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26. 05. 2012
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Darmstädter Architekten bauen Kölns neues Stadtarchiv


20.06.2011 11:23 von:

Schlagwörter: Köln,Archiv,Stadtarchiv,Waechter,Schatztruhe,Sicherheit,Streitberger,Quander,Feu

(ehu) Köln erhält ein neues Stadtarchiv: Seit Samstag Abend steht fest, nach wessen Entwurf es gebaut wird und wie es aussieht. Das Darmstädter Architektenbüro Wächter + Wächter hat den Wettbewerb gewonnen. "Wir haben uns bewusst für einen eher klassischen Bau entschieden", sagte Baudezernent Bernd Streitberge, als das Ergebnis am Sonntag der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Entscheidung sei in großer "Einmütigkeit" gefallen. Zuvor hatte die Jury zwei Tage lang beraten.

Und so soll der Neubau aussehen, der parallel zum Eifelwall zwischen Luxemburger Straße und der Eisenbahnlinie entstehen soll. Rund es aussehen In der Mitte wird ein siebengeschossiger, fensterloser Block stehen: Eine symbolische, weit sichtbare "Schatztruhe", das Magazin des Archivs, in dem die kostbaren historischen Dokumente aufbewahrt werden. Es wird "deutlich mehr" als die 30 Regalkilometer des alten Gebäudes haben. Zwei baumbestandene Innenhöfe rahmen die Schatztruhe ein.

Noch ist der Haupteingang der Jury nicht repräsentativ genug

Umgeben werden Magazin und Innenhöfe von vier jeweils viergeschossigen, fensterreichen Riegeln, in denen im Norden die Werkstätten, im Süden die Verwaltungsräume und besonders im Norden zur Luxemburger Straße hin Lese- und andere öffentliche Räume untergebracht werden. Bronzefarbenes metall soll die Fassade bilden. Unzufrieden ist Baudezernent Bernd Streitberge lediglich mit der Gestaltung der Eingangsfront an der Luxemburger Straße. "Zur Gestaltung der Eingangsseite an der Luxemburger Straße müssen wir allerdings noch einmal mit Felix und Sibylle Wächter sprechen", sagte Baudezernent Streitberge. Da müsse man noch einmal mit den Architekten sprechen, meinte er.

Besonders die bauliche Trennung des Magazins von den anderen Räumen hatte die Jury unter Leitung des Architekturprofessors Carlo Weber überzeugt. "Dies erlaubt die höchste Sicherheitsmaßnahmen gegen Wassereinbrüche und Feuer", erklärte Kulturdezernent Georg Quander. Das mache das Archiv zum sichersten in Europa. Beide Gebäude sollen als Passivhäuser nach modernsten Erkenntnissen gebaut werden und so den Energieverbrauch senken.

Auch die Kunst- und Museumsbibliothek finder hier ein neues Zuhause

Insgesamt bietet das neue Haus eine Bruttogeschossfläche von 30.400 Quadratmetern, 10.400 davon sind für die Kunst- und Museumsbibliothek bestimmt, deren Auflösung im Vorfeld heftig diskutiert wurde. 90 Millionen Euro soll der Bau insgesamt kosten. Streitberger hofft, dass das Archiv 2015 eröffnet werden kann – er rechnet mit einer Planungszeit von ein bis anderthalb Jahren und einer Bauzeit von bis zu zwei Jahren.

Nach dem Ratsbeschluss im Dezember 2010 war der Wettbewerb europaweit ausgeschrieben worden. 200 Anmeldungen gingen ein. Die Jury unter Leitung des Architekturprofessors Carlo Weber hatte daraus 15 ausgewählt, 30 ein Gremium des Baudezernats. Am Ende reichten 40 Architektenteams ihre Entwürfe ein – 34 aus Deutschland und sechs ausländische. Für den Sieger gab es ein Preisgeld von 62.500 Euro, außerdem wurden vier weitere Preise vergeben. Fünf Entwürfe erhielten eine "Anerkennung" von je 10.000 Euro. Insgesamt standen 250.000 Euro für Auszeichnungen bereit.

Das neue Stadtarchiv soll Kölns Selbstwertgefühl wieder herstellen

Gut angelegtes Geld, fand Oberbürgermeister Jürgen Roters. "Der Einsturz des Archivs am 3. März 2009 hatte zu einem tiefen Bruch des Selbstwertgefühls der Stadt geführt", sagte er. Mit dem Bau des neuen Archivs sei nun eine schnelle Wiedergutmachung möglich. Er versprach: "Wir werden mit großer Tatkraft und Energie die Umsetzung und den Bau vorantreiben."

Zu Wort meldete sich auch der Künstler Tepel, der zur Zeit noch auf der künftigen Baustelle wohnt. Er kritisierte vor allem die Übertragung der Bauaufsicht an die städtische Gebäudewirtschaft und die Standortentscheidung. Um den Grüngürtel über die Luxemburger Straße hinweg fortsetzen zu können, plädierte er für die Ostecke des Grundstücks. Dort aber soll nach Plänen der Stadt ein Studentenwohnheim entstehen.

Alle Wettbewerbsarbeiten werden vom 21. Juni bis 5. Juli 2011 im Kölner Rathaus, Lichthof des Spanischer Baus, ausgestellt. Öffnungszeiten: Mo und Mi 8-16 Uhr, Di und Fr 8-18 Uhr, Do 8-20 Uhr, Sa, so und feiertags 11-18 Uhr







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