26. 05. 2012
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Bergungsbauwerk Waidmarkt: Trotz Verzögerungen im Zeitplan
Zwei Jahre und fast vier Monate nach der Einsturzkatastrophe am Kölner Waidmarkt neigen sich die Bergungsarbeiten dem Ende zu. Die Stadt hat am ersten offiziellen Ferientag die Presse zur Bergungsbaugrube an den Waidmarkt eingeladen, um den aktuellen Stand der Dinge bekannt zu geben. Dabei räumten die Verantwortlichen ein, dass man sich bei der Zahl der geborgenen Fundamente und Trümmer des Stadtarchivs verschätzt hat. Ging man ursprünglich von fünf bis zehn aus, sind zum jetzigen Zeitpunkt bereits 39 mehr oder weniger große Trümmerteile geborgen. Im nördlichen Bereich der unterirdischen und von Grundwasser gefluteten Baugrube habe man bereits die vorgesehene Plantiefe von zwölf Metern (28 Meter NN) unter dem Niveau des Baugrubengrunds erreicht, im südlichen Bereich sind die Profitaucher der beauftragten Fachfirmen noch dabei, die letzten Reste mit Sonargeräten zu kartografieren und die Bergung auch dieser Trümmerteile vorzubereiten. Geplant ist, die gesamte Baugrube am 20. August dieses Jahres an den von der Staatsanwaltschaft beauftragten Gutachter, den Kasseler Geotechniker Prof. Dr. Hans Georg Kempfert, übergeben werden. "Wir sind guter Dinge, diesen Termin halten zu können", so der von der Stadt eingesetzte Oberbauleiter Dr. Jörg Holzhäuser beim heutigen Presserundgang. Ein kleines Fragezeichen bleibe jedoch bestehen, wie auch der Bauexperte einräumte.
Im Zuge der unterirdischen Bergungsarbeiten fanden die Taucher zwar auch weitere Archivalien. Die seien aber nach Auskunft von Dr. Bettina Schmidt-Czaja, Leiterin des Historischen Archivs, im Gegensatz zum Beginn der Bergungsarbeiten im Kölner Grundwasser ab 40 Meter NN, sind das nur noch Reste. Insgesamt wird man damit wohl einen runden Regalkilometer aus dem trüben Wasser der Baugrube gefischt und zur weiteren Behandlung weitertransportiert haben. Derzeit sind rund 975 Regalmeter geborgen, der größte Teil davon mit schwersten Beschädigungen. Es gab aber bis zuletzt immer wieder überraschend gut erhaltene Funde. Solange die Archivalien luftdicht verschlossen unter tonnenschweren Trümmerteilen gelegen haben, ändert sich auch der Zustand der Archivalien kaum, erläuterte Schmidt-Czaja dieses Phänomen.
Für die Besichtigung des Beweissicherungsbauwerks haben Kempfert und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erst einmal 30 Tage angesetzt. Ob es dabei bleibt und anschließend die Besichtigungsbaugrube eingerichtet werden kann, könne man aber noch nicht sagen. Im schlimmsten Fall müsste die Baugrube bis an die Unterkante der Schlitzwände vorgetrieben werden, um so der Einsturzursache auf den Grund gehen zu können, so der Stand der Dinge. Derzeit wird an der Baugrube bereits die so genannte Vereisungstechnik eingesetzt. Das wurde notwendig, nachdem vor einigen Monaten am Nordrand der Baugrube Erdreich in einen unterirdischen Hohlraum gestürzt ist. Noch in der Sommerpause wird der von der Stadt eingesetzte Bauleiter dem Hauptausschuss des Stadtrates über die weitere Entwicklung berichten. Auf der kommenden Sitzung des Hauptausschusses am 8. August ist der Fortschritt rund um die Arbeiten am Einsturzkrater des Historischen Archivs wieder Bestandteil der Tagesordnung.


























