augenzeugen dürften sich zum Zeitpunkt der Demonstration zwischen 200 und 300 Sympathisanten der Rechten auf der Kundgebungsfläche befunden haben. Allerdings hatte die Polizei das Areal streng abgeriegelt, eigenen Aussagen zufolge, um zu verhindern, dass Gegendemonstranten wie angekündigt die Versammlung von innen heraus "sprengen". Dank des massiven Polizeiaufgebot und der Maßnahmen im Vorfeld konnte die Kölner Sicherheitsbehörde allerdings Ausschreitungen der so genannten "Linksautonomen" wie im vergangenen Jahr verhindern. Oberbürgermeister Fritz Schramma, der sowohl die Gegendemonstration wie auch das anschließende "Europafest" auf dem Roncalliplatz eröffnete, lobte die Arbeit der Polizei und zeigte sich über den friedlichen Verlauf erfreut. "Köln hat eine unmissverständliche und souveräne Antwort an alle rechtsextremen Scharfmacher gegeben, die glaubten, auf dem Rücken von Ausländern hier billigsten Wahlkampf machen zu können", erklärte das Kölner Stadtoberhaupt nach dem Ende der Veranstaltungen.
Schramma verwies auf das Verhältnis zwischen Anhängern der rechtsgerichteten Veranstalter, die in diesem Jahr dank zahlreicher politischer Sympathisanten aus dem europäischen Ausland wohl etwas höhere Zahlen verweisen. Nach Schätzungen unabhängiger Beobachter waren es zwischen 200 und 300 Demonstranten, die sich als "pro Köln"-Anhänger zu erkennen gaben. Pro Köln selbst spricht in diesem Zusammenhang von 1000 Besuchern, die sich auf dem Barmer Feld versammelt haben sollen. Auf der anderen Seite demonstrierten mehrere Tausend Bürgerinnen und Bürger für ein weltoffenes und tolerantes Köln und gegen Ausländerhass und Rechtsextremismus. Wie schon bei der ersten Veranstaltung überwog damit die Zahl der Gegendemonstranten die der Kongressteilnehmer um ein Vielfaches. Im Vergleich dazu sei der Anti-Islamisierungskongress nach Aussage des Oberbürgermeisters "ein mickriges Treffen", das allerdings "großspurig angekündigt" wurde. Neben der zentralen Gegenkundgebung auf dem Heumarkt sowie im Umfeld der abgesperrten Fläche in Köln-Deutz, gingen auch am Standort des neuen Ditib-Gemeindezentrums mehr als hundert Menschen auf die Straße. Sie dankten Oberbürgermeister Fritz Schramma mit Rosen seine Unterstützung für den Bau des neuen Begegnungszentrums.
Im Gegensatz zur ersten Veranstaltung dieser Art im September vergangenen Jahres nach dem offiziellen Verbot durch den Kölner Polizeipräsidenten errichteten einige gewaltbereite Autonome brennende Barrikaden. Die Polizei reagierte mit einer Einkesslungstaktik, bei der unter anderem auch Dutzende Minderjährige in Gewahrsam genommen wurden. Dafür wurde die Kölner Sicherheitsbehörde im Nachgang der ersten Veranstaltung dieser Art heftig kritisiert. Vorfälle dieser Art blieben in diesem Jahr aus. Allerdings gab es kleinere Störungen, wie auch die Bundespolizei bestätigte. So hatte gegen 9:30 Uhr eine Gruppe von linksradikalen Gegendemonstranten, die mit einem Zug der Regionalbahn nach Köln kamen, die Notbremse gezogen und den Zug vorzeitig zum Stillstand gebracht. Die Bundespolizei, die in Köln eigenen Angaben zufolge rund 900 Beamte im Einsatz hatte, konnte die Demonstranten aber relativ schnell davon abhalten, die Gleise zu blockieren. Um kurz vor 10 Uhr konnte der Regionalverkehr wieder seinen planmäßigen Verkehr aufnehmen. Auch bei der Eröffnungsrede des Kölner Oberbürgermeisters auf dem Roncalliplatz kam es zu einem kurzen Zwischenfall. Eine Gruppe selbsternannter Linksautonomer bewarf das Kölner Stadtoberhaupt während seiner Rede mit Tomaten. Schramma wurde sogar von einer der Feldfrüchte gestriffen, aber nicht mal das hat am Anzug des OB Spuren hinterlassen. "Offenbar eine äußerst schnittfeste Sorte", wie Pressesprecherin Inge Schürmann abschließend mitteilte.


























