26. 05. 2012
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Bundespräsident wird Schirmherr der Stiftung Stadtgedächtnis
Bundespräsident Christian Wulff hat die Schirmherrschaft für die Stiftung Stadtgedächtnis übernommen. Das bestätigte am heutigen Freitagnachmittag das Presseamt der Stadt Köln. Auf eine entsprechende Anfrage der Stadtverantwortlichen hatte das deutsche Staatsoberhaupt mit einer überraschend deutlichen Aussage geantwortet. "Meine Schirmherrschaft soll der Stiftung zu einem guten Start ihrer Arbeit verhelfen", zitierte das städtische Presseamt das entsprechende Schreiben aus dem Bundespräsidialamt. Oberbürgermeister Jürgen Roters zeigte sich über die neuerliche Entwicklung hocherfreut. "Ich hoffe, dass viele Menschen dem Beispiel des Bundespräsidenten folgen und ihren Beitrag dazu leisten werden, dass Köln sein kulturelles Erbe retten kann".
Mit der Schirmherrschaft des obersten Repräsentanten der Bundesrepublik Deutschland erhält die im Juli 2010 gegründete Stiftung einen deutlichen Schub. Entgegen ursprünglicher Annahmen hatten sich das Land Nordrhein-Westfalen und infolge dessen auch der Bund eher zurückhaltend gezeigt. So trug beispielsweise das Land NRW lediglich einen Beitrag von einer Million Euro zur Stiftung bei, im Vorfeld ihrer Gründung hatten die Kölner Verantwortlichen mit einem deutlich höheren Beitrag gerechnet. Die Gesamtkosten der Archivierung lassen sich derzeit nur grob umreißen, allerdings rechnen Fachleute mit einem Betrag von mindestens 350 Millionen Euro für die Aufbereitung der überwiegend schwer oder schwerst beschädigten Überbleibsel der Einsturzkatastrophe vom 3. März vergangenen Jahres. Der Betrag wird dabei allerdings nicht auf einen Schlag fällig, sondern verteilt sich über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten.
Mit der Übernahme der Schirmherrschaft wird die Stiftung und damit auch die Bedeutung des Stadtarchivs deutlich aufgewertet. "In keinem anderen Kommunalarchiv findet sich eine vergleichbar dichte Überlieferung", weiß auch Roters. Schon früh war allen Beteiligten klar, dass die Kosten für die Aufbereitung des Großteils der Archivbestände von der Domstadt alleine nicht zu schaffen ist. Auch wenn die Bergung der Archivalien noch immer nicht restlos abgeschlossen ist, schätzen Experten, dass 85 Prozent des ursprünglichen Bestandes größtenteils stark oder sehr stark beschädigt ist. Die Restaurierung der historischen Dokumente und Archivalien ist ausgesprochen zeitaufwändig und damit auch teuer. Der Löwenanteil, so rechnete die Stadt bereits vor Stiftungsgründung vor, soll dabei durch das private Engagement privater Spender und Unterstützer aufgebracht werden. Als Messlatte gilt ein Betrag von mindestens zehn Millionen Euro im Jahr, die für die Restaurierung aufgebracht werden müssen. Neben der Rettungsarbeiten soll die Stiftung zugleich auch die Digitalisierung, Erforschung und wissenschaftliche Begleitung der Rettungsaktion mitfinanziert werden.
Die Stiftung Stadtgedächtnis hat dazu ein Spendenkonto eingerichtet. Die Kontoverbindung lautet: Stiftung Stadtgedächtnis (Kontoinhaber), Bankhaus Sal. Oppenheim, Kontonummer 3309, Bankleitzahl 370 302 00. Spender sollen bei ihrer Überweisung ihre vollständige Adresse mit angeben, damit die Stiftung entsprechende Spendenquittungen ausstellen kann. Kurzentschlossene können außerdem auch die Spenden-Hotline unter der Rufnummer 09001 – 03 03 09 anrufen. Jedem Anrufer werden automatisch fünf Euro über die Telefonrechnung abgebucht. Bis zu einer Höhe von 200 Euro kann der Kontoauszug als Spendenquittung vorgelegt werden, teilte die Stadt abschließend mit. Weitere Informationen zur Arbeit der Stiftung finden sie auch im Internet unter: www.stiftung-stadtgedaechtnis.de.
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