26. 05. 2012
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Dem Erzbistum laufen die Gläubigen weg
(ehu/rk) "Deutlich angestiegen" sind nach Angaben des Erzbistums Köln im Jahr 2010 die Kirchenaustritte im Erzbistum Köln: 15.163 Menschen kehrten der Katholischen Kirche den Rücken. Das sind 41 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (2009: 10.727 Austritte). Eine so hohe Zahl war zuletzt im Jahr 2000 zu verzeichnen, mit 7735 erreichte sie 2006 ihren bisherigen Tiefstand. Derzeit zählt das Erzbistum Köln 2,09 Millionen Katholiken (2009: 2,11 Millionen).
Generalvikar Dominik Schwaderlapp erklärt den Anstieg in der morgen erscheinenden Wochenzeitung "Die Zeit" als Folge des Vertrauensverlustes, den die Kirche besonders durch die zahlreichen Missbrauchsfälle erlitten hat. Dies sei schmerzlich, "weil offenbar viele Menschen den Kirchenaustritt als ihre persönliche Form des Protests und der Abscheu vor diesem Skandal gewählt haben". Man nehme dies "außerordentlich ernst", so habe der Priesterrat die Kirchenaustritte zu einem Schwerpunktthema gemacht, um daraus "seelsorgliche Konsequenzen" zu ziehen.
Besonders hoch war die Zahl der Kirchenaustritte in der ersten Jahreshälfte. Hier verzeichnete das Amtsgericht alleine auf Kölner Stadtgebiet vor allem im März und April hohe Austrittsraten. Mit einer Kampagne hatte die katholische Laienorganisation im Anschluss daran versucht, verlorenes Terrain zurückzugewinnen, insgesamt mit eher mäßigem Erfolg, wie die Jahresstatistik nun deutlich macht.
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