26. 05. 2012
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Baugrube Waidmarkt: Polyester-Matten für mehr Standsicherheit
Am heutigen Mittwoch lud die Stadt Köln zu einem Besichtigungstermin in die Baugrube Waidmarkt. Bereits seit einigen Tagen tut sich etwas an der Stelle, wo einst das Stadtarchiv stand und nun im Untergrund noch rund zehn Prozent des Archivbestandes vermutet werden. Seit einigen Tagen findet sich dort in rund zwölf Meter Tiefe ein 100 Tonnen schweres Pfahlbohrgerät, dass ab Anfang kommender Woche mit dem so genannten Bergungsbauwerk beginnen soll. Dazu soll eine so genannte Bohrpfahlwand in den Untergrund eingelassen werden, um das Nachrutschen der seitlichen Wände zu verhindern. Die einzelnen Elemente dieser Befestigung sind 1,20 Meter im Durchmesser und insgesamt 30 Meter lang. Sie dienen zugleich auch als Basis für das spätere Beweissicherungsbauwerk, das bis an die Spundwände des Tunnelbauwerks der Nord-Süd-Stadtbahn getrieben werden soll. Damit das tonnenschwere Gerät auf sicherem Boden steht und sich dort bewegen kann, lässt die Stadt derzeit mehrere Geomatten übereinander und über Kreuz verlegen, die jeweils mit gebrochenem Naturstein aufgefüllt und verdichtet werden, wie der von der Stadt Köln beauftragte Ingenieur und Oberbauleiter Dr. Jörg Holzhäuser am heutigen Mittwochmittag erläuterte.
Monatelang hatten die Verantwortlichen sich die Aufzeichnungen der Feuerwehr durchgesehen, den Untergrund analysiert und statische Berechnungen angefertigt. Zusätzlich wurden rund 200 Probebohrungen durchgeführt, um die Existenz größerer Hohlräume auszuschließen. Nachdem zunächst die seitlichen Wände mit Spritzbeton bewehrt wurden, um das lockere Erdreich daran zu hindern in die Baugrube nachzurutschen, folgt nun der nächste Schritt. Experten des Stadtarchiv vermuten, dass sich noch immer rund zehn Prozent der bei der Einsturzkatastrophe in die Tiefe gerissenen Archivalien im Bereich des Grundwasser befinden. Diese zu bergen, ist nun die erste Aufgabe. So sieht es auch ein entsprechender Ratsbeschluss von August vergangenen Jahres vor, der zugleich die notwendigen Mittel in Höhe von rund fünf Millionen Euro für die Tiefbauarbeiten bewilligte. Zunächst soll eine Baugrube ausgehoben und seitlich abgestützt werden, um den Abraum anschließend in Baucontainern zu sammeln und noch auf dem Areal in der so genannten "Erstversorgung" zu bearbeiten. Die größte Herausforderung ist das Gewicht des Pfahlbohrers. "Das muss auf dem Trümmerbereich stehen", so Holzhäuser weiter.
Weitere Einzelheiten, insbesondere zum Zeitplan, sollen in der kommenden Woche in einer weiteren Sitzung des Hauptausschusses beraten werden. Die findet am Montag kommender Woche ab 17 Uhr statt, wie Stadtsprecherin Inge Schürmann ankündigte. Die Geomatten selbst, von einem Spezialhersteller angefertigt, bestehen aus einem hochreißfesten Polyester und sollen den Druck des tonnenschweren Pfahlbohrers auf eine größere Fläche verteilen. Die Matten halten einem Druck von 40 Tonnen pro Quadratmeter stand. Das sei ausreichend, um nach Meinung der Experten ein Absacken des Gerätes zu verhindern. Wann die Bauarbeiten für das so genannte Beweissicherungsbauwerk beginnen werden, hängt von dem weiteren Aushub des Trümmermaterials ab. Dazu gab es am heutigen Mittwoch keine konkreten Aussagen. Die Aushubarbeiten selbst sollen zwischen 6 und 22 Uhr im Zwei-Schicht-Betrieb erfolgen. Die Arbeit der Archivare und Hilfskräfte hingegen läuft rund um die Uhr, wie Holzhäuser abschließend erläuterte.


























